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Wermelskirchen: Luftreiniger und Laptops an den Schulen

Schulen in Wermelskirchen : Luftreiniger und Laptops an den Schulen

Um den Schulbetrieb während der Corona-Pandemie am Laufen zu halten, arbeiten die Stadtverwaltung und die Schulleitungen in Wermelskirchen derzeit eng zusammen. Das Thema Digitalisierung sorgt jedoch für Erstaunen.

Brauchen wir Luftreinigungsgeräte in allen Klassenräumen, um mit der Corona-Krise umgehen zu können, oder nicht ? Diese Frage haben die Leiter der Wermelskirchener Schulen und die Stadtverwaltung ausführlich diskutiert. „Es ist zwar wissenschaftlich erwiesen, dass diese Geräte Aerosole des Coronavirus aus der Luft filtern können“, sagt Hartwig Schüngel vom Gebäudemanagement. „Es ist aber nicht klar, ob das in den Klassenräumen besser funktionieren würde, als die Räume regelmäßig zu lüften.“ Dafür hatte die Stadt extra Tests durchgeführt, um die Kohlendioxid-Konzentration in den Klassenzimmern zu überprüfen. Ergebnis: Durch Stoßlüften in den Pausen und während der Hälfte der Unterrichtsstunde können die Werte in einem unbedenklichen Rahmen gehalten werden.

Deshalb war Amtsleiter Schüngel mit seinen Mitarbeitern auch in allen Schulen unterwegs, um erstmal zu klären, wo gut gelüftet werden kann – und wo eben nicht. „Von insgesamt 200 Klassenräumen, die wir in der Stadt haben, sind nur zwei Räume in der Schwanenschule, die im Keller liegen und wegen der Oberlichter nicht richtig durchgelüftet werden können“, so seine Bestandsaufnahme. Für den Kunst- und den Mehrzweckraum in der Schwanenschule hat die Stadt nun Luftreinigungsgeräte bestellt, um dort für mehr Sicherheit zu sorgen.

In anderen Räumen war es einfacher: „Da gab es meist nur kleine Probleme, warum ein Fenster nicht richtig geöffnet werden konnte. Etwa, weil Gardinenstangen oder Lampen im Weg waren oder ein Griff defekt war.“ Sämtliche Mängel sind behoben worden, um alle 20 Minuten in den Klassenräumen lüften zu können. Auch CO2-Ampeln, die farblich anzeigen, wann die Fenster geöffnet werden sollten, und CO2-Messgeräte hat die Stadtverwaltung bestellt. Auf Wunsch der sieben Schulleiter jedoch nicht für jedes Klassenzimmer, sondern pro Schule drei Geräte, die sich jeder Lehrer nach Bedarf für seinen Raum ausleihen kann.

„Die Abstimmungen mit den Schulleitern funktioniert toll“, lobt Amtsleiter Andreas Voß das Zusammenspiel zwischen Schulen und Verwaltung, die für die „äußere Schulsicherheit“ zuständig ist. Die Verhaltensweisen an den Schulen selbst regelt das Landesministerium. Von dort werden auch Fördergelder zur Verfügung gestellt, die den digitalen Unterricht sicherstellen sollen.

Im ersten Lockdown hatte sich gezeigt, dass nicht alle Schüler über das nötige, technische Equipment verfügen. Jetzt hat die Stadt 300 iPads und fünf Laptops bestellt für die Kinder, deren Familien sich nachweislich kein eigenes Gerät leisten können. Zehn Prozent der Kosten für die Geräte trägt die Stadt, um den Schülern zu ermöglichen, notfalls auch zuhause lernen zu können. Die restliche Summe kommt vom Land. Die vollen Kosten für technische Ausstattungen übernimmt das Land hingegen für die Geräte, die Lehrer beantragt haben, um für den digitalen Unterricht richtig aufgestellt zu sein.

Seit Sommer lief eine Abfrage an den Schulen, um den Bedarf zu klären. Von 366 Lehrern, die an Wermelskirchener Schulen unterrichten, haben 265 Lehrer neue Computer bestellt. „Es wurden 220 Laptops und 45 iPads geordert, die wir jetzt auch bestellt haben“, sagt Voß.