Wermelskirchen: Neue Dürre befürchtet - Gefahr von Waldbränden steigt

Brandgefahr steigt : „Der Wald ist trocken wie Zunder“

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor einem weiteren Dürre-Sommer. Schon jetzt sind Bäume und Böden zu trocken. Feuerwehr und Regionalforstamt befürchten Waldbrände.

Fünf Jahre lang war Ruhe: Zuletzt stand ein Wermelskirchener Wald 2014 in Flammen. Das könnte sich in diesem Jahr ändern, befürchten Experten. „Schon jetzt ist die Waldbrandgefahr hoch“, sagt Christina Amling vom Regionalforstamt Wald und Holz NRW. Das bestätigt auch die Feuerwehr, die sogar neue Spezial-Fahrzeuge für die Waldbrand-Bekämpfung anschafft – und zur Vorsicht beim Waldspaziergang mahnt.

Deutschland steuert nach Einschätzungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf einen weiteren Dürresommer zu. Agrarmeterologen halten es für möglich, dass die Trockenheit des Sommers 2018 sogar noch übertroffen werden könnte. Doch während bereits die nächste Dürreperiodebereits ansteht, hat sich die Vegetation immer noch nicht vom Vorjahr erholt. „Noch im November waren die Wälder total verdorrt“, sagt Amling. „Die Bodenspeicher waren absolut leer und konnten sich bis jetzt nicht von dieser extremen Dürre erholen.“

Geholfen hat auch nicht, dass es vom ersten bis 17. März täglich geregnet hat. Denn im Anschluss war es wieder trocken und größtenteils sonnig - so wie am vergangenen Osterwochenende. „Es liegt viel trockenes Laub und Gras auf dem Boden. Jetzt sind auch noch die Bäume ausgetrocknet. Der Wald ist trocken wie Zunder“, warnt Amling.

In den vergangenen Jahren seien Waldbrände zum Glück nie ein Thema gewesen. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt, dass im April 2018 die Böden im Bergischen Land noch schön feucht waren. Jetzt wird dort für die Region eine moderate bis schwere Dürre angezeigt. „Die Lage ist schon angespannt“, sagt Amling. Und die heißen Monate kommen erst noch.

Das bereitet auch der Feuerwehr Sorgen. Denn Feuer im Wald stellt die Brandbekämpfer vor Probleme. „Dort gibt es keine Hydranten. Wir müssen also lange Schlaucheitungen verlegen, um an Löschwasser zu kommen“, sagt Feuerwehr-Chef Holger Stubenrauch. Im Notfall könnten außerdem Landwirte helfen. Die stellen Gülletanks zur Verfügung, in denen große Mengen Wasser bis zum Einsatzort transportiert werden können.

Trotzdem ist es für die Feuerwehrleute oft schwierig, überhaupt bis ans Feuer heran zu kommen. „Deshalb sind wir momentan in der Beschaffung von zwei Unimogs“, sagt Stubenrauch. Diese Spezialfahrzeuge zur Waldbrandbekämpfung haben ein hohes Offroad-Gestell und spezielle Reifen für unwegsames Gelände. In diesem Jahr ist mit der Neuanschaffung jedoch nicht mehr zu rechnen. Die feuerwehrleute müssen mit den Fahrzeigen auskommen, die sie haben. „Im Falle eines Waldbrandes ist es auch besonders wichtig, auf die eigene Sicherheit zu achten. Wenn der Wind dreht, kann man vom Feuer eingeschlossen werden“, sagt Stubenrauch.

Die Feuerwehr bittet Spaziergänger deshalb darum, bei der Verhinderung von Waldbränden mitzuhelfen. Im Wald sollte nicht geraucht werden. Außerdem können leichtfertig liegengelassene Glasflaschen zur Entzündung des trockenen Materials führen. „Bitte auch nicht mit Autos bis an die Waldränder fahren“, sagt Stubenrauch. Der heiße Auspuff oder Katalysator könne das trockene Gras entzünden.

Neben Bränden birgt die Trockenheit übrigens noch eine weitere Gefahr für die Bäume. „Durch den Wassermangel sind etwa Fichten sehr gestresst und damit nicht mehr so widerstandsfähig“, erklärt Amling. Die Folge: Borkenkäfer vermehren sich beschädigen die Bäume.

Das momentane Brandrisiko senken und Borkenkäfer die Grundlage nehmen kann nur eines: Regen. Aber auch nicht jede Art davon. „Starkregen nützt nichts, der fließt oberirdisch wieder ab“, sagt Amling. Um die trockenen Böden richtig mit Wasser zu tränken, sei bergischer Landregen am besten. „Ich wünsche mir, dass es mal mindestens zwei Wochen Dauerregen gibt“, sagt Amling – wohlwissend, dass sie sich damit bei einigen Sonnenanbetern unbeliebt machen könnte. Doch das ist ihr egal. Denn wenn es nicht so kommt, rechnet sie damit, dass sich die Lage weiter verschärfen wird. Dann könnte 2019 ein echtes Waldbrand-Jahr werden. „Und das will sicherlich auch niemand“, sagt Amling.

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