Wermelskirchen: Mit dem Konfirmationsgeld über die Kirmes geschlendert

Feier in Hilgen-Neuenhaus : Mit dem Konfirmationsgeld über die Kirmes geschlendert

Mit Pfarrer Traugott Schuller feierten die Jubelkonfirmanden ihre Jubelkonfirmation, die mit einem festlichen Gottesdienst im Stephanus-Gemeindezentrum begann. „Es ist eine gute Gelegenheit, um zurückzublicken auf die vergangenen Jahre“, sagte der Pfarrer, „und auf die Spuren Gottes in unserem Leben.“

Kaum hatten sich die Jubelkonfirmanden am Pfingstmontag entdeckt, sprudelten schon die Erinnerungen über – an jenen Sonntag im Mai 1969, als Pfarrer Winckler die aufgeregten Jugendlichen konfirmierte. „Ich weiß noch, damals war Kirmes in Wermelskirchen“, erzählte Renate Kraus. Einen Teil des Geldes, das ihr die Gratulanten überreicht hatten, durfte sie gleich ausgeben. „Mit dem Geld sind wir auf die Kirmes gegangen“, erzählte sie und lachte. Die anderen Jubilare stimmten ein – ein halbes Jahrhundert nach ihrer Konfirmation.

Mit Pfarrer Traugott Schuller feierten sie ihre Jubelkonfirmation, die mit einem festlichen Gottesdienst im Stephanus-Gemeindezentrum begann. „Es ist eine gute Gelegenheit, um zurückzublicken auf die vergangenen Jahre“, sagte der Pfarrer, „und auf die Spuren Gottes in unserem Leben.“ Die seien deutlich erkennbar, sagte Gisela Graf. Damals, am Tag ihrer Konfirmation, habe ihr Glaube, Kirche und Religion nicht so viel bedeutet. „Aber ich bin da rein gewachsen“, erklärte sie zur Jubelkonfirmation, „mein Glaube hat sich in all den Jahren gefestigt, und es ist mir wichtig, das heute noch mal in den Blick zu nehmen.“

Während des Gottesdienstes nahm sich Pfarrer Schuller dann Zeit für seine Jubelkonfirmanden. Jeder bekam seinen Konfirmationsspruch zugesagt, erhielt den Segenszuspruch, und schließlich feierte die Gruppe gemeinsam Abendmahl. „Diese persönliche Ansprache ist mir wichtig“, erklärte der Pfarrer und traf damit auch den Wunsch der Jubelkonfirmanden.

Die freuten sich nach dem Gottesdienst vor allem über die Begegnung mit Pfarrer Friedrich-Gustav Winckler, der sie damals in Neuenhaus konfirmiert hatte und es sich trotz seines fortgeschrittenen Alters nicht nehmen ließ, seinen Jubelkonfirmanden zu gratulieren. Nach dem Fototermin, der für neue Erinnerungen im Fotoalbum sorgte, setzten sich die Jubilare dann erst zum gemeinsamen Mittagessen und schließlich zu Kaffee und Kuchen zusammen, den die Gemeinde ihren Jubilaren spendierte. Gut gelaunt schwelgten die sieben Teilnehmer in Anekdoten, erinnerten auch an die drei bereits verstorbenen Mitkonfirmanden und reichten schließlich alte Fotografien rum.

„Wir Mädchen haben damals viel Blödsinn gemacht“, räumte Renate Kraus schließlich schmunzelnd ein. Sie erinnere sich an die Konfirmandenfreizeit nach Wuppertal. Damals hätten sie Reste des Abendessens mit auf ihr Zimmer genommen und die Knochen dann aus dem Fenster geworfen. „Dort trafen sie dann Pfarrer Winckler, der gerade vorbeiging“, erzählte sie lachend. Schnell fielen die anderen Mädchen, die heute gestandene Frauen sind, in das fröhliche Gelächter mit ein.

(resa)
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