1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Wermelskirchen: NRW-Rettungsschirm stärkt Freibad Dabringhausen

Förderverein zieht Bilanz : NRW-Rettungsschirm stärkt das Freibad

Die ehrenamtlichen Betreiber des Waldbades in Dabringhausen kamen in der Corona-Saison „mit einem blauen Auge davon“. Neben der Unterstützung für Sportvereine vom Land half vor allem der stattliche Absatz von Saisonkarten.

Die Corona-Saison im Freibad Dabringhausen war kein GAU. So bilanzieren Dominik Roenneke und Katja Salz-Bannier vom Schwimmverein Freibad Dabringhausen (SVFD) als Betreiber sowie Carsten Flick vom Förderverein (FFD) die Öffnungstage im Waldbad an der Linnefe. Dazu hätten in der „wohl merkwürdigsten Saison seit Bestehen des Bades“ zwei wesentliche Faktoren beigetragen: „700 im Vorverkauf verkaufte Saisonkarten brachten einen finanziellen Sockel.“ Zudem ergatterte der SVFD nach Beendigung der Badezeit vom Corona-Rettungsschirm des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) für Sportvereine eine Geldspritze von 12.210 Euro.

„Nach der Antragstellung war innerhalb einer Stunde die Zusage und in drei Tagen das Geld da – das nenne ich Soforthilfe“, kommentiert Dominik Roenneke. „Und wir sind froh, nicht die Kommune mit angespannter Finanzlage behelligen zu müssen.“ Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen behördlichen Hygienevorschriften durften maximal 800 Besucher gleichzeitig auf das Gelände. „Zuletzt waren es an Bestwetter-Tagen jedoch 1.800. Diese Differenz konnten wir für 18 Tage in der vergangenen Saison beantragen“, erläutert Dominik Roenneke. „Anhand des Saisonkartenverkaufs mussten wir den Verkauf von Tageskarten entsprechend begrenzen. Aber unser Business läuft normalerweise an Bestwetter-Sonntagen, wenn viele Besucher aus dem Umland zu uns kommen.“

Die 15.000 Besucher in 2020 setzt der SVFD in Relation zu Vorgängerjahren. So kamen in 2017 weniger Besucher als 2016 mit 9000 Badegästen. In 2019 waren es 20.000, im Spitzenjahr 2018 stolze 30.000. „Ohne Corona hätten wir bestimmt die 20.000er-Marke erreicht“, ist Roenneke überzeugt und stellt fest: „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“.

Durchgehend bestes Badewetter erlebte das Waldbad in den Sommerschulferien-Wochen nicht, wie die Vereinsvertreter erinnern: „Der erste Öffnungstag war hervorragend, danach war das Wetter drei Wochen lang schlecht. Dann erholte sich der Sommer langsam und hat zu Saisonende noch einmal richtig Gas gegeben.“ So war die letzte Öffnungswoche täglich ausverkauft – genauso die beiden Tage, um die die Saison wegen des guten Wetters kurzfristig verlängert wurde.

In der hektischen und unsicheren Vorbereitungsphase der wegen der Corona-Pandemie kaum planbaren Saison hätten die ehrenamtlich Aktiven „goldrichtige Entscheidungen“ gefällt, wissen die Vereinsvertreter im Rückblick. „Natürlich gab es vereinzelt mal traurige Gesichter, wenn Leute vor ausverkauftem Bad standen. Aber die Besucher waren durchweg verständnisvoll. Wir hatten anfangs gar über ein Security-Unternehmen nachgedacht – das war nicht nötig“, ist Katja Salz-Bannier froh. „Wir wissen auch, dass einige Saisonkarten nicht genutzt wurden – die wurden gekauft, um uns zu unterstützen.“

Diese Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit sei motivierend, stellt Carsten Flick vom FFD fest: „Jede helfende Hand ist willkommen.“ Als herausragendes Beispiel nennen die SVFD- und FFD-Vertreter den technischen Freibad-Leiter Ralf Magney, der die Technik saniert hat und modernisiert. „Er hat sogar verrostete Pumpenmotorstände nachgebaut und ausgetauscht.“

Viele in der Corona-Saison eingeführten Systematiken könnten als Blaupause für die kommende Saison dienen. Das gelte sowohl für die Schwimmkurse, bei denen 84 Kinder 54 Abzeichen-Prüfungen absolvierten, als auch für das Ticketsystem mit Online-Verkauf und QR-Codes zur Registrierung. „Das hat die Arbeit extrem erleichtert“, stellt Katja Salz-Bannier fest. Und Dominik Roenneke ergänzt: „Wir denken noch über ein Verfahren für unsere älteren Badegäste nach, die nicht so online-affin sind.“

Nach wie vor bestünde bei der Freibad-Öffnung in Dabringhausen eine Abhängigkeit von den Sommerferien, stellt Roenneke klar: „Alles andere ist eine Finanzfrage. Kostenfaktoren seien im wesentlichen Energiethemen. Dazu gibt es Ideen, aber deren Umsetzung dauert seine Zeit.“ Immerhin verursache der Betrieb momentan 200 Euro Stromkosten pro Tag.