Wermelskirchen: Neue Kita über den Dächern geplant

Kinderbetreuung in Wermelskirchen : Neue Kita über den Dächern geplant

Auf dem Flachdach des Gebäudekomplexes Telegrafenpassage möchte Investor Wolfgang Schmitz-Heinen einen Aufbau errichten lassen. Darin soll Kinderbetreuung möglich sein. Auch an anderer Stelle gibt es Veränderungen.

Es könnte einmal die höchste Kindertagesstätte in Wermelskirchen werden, bequem erreichbar mit dem Fahrstuhl, mit einer Dachterrasse als Außenbereich, mitten in der Innenstadt: Im Gebäude der Telegrafenpassage soll eine Kita Platz finden, Umbaupläne sind erarbeitet – das bestätigt Wolfgang Schmitz-Heinen, Investor und Geschäftsführer der Witte Group. Aber noch ist nicht alles unter Dach und Fach, der Mietvertrag mit dem interessierten Kita-Träger nicht unterzeichnet.

Ein Grund: Noch ist der Mieter aus den Räumen, die für die erste Gruppe der Kita vorgesehen sind, nicht ausgezogen. Er stelle sich quer. „Obwohl er bereits im Februar 2019 die Kündigung erhalten hat“, bedauert Schmitz Heinen. „Wir haben für ihn sogar Alternativflächen akquiriert und würden auch den Umzug bezahlen.“ Von einer Räumungsklage habe man abgesehen.

Wie berichtet, lässt die Eigentümerin des Gebäudekomplexes an der Telegrafen-, Carl-Leverkus- und Obere Remscheider Straße, die Tochtergesellschaft der Gruppe, die Witte Real Estate, die Immobilie umbauen und schrittweise modernisieren. Schon seit einiger Zeit liebäugelt Schmitz-Heinen mit dem Gedanken, auf dem Flachdach des Gebäudes zwei neue Etagen errichten zu lassen, die wie ein „Solitär“ aussehen und sich optisch abheben sollen. Die Statik des bestehenden Gebäudes sei so ausgerichtet, dass es das zusätzliche Gewicht einer solchen Aufstockung tragen könne.

500 Quadratmeter Raumgewinn seien möglich. Darin könnte die Kita später untergebracht werden, wenn sie um eine zweite Gruppe erweitert wird und dann zusätzliche Räume und Nebenräume benötigt. Die Kita-Verwaltung könnte in den bereits bestehenden Teil umziehen. Insgesamt 45 neue Kita-Plätze stünden dann zur Verfügung.

Als Wolfgang Schmitz-Heinen von dem Engpass in der Kita-Landschaft und dem Mehrbedarf an Betreuungsplätzen erfuhr, habe er überlegt, ob sich die Immobilie „Telegrafenpassage“ dafür eigne. Von der Kita könnten einige Mitarbeiter profitieren; aber gerade auch jungen Eltern, die in der Innenstadt arbeiten. Sie könnten morgens in den früh meist leer stehenden Parkbuchten an der Oberen Remscheider Straße parken, mit den Kindern durch den Eingang an der Telegrafenpassage zur Einrichtung gelangen – über eine Treppe und mit dem neuen Aufzug, der eingebaut werde und alle Ebenen miteinander verbinde von der Tiefgarage bis hinauf zum neuen Dachgeschoss. „Uns ist es ein Anliegen, dass das mit den 45 neuen Kita-Plätzen klappt“, betont Schmitz-Heinen. Er hoffe auf Zuschüsse, die über das sogenannte „Gute-Kita-Gesetz“ für Neubauten beantragt werden könnten, um das Vorhaben verwirklichen und an einen Kita-Träger vermieten zu können.

Den Mietern Pappas und Foto Hake im Parterre des Gebäudekomplexes an der Carl-Leverkus-Straße wurde gekündigt. Foto: Solveig Pudelski

In den nächsten Wochen und Monaten tut sich viel in dem Gebäudekomplex. Der Durchgang der ehemaligen Passage werde geschlossen. Um eine große zusammenhängende Einzelhandelsfläche im Bereich der Passage für einen Bio-Supermarkt zu schaffen – rund 650 Quadratmeter – , ziehen zwei vorhandene Mieter auf der Seite Telegrafenstraße um: Apollo Optik wechselt in das Ladenlokal von „Ernsting’s Family“, das einen neuen Zuschnitt erhält. Und diese Filiale der Textilkette zieht in das Ladenlokal, das einst „Quick Schuh“ gemietet hatte. Beide Ladenlokale werden modernisiert, erhalten neue Fenster und Türen. Den beiden Mietern an der Carl-Leverkus-Straße, dem Kiosk „Pappas Lotto-Toto“ und „Foto Hake“, wurde bereits im Frühjahr 2019 gekündigt. Die Ladenlokale soll neu vermietet werden.

So könnte der Aufbau auf dem Gebäude Telegrafenpassage aussehen. Entworfen wurde es von Architekten de Firma BauART aus Wuppertal. Foto: BauART

Schmitz-Heinen denkt an eine gastronomische Nutzung. Sollte sich dafür kein passender Mieter finden, würde er beide Ladenlokale zusammenlegen und versuchen, diese Fläche an einen Einzelhändler zu vermieten.