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Wermelskirchen Musikschule in finanziellen Nöten

780 Schüler lernen ein Instrument in Wermelskirchen : Musikschule in finanziellen Nöten

Die Corona-Krise sorgt für Einbußen und auch die gekürzten Zuschüsse der Stadt. Die Musikschule muss seit 2012 jährlich mit 60.000 Euro weniger auskommen. Ob’s mehr Geld geben wird, ist fraglich.

Zwei Jahre lang habe sie die Finanzen noch im Griff“, kündigte Anke Schopphoff im Ausschuss für Kultur, Freizeit und Tourismus an. Doch schon jetzt schickte die Vorsitzende der Musikschule einen Hilferuf an Stadt und Politik, „weil wir mit den finanziellen Mitteln die Musikschule auf lange Sicht nicht halten können.“ Schuld sei nicht allein die sinkende Schülerzahl, die durch die Corona-Krise mit zehn Prozent Rückgang zu beziffern sei, sondern auch die geringeren Zuschüsse der Stadt, die seit 2012 nach dem Haushaltssicherungskonzept (HSK) planen musste. „Dadurch wurden uns die Zuschüsse um 60.000 Euro gekürzt“, so Schopphoff, deren Hoffnung nun ist, dass die Zuschüsse wieder gesteigert werden, weil Wermelskirchen das HSK in diesem Jahr wohl verlassen kann.

Aktuell würde die Musikschule mit 156.000 Euro im Jahr bezuschusst, nannte Stefan Görnert, Erster Beigeordneter, eine konkrete Zahl. Weitere Gespräche müssten ohnehin im Finanzausschuss geführt werden, aber zu große Hoffnungen konnte Bürgermeisterin Marion Lück schon jetzt nicht machen: „Es ist eine Frage der Finanzen, weil wir durch das HSK noch Vorschriften unterworfen sind. Wenn wir die Zuschüsse erhöhen, müssen wir an anderer Stelle kürzen.“

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780 Schüler lernen aktuell ein Instrument an der Musikschule, informierte Celia Spielmann, die die Leitung der Musikschule mitten in der Corona-Pandemie übernommen hatte. „Ohne Corona“, sagte die gebürtige Wuppertalerin im Ausschuss lächelnd, „wäre ich wahrscheinlich noch in meinem alten Job in Shanghai, aber jetzt freue ich mich sehr, dass ich wieder in meiner bergischen Heimat sein darf.“ Wo der Start nicht ganz leicht gewesen sei, denn nicht nur der Präsenzunterricht sei lange untersagt gewesen, sondern auch die musikalische Früherziehung oder das „Instrumentenkarussell“ in den Kitas und Schulen, über die sonst einige neue Schüler gewonnen werden konnten. Was sehr positiv gewesen sei: „Wir konnten im Lockdown schnell digitale Ersatzkonzepte anbieten.“

Die 33 Lehrer, von denen aber nur fünf festangestellt sind, hätten nicht nur über Videomeetings unterrichtet, sondern notfalls auch per Festnetzanschluss. Seit dieser Woche dürfen die Musikschüler – mit einer Quote von 14 Prozent an erwachsenen Schülern liege Wermelskirchen über dem Bundesdurchschnitt – wieder in den Bürgerhäusern musizieren. „Das hat uns wirklich gefehlt“, gibt die Musikschulleiterin zu. Großgruppen und Ensembles dürften zwar noch nicht gemeinsam musizieren, „aber wir freuen uns schon jetzt auf viele neue Konzepte, mit denen wir Kinder und Erwachsene zur Musik bringen möchten.“