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Wermelskirchen: Lisa Engstfeld soll Fördermittel für die Stadt ranholen

Neue Stelle in Wermelskirchen. : Als Fördermittelmanagerin neue Einnahmenquellen für Stadt suchen

Seit Anfang des Monats besetzt die 29-Jährige die neu geschaffene Stelle bei der Stadtverwaltung Wermelskirchen. Das erste Projekt liegt bereits drängend auf ihrem Schreibtisch, wie Thomas Marner sagt: „Hallenbad, Hallenbad und noch mal Hallenbad.“

Wenn Thomas Marner als Technischer Beigeordneter sagt, dass eine neue Stelle zum Fördermittelmanagement bei der Stadtverwaltung in Werrmelskirchen „eine Investition in die Zukunft der Stadt“ sei, zeugt das von Vorschuss-Lorbeeren und Überzeugung, aber auch von einem Erwartungsdruck, dem sich Lisa Engstfeld stellen muss. Die 29-jährige Wuppertalerin trat zum 1. April ihren neuen Job als Fördermittelmanagerin der Stadtverwaltung an und steckt bereits mitten in der Arbeit: „Ich leiste gerade unheimlich viel Recherche-Arbeit, um die Kulisse der vielen Förderprogramme und ihre Bedingungen zu erfassen.“ Der Vorteil dabei: Von Corona-Pandemie ist Lisa Engstfeld dabei kaum beeinträchtigt, denn für diese Arbeit sind Lektüre, Durchforsten des Internets und Telefonate angesagt – kein Kontakt von Mensch zu Mensch entsteht dabei vorerst nicht.

Lisa Engstfeld hat Raumplanung in Dortmund studiert. Vor ihrem Dienstantritt – das Fördermittelmanagement ist als unbefristete Vollzeitstelle angelegt – war Engstfeld bei einer andere Kommunalverwaltung für die Betreuung von geförderten Projekten zuständig. „Ich kenne also schon einige Förderprogramme und -verfahren, aber nicht alle. Es geht jetzt am Anfang erst einmal darum, sich in der Familie der Förderungen und den dazugehörigen Bedingungen zurecht zu finden“, sagt die Wuppertalerin.

Ein konkretes Projekt hat Lisa Engstfeld bereits auf dem Schreibtisch liegen: der Neubau eines Hallenbades: „Dafür Fördermittel zu finden, ist nicht einfach und dauert.“ Gemeint ist: In welches Fördepaket passt die Größe eines solchen Neubau-Vorhabens? Thomas Marner beschreibt: „Etwaige Töpfe heißen halt nicht ‚Förderung für einen Hallenbad-Neubau‘, sondern eher ‚Förderung zur Entwicklung eines Mittelzentrums‘ oder ähnlich. Da muss das ‚Kleingedruckte‘ schon genau gelesen werden um zu wissen, ob ein Förderprogramm in Frage kommt.“ Nichtsdestotrotz zeigt sich der Beigeordnete überzeugt: „Wenn es eine Chance gibt, dass der Hallenbad-Neubau zu einem Förderprogramm passt, dann kriegen wir die.“

Gemeinsam mit Wirtschaftsförderer Florian Leßke ist sich Marner einig: „Das Fördermittelmanagement ist eine Entlastung für alle Sachbearbeiter in der Verwaltung. Obendrein bietet sich dadurch die Möglichkeit, Fördertöpfe anzuzapfen, die wir bisher aus Kapazitätsgründen unter Umständen gar nicht berücksichtigen konnten.“ Marner und Leßke sehen die Stelle von Lisa Engstfeld und ihre Arbeit langfristig: „Im ersten Schritt heißt es jetzt, sich mit den vorhandenen Förderprogrammen auszukennen sowie Hallenbad, Hallenbad und noch mal Hallenbad.“ Danach solle Engstfeld die Wirtschaftsförderung unterstützen und zum „Gesicht der Verwaltung“ für Wermelskirchener Firmen werden. Nach diesen Schritten könne sich die Stelle weiter entwickeln und über den „Verwaltungstellerrand hinaus schauen“, um beispielsweise als Berater oder Hinweisgeber für Förderungen von Vereinen zur Verfügung stehen.

„Fördermittel sind die wichtigste Einnahmequelle für viele Projekte. Dafür bedarf es Know-How und ist eine Bereicherung für alle. Das kennen wir ja auch aus dem privaten Bereich, in dem wir dankbar sind, wenn uns der Heizungsbauer auf mögliche Förderungen hinweist und bei der Beantragung hilft“, beschreibt Lisa Engstfeld ihre Aufgabe.