1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Wermelskirchen: Kreis auf zweite Corona-Welle vorbereitet

Corona in Wermelskirchen : Kreis ist vorbereitet auf eine zweite Welle

„Die Corona-Krise ist noch nicht vorbei“, sagt Kreissprecherin Birgit Bär und rät, sich weiter an die Regeln zu halten. Nichtsdestotrotz bestehe derzeit kein Grund für Angst und Panik. Sowohl der Kreis als auch die Stadt seien für den Ernstfall gut vorbereitet.

Ein wenig mulmig ist dem einen oder anderen schon in diesen Tagen, wenn Nachrichten aus dem benachbarten Remscheid bekannt werden. Dort hat der Krisenstab die Maßnahmen erhöht, um das Corona-Infektionsgeschehen in der Stadt auszubremsen. Ab sofort gelten acht Kilometer entfernt von Wermelskirchen wieder die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen und Kontaktbeschränkungen. Der Aufenthalt wird auf maximal fünf Personen oder Angehörige von zwei Haushalten beschränkt, private Feiern müssen ab 25 Personen angemeldet werden. Ab 50 Partygästen muss sogar das Ordnungsamt zustimmen.

Diese Regeln sind für Wermelskirchen (noch) ganz weit weg, weil die Corona-Infektionen hier deutlich niedriger sind. Aber eine gewisse Verunsicherung bleibt, nachdem zunächst die Kita Jörgensgasse geschlossen werden musste, weil ein Kind positiv auf das Coronavirus getestet worden war und dann auch noch das Pflegeheim carpe diem in Dabringhausen unter Quarantäne gestellt wurde (siehe unten).

Dass es im Herbst zu weiteren Schließungen von Kindertagesstätten kommen kann, steht für Jugendamtsleiterin Barbara Frank schon jetzt fest: „Wir werden nicht drum herum kommen, als Vorsichtsmaßnahmen Kinder und Mitarbeiter verschiedener Kitas in Quarantäne zu schicken, sobald dort ein neuer Corona-Fall bekannt wird“, sagt sie auf Anfrage dieser Redaktion. „Wir werden das im Zweifel von Fall zu Fall entscheiden, ob es möglich ist, in einer Kita nur die betroffene Gruppe zu schließen, oder ob die ganze Einrichtung vorläufig geschlossen werden muss.“

Die Quarantäne an der Kita Jörgensgasse soll am Montag wieder aufgehoben werden. „Aber wir müssen in den nächsten Monaten mit der Situation umgehen“, kündigt Frank an und betont: „Wir sind gut beraten, umsichtig und vorsichtig zu agieren.“ Das wichtigste sei nun, die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Darauf drängt auch Birgit Bär, Pressesprecherin des Kreises. „Die Krise ist noch lange nicht vorbei“, sagt sie. „Und es wird auch in den nächsten Monaten nicht besser, weil es kälter wird und sich die Viren in in der Kälte deutlich wohler fühlen.“ Deshalb sei es nach wie vor unerlässlich, die „AHA-Regeln“ einzuhalten: „Abstand, Händewaschen, Atemschutz.“

„Wir wissen mittlerweile, dass sich das Virus durch Tröpfchen und Aerosole ausbreitet. Wer einen Mindestabstand von 1,50 Metern zu seinem Gesprächspartner einhält und den Mund-Nasenschutz trägt, schützt sich und andere“, sagt Birgit Bär, die zwar bestätigt, „dass wir mit den Fallzahlen im Kreis derzeit besser dastehen als andere, aber das kann sich auch schnell durch eine einzelne Veranstaltung ändern.“ Wie beispielsweise in Hamm, das durch eine einzelne große Hochzeit zum Hot Spot wurde.

Für den Fall, dass durch eine Veranstaltung in einer Stadt des rheinisch-bergischen Kreises die Corona-Zahlen in die Höhe schnellen, „werden wir sicherlich lokal reagieren“, kündigt Bär an, die auf Aussagen von Virologen, die besagen, „dass da viel auf uns zukommt“ nur sagt: „Viel ist der Blick in die Kristallkugel. Aber die Erfahrungen zeigen, dass die Zahlen ansteigen. Die Menschen sind im Herbst mehr drinnen, es wird weniger gelüftet, wenn es kalt ist und das Virus ist ja immer noch da.“ Für Menschen, die der Risikogruppe angehören, empfiehlt das Gesundheitsamt des Kreises deshalb, zur Grippeimpfung zu gehen. Das gilt auch für Personen, die beruflich besonders exponiert sind.

Für Wermelskirchen sieht Thomas Marner, Leiter des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse, noch keinen Handlungsbedarf: „Wir sind weit entfernt davon, dass wir in der Stadt irgendetwas neu regeln müssten“, sagt er. „Die Corona-Zahlen zwingen uns nicht zum Handeln.“ Das gilt auch für den Kreis, wie Sprecherin Birgit Bär bestätigt. „Wir sind gut vorbereitet auf alles, was da eventuell kommen mag. Aber momentan muss niemand in Angst und Panik verfallen.“