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Wermelskirchen: Kulturinitiative feiert fünfjähriges Bestehen

Kultur in Wermelskirchen : Maifestival feiert fünf Jahre Eifgen-Kultur

Seit fünf Jahren belebt die Kulturinitiative Wermelskirchen das Traditionshaus im Eifgen, was Aktive, Künstler und Publikum mit einem zweitägigen Programm feiern. Der Verein will im Laufe des Jahres die Weichen für die zukünftige Arbeit stellen.

Der Plan für die ersten fünf Jahre ist erfüllt. Das stellte Michael Dierks beim zweitägigen Maifestival im Haus Eifgen fest und bilanzierte damit das zurückliegende halbe Jahrzehnt, in dem die Kulturinitiative Wermelskirchen (Kult-in-Wk) das Traditionshaus in unmittelbarer Nähe zum Hüpp-Park mit neuen Leben erfüllt hat.

„Wenn man einen Blick in die Satzung wirft, steht da ja aufgelistet, was die ersten fünf Jahre erreichen sollten – und das ist gelungen“, sagte der Kult-in-Wk-Vorsitzende Michael Dierks im Gespräch mit unserer Redaktion.

 Zum Song „Sweet Home Chicage“ holte die Band „Heart and Soul“ Aynsley Lister (r.) auf die Bühne.
Zum Song „Sweet Home Chicage“ holte die Band „Heart and Soul“ Aynsley Lister (r.) auf die Bühne. Foto: Stephan Singer

Zu besagter Liste sind weitere Eckpfeiler hinzu gekommen. So ist das Haus Eifgen, das die eigens zu diesem Zweck in 2019 gegründete Kulturhaus Eifgen-Genossenschaft kaufte und an Kult-in-Wk als Betreiber vermietet, inzwischen in die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren in Nordrhein-Westfalen aufgenommen worden. „Als wir im Januar 2016 Kult-in-Wk als Verein gegründet haben, waren wir auf der Suche nach einer Bühne, auf der wir Veranstaltungen durchführen können. Da hatten wir noch nicht auf dem Schirm, dass es wenig später ein ganzes Haus werden würde“, blickte Dierks zurück.

 „Blues Brother“ Christian Mannheim schenkte zusammen mit Dierks-Enkelin Jolie und Frank Schneider die Getränke aus.
„Blues Brother“ Christian Mannheim schenkte zusammen mit Dierks-Enkelin Jolie und Frank Schneider die Getränke aus. Foto: Stephan Singer
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Das fünfjährige Bestehen der Initiative als Betreiber des Haus Eifgen feierten zahlreiche Besucher, diverse Künstler und die ehrenamtlichen Akteure mit einem zweitägigen Maifestival – inklusive zweier Konzerte eins beim Maifest am 1. Mai, das seit der Eifgen-Wiedereröffnung von Kult-in-Wk organisiert wird, sowie eins am Vorabend. Eigentlich hätte die Jubelfeier zum Fünfjährigen im Februar stattfinden sollen, denn seit Februar 2017 ist die Initiative im Haus Eifgen aktiv, aber die Auflagen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zwangen zu der Verschiebung. In Anbetracht des Wetters keine schlechte Alternative, denn so konnte beim Maifestival erstmals in diesem Jahr die fest installierte Außenbühne im Konzertgarten genutzt werden.

Auf der Bühne machte der britische Blus-Rock-Gitarrist und -Sänger Aynsley Lister den Auftakt vor 130 Besuchern bevor die „Heart and Soul Blues Brothers Show“ mit knapp 200 Gästen rappelvollen Haus Eifgen für den Höhepunkt des Abends sorgte. Die elfköpfige Band holte Aynsley Lister bei „Sweet home Chicago“ erneut auf die Bühne, um für ein bestechendes Gitarrenfeuerwerk zu sorgen. Nicht nur die beiden „Heart and Soul“-Köpfe, Dirk Zepuntke alias Elwood Blues und Oliver Glosch alias Joilet Jake Blues, kamen in standesgemäßen schwarzen Anzügen nebst Sonnenbrille und Hut auf die Bühne – diesen Blues Brothers-Kult griffen auch einige Fans im Publikum auf: ebenso Christian Mannheim, der sich nach dem Aynsley Lister-Konzert in das legendäre Blues Brothers-Outfit schmiss und dann das Publikum an der Getränketheke bediente.

In von ihm bekannter Manier nutzte Michael Dierks das Erstarken des Traditionshauses im Eifgen als Kulturstätte in den vergangenen Jahren zum Rück- und Ausblick: „Entscheidend war stets der Zuspruch, über den wir uns nach wie vor erfreuen.“ Diese Resonanz habe eben auch die zur Finanzierung notwendigen Privatvermietungen für geschlossene Gesellschaften nach sich gezogen. Bereits im ersten Jahr habe die Initiative im Haus Eifgen 80 Konzerte veranstaltet, in den Folgejahren bis zur Corona-Pandemie 120 jährlich. „Wir haben in der Vergangenheit zu viel gemacht“, konstatierte Dierks: „In Zukunft müssen wir weniger Termine machen, aber überregional noch bekannter werden.“ Mit einem rein Wermelskirchener Publikum ließe sich das Konzept ohne „Halli-Galli-Partys“ nicht machen: „Und Halli-Galli wollen wir nicht.“

Kernpunkte für die zukünftige Arbeit würden bis Ende diesen Jahres erarbeitet, Stichworte benannte Michael Dierks schon: „Wir sollten mindestens eine hauptamtliche Stelle finanzieren, eventuell sogar Teilzeitkräfte dazu.“ Denn: „Es wird einen Generationenwechsel bei den Aktiven geben, die jüngeren Aktiven sind jedoch mit Beruf und Familie mehr gebunden.“

Ein Gottesdienst, Chormusik mit „Bella Melodica“ und dem Remscheider Vokal-Ensemble, Auftritten von „Dreckpäck“, Phil Seeboth, der „Eifgen Blues Band“ sowie „Matt Schofield and the Rhythm Kings“ bildeten den Maifest-Reigen, der in Sachen Quantität und Qualität die Leistungsfähigkeit der Initiative deutlich in Szene setzte.