Wermelskirchen: Mit Fassadenprogramm das Stadtbild aufwerten

Sanierungsbedarf in der Wermelskirchener Innenstadt : Mit schönen Fassaden Stadtbild aufwerten

Schützenswerte Baukultur soll auch in der Wermelskirchener Innenstadt mit einem eigenen Programm erhalten werden. Dazu soll ein Handbuch erarbeitet werden. Eigentümern winken sogar Fördermittel von Land und Stadt.

Vorher ein trister Kasten, nachher ein Schmuckstück: Was Farben an Häuserfassaden ausmachen, andere Materialien für Details, eine stilgerechte Haustür, wohl proportionierte Fenster. Über den Vorher-Nachher-Effekt ist der Passant verblüfft, der an bekannten Häuserzeilen vorbeiflaniert und die Gebäude nach der Fassadensanierung kaum wiedererkennt. Für die Eigentümer ist das „Aufhübschen“ der Immobilie allerdings meist mit sehr hohen Investitionen verbunden. In Wermelskirchen soll es dafür demnächst einen Zuschuss von Land und Stadt geben: dank eines Fassadenprogramms, das zur Aufwertung des Stadtbildes und den Erhalt der Baukultur in der Innenstadt beitragen soll. Jetzt gab es grünes Licht aus Düsseldorf für den Start des Programms. Es fließen Fördermittel für die vorbereitenden Arbeiten.

.. und hier nach den durchgeführten Maßnahmen; Ergebnis: ein Hingucker! Foto: ASS Düsseldorf

Sie sind Teil des Gesamtpakets, mit dem die erste Phase des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzepts (IHEK) für die Wermelskirchener Innenstadt finanziert werden soll. „Dazu muss zunächst eine Art Handbuch, ein Leitfaden für das Fassadenprogramm erarbeitet werden“, erklärt Florian Leßke vom Amt für Stadtentwicklung auf Nachfrage unserer Redaktion. Es geht zum Beispiel um die Frage, was erlaubt ist und was nicht? Die Verwaltung möchte bei der Umsetzung des Konzepts einen Dialog zwischen Verwaltung, Eigentümern und Bauherren initiieren, um so auch das bürgerschaftliche Engagement für das Stadtbild zu erhöhen.

Ziel ist es, gemeinsam ein Gestaltungshandbuch mit Leitlinien für die Baukultur in Wermelskirchen zu erarbeiten. Darin wird ein Spektrum an Leitlinien zu Farbe, Form, Material, Maßstab und Gliederung baulicher Anlagen gemacht. Diese beziehen sich zum Beispiel auf die Dächer (Form, Eindeckung, Aufbauten), die Fassadenmaterialien und deren Gestaltung, Fassadenöffnungen (Größe, Formate, Ausrichtung von Fenstern und Türen) sowie Vordächer und Markisen. Das Gestaltungshandbuch soll einerseits so präzise sein, dass Bauherren sich daran orientieren können, andererseits soll es den Hausbesietzen dennoch Spielraum im Umgang mit ihrem Eigentum ermöglichen. Das fördere die Akzeptanz der Gestaltungsleitlinien, ist die Stadtverwaltung überzeugt.

Vorher wirkt dieses Haus eher trist und unauffällig, nach der Sanierung... Foto: ASS Düsseldorf

Es werde zudem ein Sanierungsgebiet abgegrenzt, in denen die Eigentümer mit Zuschüssen rechnen dürfen. Wermelskirchen hat eine Reihe von historischen Bauten, Gebäuden, die das Stadtbild prägen und erhaltenswert sind. Voraussichtlich gehört zum künftigen Sanierungsgebiet der Bereich an der Stadtkirche, Häuserzeilen an der Berliner Straße, Thomas-Mann-Straße, Remscheider Straße, wo es erhaltenswerte und Stadtbild prägende Häuser und Häuserzeilen gibt, skizzierte Leßke grob den möglichen Geltungsbereich.

... sorgt die Farbgebung für eine enorme Aufwertung der Immobilie. Foto: ASS Düsseldorf

Die Gestaltungsleitlinien erarbeitet das Düsseldorfer Fachbüro ASS, das den gesamten Prozess zum IHEK bis hin zu den Antragstellungen im Auftrag der Stadt Wermelskirchen erarbeitet hat und jetzt auch begleitet. „Die Öffentlichkeit wird einbezogen, die Politik entscheidet“, erläuterte Leßke das Verfahren. Eigentümer in dem Sanierungsbereich können einen Zuschuss zu den Kosten der Maßnahme in Höhe von maximal 50 Prozent erhalten, den sie nicht zurückzahlen müssen. Dieser Zuschuss besteht zu 70 Prozent aus Städtebaufördermitteln und der Rest aus Eigenanteilen der Stadt.

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