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Wermelskirchen: Kostenprüfung, weil geplanter Neubau für die Dabringhauser Feuerwehr zu teuer erscheint

Kostenprüfung - geplanter Neubau für die Dabringhauser Feuerwehr zu teuer? : Vorbild Lennep fürs neue Gerätehaus?

Die Kostenkalkulation für das neue Feuerwehrgeräte in Dabringhausen liegt vor: über fünf Millionen Euro. In Lennep kam man beim Bauprojekt mit 1,3 Millionen aus.

Sekundarschule und  Hallenbad bauen, Rhombusfläche erwerben: Die Stadt plant große Investitionen. Aber als jetzt noch die Kostenkalkulation für die neue Feuerwehrwache in Dabringhausen bei Vorstellung des neuen Doppelhaushalts öffentlich wurden, mussten viele Politiker wahrscheinlich schlucken. Auch  Bürgermeister Rainer Bleek behagt die hohe Summe nicht, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung einräumte. 5,2 Millionen Euro soll das Bauvorhaben kosten, inklusive Planungskosten und Geländearbeiten. Die Zahlen sollen nun überprüft werden.

Das hatte Rainer Bleek in seiner Haushaltsrede in der Ratssitzung bereits angekündigt. Die Forderungen kommen auf den Prüfstand, wobei die technischen Anforderungen für eine Feuerwehrgerätehaus eingehalten werden müssen. „In Odenthal ist man auch von den hohen Kosten der geplanten Feuerwache überrascht worden“, berichtete Bleek im Gespräch mit dieser Zeitung.

Hellhörig macht, dass in der Nachbarstadt Lennep eine neue Feuerwache zu einem deutlich geringeren Preis realisiert werden konnte. Der 1,3 Millionen Euro teure Bau an der Karlstraße im Gewerbegebiet am Lenneper Bahnhof wurde im Juli 2018 in Betrieb genommen. Er ist nach den gleichen Plänen wie die Wachen in den Remscheider Stadtteilen Hasten und Lüttringhausen gebaut worden, denn das Ziel der Stadt Remscheid war, mit einem „Mustergebäude“ Planungskosten zu sparen. Auch der Wermelskirchener Stadtverwaltung schwebt vor, eine Art Schablone zu verwenden, nach der auch die anderen geplanten Gerätehäuser errichtet werden können.

Nun gelte es zu ermitteln, worin der Grund für den großen Preisunterschied zwischen dem Neubau in Lennep und dem Dabringhauser Neubauprojekt liegt. Allein die Baukostensteigerung, die jährlich zwischen fünf und neun Prozent liege, könne nicht zu dieser Differenz führen, schätzt Bleek. Auch wenn die Ausschreibung für die Lenneper Wache bereits 2016 erfolgt sei.  

Ein Grund könnten allerdings die aufwendigeren Geländearbeiten und höhere Erschließungskosten sein, die in Dabringhausen anfallen.  Das Grundstück in Lennep ist eben und war erschlossen, in Dabringhausen wird „auf der grünen Wiese“ gebaut, die Geländestruktur ist bewegter. Außerdem können aufgrund der jeweiligen Fahrzeuge und deren Größen die Platzansprüche sehr unterschiedlich ausfallen.

Auf die lange Bank soll das Bauprojekt jedoch nicht geschoben werden. Die Feuerwehr in Dabringhausen braucht eine neue Halle, in die moderne Fahrzeuge passen. Aus dem Doppelhaushalt 2019/20 geht hervor, dass bis zum Jahr 2023 sieben neue Feuerwehrfahrzeuge angeschafft werden sollen – plus eine Drehleiter für den Standort Dabringhausen, deren Kauf mit 740.000 Euro veranschlagt wird. Bereits 2018 seien drei Fahrzeuge stillgelegt worden, in diesem Jahr sei eine Ersatzbeschaffung dringend geboten.

Wie die Feuerwehr weiterhin aufgestellt werden muss, wo nachgebessert werden sollte, wird der aktualisierte Brandschutzbedarfsplan aufzeigen, der nach Aussage des Bürgermeisters in der zweiten Jahreshälfte vorliegen soll.