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Wermelskirchen: Mann schlägt seine Frau ins Gesicht, Verfahren eingestellt

Wermelskirchen : Schläge ins Gesicht: Verfahren gegen Ehemann eingestellt

Vor einem Jahr schlug ihr Mann sie mit der Faust ins Gesicht. Jetzt wurde das Verfahren eingestellt. Auch weil die Ehefrau glaubt, dass ihr Mann sich nachhaltig verändert habe.

Ein Ehestreit, der eskaliert ist, und in dessen Verlauf der 37-jährige Mann seine Frau zweimal mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben soll, hatte ihm einen Platz auf der Anklagebank im Amtsgericht eingebracht. Geschehen sein soll die Tat im Juli des Vorjahres, also vor fast einem Jahr, in der Wohnung des Ehepaares. Der Angeklagte zeigte sich vor der Amtsrichterin reuig: „Ja, ich habe das getan. Ich war in dem Moment sehr sauer auf meine Frau, bereue es aber sehr, dass ich so die Kontrolle über mich verloren habe“, sagt er auf die Nachfrage, was er denn zu den Vorwürfen zu sagen habe.

Ob so etwas schon einmal vorgekommen sei, wollte die Richterin weiter wissen. Nein, das sei das erste Mal gewesen, sagte der Angeklagte daraufhin. Das wurde indes mit dem Verlesen eines Strafbefehls von April 2019 widerlegt – darin habe er eine Geldstrafe bekommen, weil er seine Frau nach einem Streit mit der flachen Hand geschlagen habe. „Was sagen Sie dazu?“, wollte die Richterin von dem 37-Jährigen wissen. Doch der wollte sich dazu nicht äußern. „Ist seit der Situation im Juli des Vorjahres noch einmal etwas vorgekommen?“, fragte die Richterin dann. Nein, das Gegenteil sei der Fall. „Wir verstehen uns sehr gut. Wir haben miteinander geredet und ich bin zur Vernunft gekommen“, betonte der Angeklagte. Wie es denn zu dem Streit gekommen sei, wollte der Staatsanwalt wissen. „Meine Frau hat sich beschwert, dass ich zu viel Geld ausgegeben hätte. Daraufhin ist es zum Streit gekommen, der immer lauter wurde. Und irgendwann habe ich sie dann geschlagen“, sagte der Angeklagte. Als Zeugin war die Ehefrau des 37-Jährigen geladen. Sie wolle aussagen, sagte sie gleich zu Beginn – als Ehefrau des Angeklagten hätte sie auch ein  Zeugnisverweigerungsrecht. Sie bestätigte in ihrer Aussage grundsätzlich die Version ihres Mannes. „Wir sind über Geld in Streit geraten, es ging hin und her, irgendwann hat er mich dann geschlagen. Ich habe meinem Sohn gesagt, dass er die Polizei rufen sollte“, sagte die 36-Jährige.

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Ob es noch weitere Vorfälle seitdem gegeben habe, wollte die Richterin wissen. Auch die Zeugin verneinte dies. „Glauben Sie, dass sich Ihr Mann grundsätzlich geändert hat?“, fragte die Richterin weiter. Ja, sagte die 36-Jährige, da sei sie sich ganz sicher. Der Staatsanwalt fragte, ob sie eine strafrechtliche Verfolgung der Angelegenheit wünsche. „Es muss deutlich werden, dass er das so nicht machen kann. Ich will nicht, dass es weiter verfolgt wird, denn ich glaube, dass er sich zum Guten verändert hat“, sagte die Zeugin ohne zu zögern. Der Staatsanwalt regte daraufhin eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Auflage an. „Der Angeklagte muss einen Trainingskursus zur Impulskontrolle absolvieren. Drei Termine beim Sozialdienst Katholischer Männer in Köln sollten es sein“, sagte er. Die Richterin teilte diese Ansicht.