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Wermelskirchen: Langeweile in den Osterferien gibt’s nicht

Kirchengemeinde Hilgen-Neuenhaus : Langeweile in den Osterferien gibt’s nicht

Mehr als 30 Mädchen und Jungen nehmen am beliebten Ferienprogramm der Evangelischen Kirchengemeinde in Hilgen-Neuenhaus teil – und beweisen dabei große Kreativität. Die Tage beginnen mit einem gemeinsamen Frühstück.

„Das wird richtig bunt“, stellt Charlotte zufrieden fest und rührt die Lebensmittelfarbe in den Kuchenteig. Der färbt sich langsam in eine cremige hellblaue Masse. Rosa, Lila, Gelb: Eine Farbe nach der anderen mischen die Mädchen in ihren Schälchen, bevor sie den Teig in den Muffinformen unterbringen. „Das werden Einhörner“, verkündet Charlotte – und dann bringt sie das Blech mit ein bisschen Hilfe im vorgeheizten Backofen unter. Während die bunten Muffins dort langsam fertig backen, flitzen Charlotte und ihre Freundinnen die Stufen hoch direkt in den Garten. „Weil das Wetter so schön ist“, ruft die Neunjährige noch und dann stürmt sie auch schon das Fußballfeld.

Langeweile in den Osterferien? „Hier doch nicht“, erklärt Maja, die währenddessen an einem Basteltisch in der Sonne bunte Rasierschaumbilder fertigstellt. Die Neunjährige kommt schon seit Jahren zum Ferienprogramm der Evangelischen Kirchengemeinde Hilgen-Neuenhaus. „Das passt total gut“, erklärt sie, „mein Papa bringt mich morgens auf dem Weg zur Arbeit hier vorbei.“ Das ist um kurz nach sieben. Dann deckt Maja mit den anderen Kindern und den vielen Helfern des Ferienprogramms den Tisch – und wenn zwei Stunden später dann alle Kinder eingetrudelt sind, wird erstmal ausgiebig gefrühstückt. „Die Kinder genießen diese Zeit“, sagt Presbyterin Dorothea Hoffrogge. Frühstücken ohne Eile: Das wird in den Osterferien im Gemeindehaus richtig zelebriert. „Danach mischen sich dann Geschichten über Jesus und Spiele“, sagt Maja. „Die Mischung macht echt Spaß.“

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Die Kirchengemeinde weiß, dass viele Familien, die sonst keinen Bezug zur Gemeinde haben, die Betreuung in der ersten Osterferienwoche nutzen. „Das ist eine schöne Möglichkeit, Kindern und Eltern zu begegnen, die wir noch nicht kennen“, sagt Dorothea Hoffrogge. Die Jungen und Mädchen im Grundschulalter würden sich während der vier Vormittage offen auf österliche Geschichten aus der Bibel einlassen und sich in kleinen Gruppen ihrer Botschaft auf die Spur machen. „Und die Eltern empfangen wir am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen“, sagt Dorothea Hoffrogge. Auch sie sollen sich im Gemeindehaus willkommen fühlen. Bei den Kindern gelingt das spielend – das entdecken Besucher schon am ersten Tag. Fröhlich stellen sie die Ergebnisse des Vormittags vor, bevor sie gemeinsam zu Mittag essen. Reis mit Gemüse und Geschnetzeltem steht am ersten Tag auf der Speisekarte – und die Ehrenamtlichen in der Küche bekommen viel Applaus für ihre Kochkünste. Die Stimmung ist bestens. Schließlich wissen die Kinder, dass auch der Nachmittag voller Angebote und Geselligkeit steckt. „Ich habe sogar schon eine neue Freundin gefunden“, sagt ein Mädchen, und dann stürmen die beiden zu den Nachmittagsangeboten. Es wird gemalt und gebacken, Fußball gespielt, getanzt und Schmuck gebastelt. Wer eine Pause braucht, genehmigt sie sich. Jeden Tag warten andere Aktionen. Das Gemeindehaus wird zum riesigen Spiele- und Erlebnishaus.

Dafür legen sich fast 20 ehrenamtliche Mitarbeiter ins Zeug. „Die meisten von ihnen haben irgendwann mal selbst als Kind teilgenommen“, erzählt Dorothea Hoffrogge. Im 17. Jahr lädt die Gemeinde bereits zum beliebten Ferienprogramm ein. „Der Bedarf ist groß“, sagt die Presbyterin. Auf den gesellschaftlichen Wandel reagierte die Gemeinde schon vor Jahren – und weitete die Betreuungszeiten aus.