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Wermelskirchen: Martinsumzüge in den Kitas finden 2020 anders statt

Mit Laternen Corona zum Trotz : In diesem Jahr findet das Martinsfest in den Kitas anders statt

Die beliebten Martinsumzüge können wegen der Corona-Krise nicht stattfinden. Trotzdem sollen die Kinder die Geschichte von Sankt Martin erleben. Dafür wird auch schon fleißig gebastelt.

Es ist eine Geschichte vom Teilen, die in diesen Zeiten brandaktuell ist: Die Geschichte des römischen Offiziers, der im Jahr 331 für einen frierenden Bettler am Straßenrand seinen Mantel teilte. Bis heute wird dem heiligen Sankt Martin zu Ehren das Martinsfest am 11. November mit großen Martinsumzügen gefeiert. Dafür werden jedes Jahr in den Kindergärten Laternen gebastelt, die den Steppkes den Weg leuchten. Auch in diesem Jahr wird fleißig gewerkelt – obwohl die Umzüge coronabedingt abgesagt werden mussten.

„Das ist für uns nicht ganz so schlimm, weil unser Sankt Martin mit Pferd leider weggezogen ist“, sagt Karin Bertrams, Leiterin des tädtischen Kindergartens Am Ecker, lachend. „Aber natürlich sind die Kinder schon fleißig dabei, Laternen zu basteln, mit denen wir die Kita schmücken. Wir haben Bilderbücher, die die Geschichte von Sankt Martin erzählen und wir backen alle gemeinsam einen großen Sankt Martin, den wir dann bei einem gemeinsamen Frühstück teilen.“ Die Anleitung liefert die Kita-Leiterin gleich mit: „Wir machen die doppelte Menge Quark-Öl-Teig, formen den erstmal zu einem Oval mit Kopf und mit Schnitzen im Teig werden Arme und Beine angedeutet.“ Anschließend werde das leckere Kunstwerk mit Smarties verziert und geteilt. Der Weckmann, den jedes Kind bekommt, darf aber allein vernascht werden.

Auch in der Evangelischen Kindertageseinrichtung in Dabringhausen wird schon fleißig gebastelt, weil dort sogar ein Martinsfest für die drei Gruppen der Kita auf die Beine gestellt wird. „Wir gehen an drei unterschiedlichen Tagen mit den jeweils 20 Kindern und ihren Laternen durch den Garten“, verrät Leiterin Gerhild Heil. „Dort erzählen wir den Kindern dann die Geschichte von Sankt Martin, die auch nachgespielt wird, es gibt etwas leckeres zu essen und als Abschluss bekommen alle Kinder einen Weckmann.“ Am späten Nachmittag würden die Eltern ihre Kleinen in die Kita bringen, „damit die Laternen auch schön leuchten“, so Heil. „Wir wollen den Kindern einen Ersatz zum Martinsumzug geben und damit auch unser Brauchtum ehren“, sagt sie. „Es kommen immer mehr andere Einflüsse von außen dazu, wie Halloween, und uns ist wichtig, dass wir unseren eigenen Brauchtum haben.“

Es sei eine andere Art, mit den Kindern zu feiern, sagt Gerhild Heil. Normalerweise laufen die Kinder meim Martinsumzug in Dabringhausen hinter Sankt Martin her bis zum carpe diem, singen dort für die Senioren und zum Abschluss gibt es ein Lagerfeuer. „Aber vielleicht ist es bei uns im Garten viel heimeliger.“