Wermelskirchen: Limbotanz unter’m Biermeter zur Matinee

Matinée zur Herbstkirmes in Wermelskirchen : Limbotanz unterm Biermeter

Mit Verspätung strömten die meisten Besucher zur Matinée. Ab Mittag feierten dann aber sogar einige Sonnenstrahlen mit. Manch ein Geburtstagskind nutzte den Höhepunkt der Kirmes für eine ganz „persönliche“ Party mit Freunden.

Vom Vormittag bis zum Abend fit bleiben, ist an Matinée die Herausforderung für tausende Besucher. Alljährlich und gerne stellt sich auch der Wermelskirchener Jan Reinhards dieser Aufgabe: „Ich bin ein sportlicher Typ – und es macht mir Spaß, jede Herausforderung anzunehmen.“ Zur Matinée ginge das immer mit „Vollgas“. Damit nicht genug: Seine Clique kam humorvoll auf eine zusätzliche Aufgabe, die der 20-Jährige mit Bravour löste: Ein Limbotanz unter einem hölzernen Biermeter hindurch.

Gut gelaunt schlenderte die Herrenrunde aus Marc Illner, Bernd Schmulder (beide aus Wermelskirchen), Chris Häusler aus Leverkusen-Opladen sowie die Burscheider Falk Fröhlingsdorf, Stephan Müller, Adrian Gembalczyk und Daniel Kloskowski zur Matinée-Party auf der Eich. Die sieben Männer spielen als Team beim TB Großösinghausen in Burscheid Tischtennis. „Vor dem Saisonstart, der für uns am kommenden Freitag in Remscheid ist, machen wir immer etwas als Gruppe, um den Zusammenhalt zu stärken“, erzählten die Sportler: „Wir sind mit einem Bierfrühstück, bei dem es unter anderem die Kölschpralinen vom Café Wild gab, in den Tag gestartet.“

Marc Illner, großer Fan der Wermelskirchener Kirmes, hatte die Idee zum gemeinschaftlichen Matinée-Besuch bereits im Frühjahr: „In den Vorjahren waren wir beispielsweise schon mal Kegeln. Gleich geht es zum ‚Rita Leen’-Konzert an die Katt und später wieder ins Bermuda-Dreieck.“ Am Hotel „Zur Eich“ feierte Tobias Hohmeier seinen 29. Geburtstag: „Ich bin ein Kirmeskind. Es bietet sich fast jedes Jahr die Möglichkeit, meine Geburtstagsfeier mit der Kirmes zu verbinden. Manchmal kriege ich sogar an meinem Geburtstag ein Feuerwerk.“ Matinée sei für ihn ein Pflichttermin: „Man trifft hier Leute, die man sonst das ganze Jahr über nicht sieht. Da rast die Zeit – schwupps ist es Abend.“

Mit einem eigens für Matinée gefertigten T-Shirt machten Sascha Karp (21 Jahre), Jan Welp (22) und Carsten Millahn (22) ihr Anliegen deutlich: „Wir Suffapostel fordern eine Promilleuntergrenze“ stand in großen Lettern auf der Brust des Trios geschrieben. Für die drei jungen Männer gehört die Matinée fix in den Jahresplan: „Dafür wird direkt am Jahresanfang Urlaub angemeldet. Ob Karneval, Kirmes oder Matinée - wir sind immer dabei.“ Natürlich habe das regnerische Wetter am Vormittag noch viele Besucher abgehalten, das sei auch in ihrem Bekanntenkreis so: „Es gibt genauso Leute, die bis nachmittags arbeiten müssen und dadurch eh erst später kommen können.“

Auch diese fröhliche Mädelsgruppe mit Marie, Lisa, Katrin, Janina, Rebecca (v.l.) aus Dabringhausen hatte am Kirmesmontag ihren Spaß. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Das Glasverbot im Innenstadtbereich wirkte wie bereits in den Vorjahren. Für die Wirte wenig erfreulich: Zahlreiche mitgebrachte Bierdosen und mit Mixgetränken gefüllte PET-Flaschen konnten gerade im Bereich des „Bermuda-Dreiecks“ zwischen „Balkan“, „Centrale“, „Venecia“ und „Zur Eich“ gesichtet werden - auf diese Weise wollte sich manch ein jüngerer Matinée-Besucher einige Euro sparen. Beste Gelegenheit bot sich für einen ruhigen Bummel über den Krammarkt. Während an den „Hot Spots“ fleißig gefeiert wurde, war es an den Verkaufsständen vergleichsweise ruhig, was einen Gang über den Krammarkt ohne Gedrängel ermöglichte.

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