Wermelskirchen: Martinszug trotzt Regen und Kälte

St. Martin in Wermelskirchen : Martinszug trotzt dem Regen

Mehr als 1000 Kinder und Erwachsene zogen nach Angaben der Veranstalters am Montagabend durch die Innenstadt. Und das, obwohl das Wetter nicht mitspielte – so manch schöne Laterne wurde in Plastikfolie verpackt.

Statt buntem Lichtermeer war der Martinszug am Montagabend wohl eher ein Meer an Schirmen. Das Wetter war ungemütlich, bei drei Grad und Sprühregen zog der traditionelle Umzug des Stadtmarketingvereins „Wir in Wermelskirchen“ durch die Innenstadt. So manch eine selbst gebastelte Laterne musste in einer Folie verschwinden, um nicht aufzuweichen.

Die Veranstalter hatten allerdings schon im Vorfeld mit mehr Andrang gerechnet. „Die Gutscheine, die für die Weckmänner verteilt werden, mussten nachgedruckt werden, weil es mehr Nachfrage gab als sonst“, sagte André Frowein, Geschäftsführer des Marketingsvereins. Und so trotzten tatsächlich mehr als 1000 kleine und große Wermelskirchener dem Wetter.

Es war der 20. Martinszug, den „Wir in Wermelskirchen“ gemeinsam mit den städtischen Kindergärten organisierte. Um 17.30 Uhr ging es wie immer am Schwanenplatz los, über Eich und Kölner Straße zog der Laternenzug bis zum unteren Ende der Carl-Leverkus-Straße und endete vor dem großen Naturweihnachtsbaum.

An der Spitze des Zuges ging einer, der sich guten Gewissens „Urvater“ des Wermelskirchener Martinsfests nennen kann: Hans-Georg Lessnick war mit rotem Umhang und goldenem Helm bekleidet und ritt hoch zu Ross. Seit 55 Jahren schlüpft Lessnick für die Kinder von Wermelskirchen in die Rolle des St. Martins und an Nikolaus in die Rolle des Hans Muff.

Der Posaunenchor der evangelischen Kirche und das Blasorchester Dabringhausen sorgten für musikalische Begleitung. Der Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes assistierte mit acht Helfern. Die Polizei sorgte dafür, dass der Umzug sicher über die Straße kam – da stoppte dann auch der Verkehr, wenn das Pferd an der Kreuzung Eich/Jörgensgasse über die Mittelinsel des Kreisverkehrs schritt.

Als der Umzug am Weihnachtsbaum ankam, loderte das Martinsfeuer unter Aufsicht der Feuerwehr. Wie immer hielt André Frowein über Lautsprecher eine Ansprache. Er motivierte die Menge, trotz Kälte und Nässe bei den Liedern der Musikgruppen mitzusingen. Die hatten sich entlang der Treppen aufgebaut. Groß und Klein stimmten das Martinslied an. Im Anschluss wurde ebenfalls per Lautsprecher die Legende vorgelesen und St. Martin teilte am Feuer den Mantel mit dem Bettler – vermutlich hatte er es bei dem Regen etwas eiliger als sonst.

Im Anschluss freuten sich die Jungen und Mädchen über die Weckmänner, die Jahr für Jahr Uli Herrmann backt. 660 Exemplare wurden nach Angaben der Veranstalter ausgegeben. Für die Erwachsenen gab es Getränke beim Event-Mobil „Petite Minou“, und so manch einem kam bei den Temperaturen ein heißer Glühwein oder Kakao wohl gelegen.