Wermelskirchen: Metzgereiprodukte aus Lüffringhausen sind auch bei Vereinen und Firmen beliebt

Landmetzgerei Lattner in Lüffringhausen : Von Fleisch, Handwerk und einer Prise Liebe

Dirk Lattner versorgt heimische Märkte und Vereine mit Köstlichkeiten aus seiner Landmetzgerei.

Dirk Lattner ist ein Tüftler. Manchmal steht der 51-Jährige Zuhause am Thermomix und mischt abenteuerliche Zutaten miteinander, um eine neue Wurst zu kreieren. Fleisch und Nutella zum Beispiel. Das Ergebnis tischt er dann der Familie und Freunden auf. „Und ich verlass mich auf ihre ehrliche Meinung“, sagt Dirk Lattner. Haben seine Rezepte Erfolg, dann schaffen sie es in seinen Betrieb.

Ist die Resonanz mäßig, tüftelt er weiter. Und so hat der Metzgermeister schon manch eine ungewöhnliche Kreation gezaubert. Die Hawaigriller mit Südfrüchten sind so entstanden, die Spinatgriller auch und die Wurst mit Nutella, die besonders bei Kindern beliebt war.

Und im vergangenen Jahr hat er das Fett durch Joghurt ersetzt und eine Joghurt-Wurst erfunden. Die Kunden danken es ihm: Jedes Jahr gibt es zur Grillsaison viele Fragen nach den neuesten Kreationen. Und vor allem die Käufer auf den Märkten im Bergischen sind Feinschmecker. „Umso ungewöhnlicher eine Wurst ausfällt, desto beliebter ist sie häufig“, sagt Lattner. Und das bestätigen ihm auch die unzähligen Urkunden und Medaillen in der Metzgerei in Lüffringhausen.

19 Produkte hat er beim „Internationalen Qualitätswettbewerb für Würstchen“ eingeschickt. 19-mal gab es die Bestnote „Gold“. Und mit den Würstchen aus Lüffringhausen schaffte er es bereits auf den dritten Platz der Weltrangliste. „Es ist schön, wenn man die großen Unternehmen als Familienbetrieb ein bisschen kitzeln kann“, sagt er.

Im vergangenen Jahr rief dann plötzlich eine Fleischerei aus Japan an und fragte nach dem Rezept für die Spinatgriller. „Das hat uns schon überrascht“, sagt Lattner, „verraten haben wir es aber nicht.“

Und was ist nun sein Erfolgsrezept? „Wir arbeiten hier mit Liebe und aus Leidenschaft“, sagt er und deutet auf die Mitarbeiter, die in mühseliger Handarbeit gerade Grillgut und Schinkenwurst herstellen. Und natürlich müsse die Technologie stimmen. „Man muss auf dem neuesten Stand bleiben“, sagt er. Und deswegen investierte das Unternehmen in eine moderne Räucheranlage. Der Rauch von Buchenholz wird im Wasser aufgefangen und verdampft dann in der Räucheranlage. „Der rauchige Geschmack bleibt, die Gesundheit der Kunden wird geschont“, so Lattner.

In der Landmetzgerei allerdings greifen Moderne und Tradition Hand in Hand. „Denn zu unserem Erfolg gehört auch, die Tradition des Handwerks“, sagt der Metzgermeister. Schon sein Großvater und sein Vater, der genauso wie sein Bruder im Betrieb arbeitet, tüftelten an Rezepten und lernten das Metzgerhandwerk. Als Dirk Lattner den Betrieb in Lüffringhausen 1999 übernahm – zuvor hatte er dort als Angestellter gearbeitet – setzte er die bergische Tradition des Hauses fort.

Jahrzehnte zuvor hatte Familie Bornefeld in Lüffringhausen auch Tiere gehalten, geschlachtet und das Fleisch in der Metzgerei verarbeitet. Die alten Ställe erinnern an die Anfänge des Unternehmens. Aber mit strengeren Auflagen gaben viele Metzgereien die eigene Schlachtung auf. „Gelernt habe ich das Schlachten noch“, sagt Lattner, „aber wir arbeiten inzwischen mit vertrauten Lieferanten zusammen.“

Bei den Rezepten hält er sich zuweilen an die bewährten Zusammenstellungen und Gewürze der Familie und des Unternehmens. Aber schon damals, Ende der 1990er Jahre, brachte er eigene Akzente ein. Und so gehören geräucherte bergische Bratwurst, Pannas und Kottenwurst heute genauso zum Programm wie die beliebten Exoten.

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