Wermelskirchen: Neue Ladestationen für E-Autos ab Ende Dezember

Ab Ende Dezember in Betrieb : In einer Viertelstunde betankt – neue Ladestationen für E-Autos

Für den Umstieg auf ein Elektrofahrzeug wird kräftig geworben, aber nach Expertenmeinung fehlt es noch an Lade-Infrastruktur. Eine Verbesserung der Situation ist für Wermelskirchener in Sicht. Sie können mit ihrem E-Auto noch in diesem Jahr schnell zur schnellen Ladesäule: Im Bereich des Autobahnhotels, das auf Wermelskirchener Gebiet liegt, oberhalb der Raststätte Remscheid-Ost an der A1 sind bereits vier besonders schnelle Ladestationen für Elektrofahrzeuge installiert worden.

Im Stadtgebiet Wermelskirchen sind die Säulen an der Raststätte die einzigen mit Schnellleistung. In der Innenstadt betreibt die BEW zehn Ladepunkte, die eine Normalleistung von 22 kW haben.

„Voraussichtlich Ende Dezember 2019 werden in Remscheid Ost  insgesamt acht Ladestationen mit jeweils einer Ladeleistung von bis zu 350 kW zusätzlich zur Verfügung stehen, die unser Kooperationspartner IONITY errichtet und  betreiben wird“, sagte ein Sprecher der Tank & Rast Gruppe auf Nachfrage dieser Redaktion.

Die ersten Schnellladesäulen mit einer Ladeleistung von 50 Kilowatt (kW) gibt es im Bereich der Raststätte Remscheid West und Ost schon länger. Diese Infrastruktur werde nun durch die neuen „High-Power-Charging-Säulen“ des Unternehmens „Ionity“ ergänzt. Sie haben eine Ladeleistung von jeweils bis zu 350 kW.  An die kurze Tankdauer bei einem Wagen mit Verbrennungsmotor kommen die E-Autos zwar nicht heran, aber der Vorgang wird kürzer. Ein Vergleich: Sofern das Fahrzeug darauf ausgelegt ist, bedürfe es für das Nachladen von 400 Kilometern Reichweite bei einer Ladesäule mit 50 kW  rund 80 Minuten, bei 150 kW circa 30 Minuten und bei 350 kW nur 10 bis 15 Minuten, teilt Tank&Rast mit. Die Ladedauer sei abhängig von der im Fahrzeug verbauten Ladetechnik sowie der Ladeleistung der Ladesäulen. Allerdings könne es sein, dass nicht jedes E-Auto an den Ladestationen aufgeladen werden kann. „Für Tank & Rast ist das Angebot an typenunabhängigen und zukunftsfähigen Schnellladesäulen im Netzausbau sehr wichtig, um unseren Kunden mit Elektroautos einen echten Mehrwert bieten zu können“, so der Sprecher.

Die derzeit gemeinsam mit IONITY im Aufbau befindlichen HPC (High-Power-Charging) Ladestationen seien mit den europäischen Ladestandards (CCS) kompatibel und auf 350 kW ausgelegt. So könnten heutige und künftige Elektrofahrzeuge zuverlässig mit Energie versorgt werden, bei entsprechend fahrzeugseitiger Auslegung in vergleichsweise kurzer Ladezeit. „CCS-Stecker, die sowohl Gleich- als auch Wechselstrom liefern, entwickeln sich zum meistgenutzten Ladestandard weltweit und werden von nahezu allen gängigen E-Fahrzeugen genutzt“ so der Sprecher. Bei der Einführung neuer Fahrzeuge in Europa werde der CCS-Standard für das Schnellladen standardmäßig eingesetzt.

Die Partner von Tank & Rast akzeptieren nach Angaben des Sprechers verschiedene Authentifizierungs- und Bezahlformen und bieten alle gängigen Zahlungsmöglichkeiten an, die an der jeweiligen Säule genutzt werden können  – wie beispielsweise alle gängigen Ladekarten, per App, über das Hubject-Bezahlportal oder in vielen Fällen auch mit Kreditkarte.

„Tank und Rast“ verfügt mit seinen Partnern über 360 Tankstellen, 140 Raststätten und rund 50 Hotels an deutschen Autobahnen. Der größte Teil läuft unter der Marke „Serways“. Das Unternehmen baut mit den neuen Ladestationen sein bestehendes Servicenetz aus. Die Leistung von bis zu 350 kW solle gewährleisten, dass auch künftige Elektrofahrzeuge zuverlässig und in kurzer Ladezeit mit Energie versorgt werden. In der Region gibt es bereits Schnellladesäulen an den Raststätten Ehrenberg (A1), Kucksiepen (A1), Königsforst Ost und West (A3) sowie Aggertal Nord und Süd (A4).

Mehr von RP ONLINE