Wermelskirchen: Nach Kirmesbesuch entdeckte Familie eine zerkratzte Beifahrertür

Eine Frau wollte Parkbuchten für Audifahrer frei halten : Unbekannter zerkratzt Autotür – Familie sucht Zeugen

Nach dem Besuch der Herbstkirmes entdeckten die Leverkusener einen eingeritzten Schriftzug auf der Beifahrertür.

Der Besuch auf der Herbstkirmes wird für eine Familie aus Leverkusen nicht in guter Erinnerung bleiben, was nicht am Kirmesangebot liegt, sondern an ärgerlichen Begleitumständen: Am Abend des Kirmessamstag wurde ihr Auto zerkratzt. Als sie gegen 23 Uhr zu ihrem Opel Astra zurückkehrten, den sie auf der Grünestraße in einer Parkbucht vor der Hausnummer 4 gegenüber der „Allianz-Vertretung“ abgestellt hatten, prangte auf der Beifahrertür das Schimpfwort „Hurensohn“, tief in den Lack eingeritzt. „Wir suchen nun schon seit zwei Wochen Zeugen, die die eventuell etwas Auffälliges bemerkt haben“, sagt die Anruferin am Bürgermonitor dieser Redaktion. Ihren Namen wolle sie nicht nennen, sie befürchte Repressalien durch den Täter. „Ich traute mich nicht mehr, mit solch einem Schriftzug auf der Wagentür herum zu fahren, mein Mann hat ihn inzwischen überklebt“, sagt sie.

Noch am gleichen Abend wandte sich die Familie an die Polizei. Sie habe die Anzeige aufgenommen, gleichzeitig aber auch deutlich gemacht, dass sie wenig machen könne, weil konkrete Hinweise fehlen. Nach Angaben einer Autolackiererei, die die Familie mit einem Kostenvoranschlag für eine Neulackierung beauftragt hatte, belaufe sich der Sachschaden auf 1200 Euro. Das gilt als eher geringfügig. Für die Familie bedeutet die Reparatur aber eine hohe Ausgabe, weil der Wagen nicht Vollkasko versichert ist und die Versicherung somit nicht zahlt.

Nun ruhen all ihre Hoffnungen, dass der Täter erwischt und zur Rechenschaft gezogen wird, auf mögliche Zeugen. Denn einen Tatverdacht hegen die Autobesitzer. „Vor dem Parkvorgang wurde unsere Parklücke sowie die dahinter liegende von einer blonden, etwa 35 Jahre alten Fußgängerin mit zwei Mädchen (ca. 1,5 und 5 Jahre alt) freigehalten“, berichtet die Anruferin. Die Frau habe nach eigenen Aussagen auf ihren Freund mit einem weißen Audi R8 gewartet. Die Familie aus Leverkusen ging davon aus, dass eine Parkbucht für den erwarteten Wagen reichen würde und parkte auf der anderen ein. Später hätten sie erfahren, dass in die zweite Parkbucht der Fahrer eines silbernes Autos fuhr. Als der Audi-Fahrer anrollte und beide Stellplätze besetzt waren, sei er mit aufheulendem Motor davon gebraust. „Leider hat niemand das Kennzeichen notiert, es soll aber ein Wagen aus Remscheid gewesen sein“, sagt die Anruferin. Der auffällige Audi R8 sei circa drei Minuten später auch von mehreren Passanten gehört und gesehen worden.

Am Kirmes-Samstag wurde der Opel Astra einer Familie aus Leverkusen zerkratzt. Sie sucht nun Zeugen. Foto. Privat. Foto: privat

Grundsätzlich können Fußgänger keine Parkbuchten freihalten, sagt eine Polizeisprecherin auf Nachfrage zur rechtlichen Situation. Die Anruferin und der Fahrer des silbernen Autos hätten somit korrekt gehandelt, als sie die freien Plätze nutzten. Die Geschädigten sind fassungslos, dass sich der vermeintliche Täter auf diese Art und Weise gerächt haben könnte. Ob er es war, lässt sich allerdings nur durch Zeugenaussagen klären. Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon 02202 205-0 entgegen.

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