Wermelskirchen: Krankenpfleger erinnern sich an ihre Anfänge

Krankenpflegeschule Wermelskirchen : Krankenpfleger denken an ihre Anfänge zurück

Ehemalige Klassenkameraden treffen sich 30 Jahre nach ihrem Abschluss.

(resa) Manuela Mitterholzer blickt lachend auf das alte Bild. „Das sind wir“, sagt sie dann, „nur viel jünger.“ Und dann findet sie zu fast jedem Gesicht auf dem alten Abschlussfoto die aktuelle Version am Tisch gegenüber. Fast alle der 14 Absolventen der Krankenpflegeschule, die am 7. September 1989 ihre Zeugnisse bekamen, sind am Freitagabend zum Klassentreffen in die Centrale gekommen – damals waren es zehn Schülerinnen und vier Schüler. Und wenn sie sich das Foto genauer ansehen, dann werden Erinnerungen lebendig. „Das war eine tolle Zeit“, sagt Manuale Mitterholzer. Und dann erzählt sie von diesen riesigen, weißen Hauben, die sie damals als Schwesternschülerinnen tragen mussten. Die älteren Schwestern hätten ganz selbstverständlich die großen Versionen auf dem Kopf getragen. „Wir haben uns von den älteren Schülerinnen dann zeigen lassen, wie wir sie ganz klein falten können“, erzählt sie lachend. Denn schon Ende der 1980er Jahre hätten die Schwesternhauben nicht mehr ins modische Bild gepasst. Aber Regeln waren eben Regeln.

Und bei dem Stichwort fallen den Damen am Tisch noch ganz andere Regeln ein: „Damals gab es die Hallermannschen Leitsätze“, erzählen die ehemaligen Krankenpflegeschülerinnen lachend und versuchen, die Prinzipien, die Dr. Johannes Hallmann seinen Schülern damals mit auf den Weg geben wollte, heraufzubeschwören. So ganz will ihnen das nicht gelingen. Und doch sei der Unterricht prägend gewesen, versichern sie dem Arzt, der auch zum Klassentreffen gekommen ist. Auch Ruth Drees, die damals die Krankenpflegeschule geleitet hat, sitzt mit am Tisch. „Ich weiß noch, dass ich schon damals viel Wert darauf gelegt habe, von Schülerinnen und Schülern zu sprechen“, erzählt sie, „aber damals haben sie darüber gelacht.“ Auch Klaus Schmitz wünschte sich als Lehrer, dass seine Schüler aus dem Psychologie- und Pädagogik-Unterricht fürs Leben lernen können. „Ich habe die Schüler immer ermutigt, den ganzen Patienten zu sehen“, sagt er, „und das Krankenhaus nicht nur als Reparaturwerkstatt für kaputte Organe zu betrachten.“

Auch er sitzt am Freitagabend mit an der langen Tafel und erinnert sich an alte Zeiten – als das Wohnheim noch stand, im Haus A unvergessliche Abschlussfeste gefeiert wurden und viele der Schüler die Basis für ihre spätere Berufslaufbahn legten. „Die meisten sind dabei geblieben“, sagt Manuela Mitterholzer. Einige der ehemaligen Klassenkameraden arbeiten sogar noch im Krankenhaus und verfolgten im vergangenen Jahr mit, wie die alten Gebäude, in denen sie einst gelebt und gelernt hatten, abgerissen wurden. „Wir waren schon ein besonderer Jahrgang“, erzählt Manuela Mitterholzer.n.

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