Literatur-Abend in Wermelskirchen Humorvolle Lesung mit Bretagne-Vibes

Wermelskirchen · Der Buchautor Rüdiger Bertram sorgte im Rahmen der Reihe „Lit.im.Eifgen“ mit seinem Debütroman für Erwachsene „Hummer To Go“ für reichlich Lacher.

 Rüdiger Bertram präsentierte im Haus Eifgen sein erstes Buch für Erwachsene: „Hummer to go“.

Rüdiger Bertram präsentierte im Haus Eifgen sein erstes Buch für Erwachsene: „Hummer to go“.

Foto: Liebfrauenschule

Die Konkurrenz war natürlich groß. Schließlich spielte sich die deutsche Nationalmannschaft am Mittwochabend fast zeitgleich gegen Ungarn ins Achtelfinale der Fußball-Europameisterschaft. Und doch: Die Lesung mit Rüdiger Bertram im Rahmen des Formats „Lit.im.Eifgen“, das in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung van Wahden im Haus Eifgen stattfand, war gut besucht. Vielleicht war die Schnittmenge aus Fußball- und Literaturfans eben doch geringer als man annehmen würde.

Natürlich versprach es bereits im Vorfeld, ein humorvoller Abend zu werden. Denn der vor allem als Kinder- und Jugendbuchautor bekannte Rüdiger Bertram hatte seinen Debütroman im Erwachsenengenre mitgebracht: „Hummer To Go“. Der humorvolle Bretagne-Roman kam beim gut aufgelegten Publikum bestens an.

Das lag auch am sympathischen Autor, der nicht nur zahlreiche Kapitel und Episoden aus dem Norden Frankreichs lebendig vorlas, sondern zwischendrin immer wieder das Geschehen auf den Buchseiten kommentierte – und auch bisweilen sagte: „Dieses Kapitel war geradezu autobiographisch.“ Was sicherlich ein interessantes Bild des Autors entstehen ließ. Denn bei besagtem Kapitel ging es darum, wie ein Hummer eigentlich im Kochtopf landen sollte – wie einst bei Bertrams Familie. „In den Laden zum Kaufen des noch lebenden Tieres musste ich alleine. Meine Familie wollte Hummer essen. Die Drecksarbeit musste ich erledigen.“ Das alles präsentierte der Autor ohne Mikrofon, dafür aber sehr zum Amüsement des Publikums.

Die Geschichte war einigermaßen absurd, denn Frank hatte sich in das Bild einer Frau verliebt, die er in der Bretagne zu finden hoffte. Er machte sich also auf, um Karin in Nordfrankreich zu suchen, nur um zunächst auf Hugo zu stoßen. Einen knopfäugigen Hummer, den er vor dem Kochtopf gerettet hatte und mit sich auch auf einen angeleinten Spaziergang nahm. Alleine das hatte schon jede Menge Humorpotenzial. Dazu kam die Suche nach Karin, die den Verliebten über allerlei Hindernisse vermutlich ins Ziel führen würde. Ob die beiden einander wirklich kriegen würden, wurde nicht schlussendlich verraten. Schließlich sollte die Lesung ja in erster Linie Lust auf das Buch machen.

Eine erotische Szene zwischen Frank und Karin gab es allerdings schon zu hören. Nur, die war von slapstickartiger Komik. „Es war klar, dass das Buch auf eine erotische Szene hinauslaufen würde. Die schreibe ich in Kinderbüchern eher selten. Also, vielmehr nie“, sagte der Autor schmunzelnd. Daher wollte er mittels Vorlesens ermitteln, wie ihm dies bei „Hummer To Go“ gelungen sei. Gemessen am Gelächter konnte der Autor am Ende durchaus zufrieden mit dem geschriebenen Wort sein. Genau wie das Publikum mit diesen überaus humorvollen Bretagne-Vibes.