Konzert in Wermelskirchen Dichter Sound eines irischen Power-Trios

Wermelskirchen · Es war ein ungemein intensives Konzert: Der Dubliner Gitarrist Eamonn McCormack präsentierte im Haus Eifgen Blues-Rock vom Feinsten.

Eamonn McCormack gab im Haus Eifgen das einzige Konzert in NRW.

Eamonn McCormack gab im Haus Eifgen das einzige Konzert in NRW.

Foto: McCormack

Das Warten hat sich gelohnt. Hatte das Konzert des irischen Blues-Gitarristen Eamonn McCormack Anfang des Monats verschoben werden müssen, konnte es am Mittwochabend nachgeholt werden. Das Power-Trio aus Dublin rockte ganz in der Tradition seiner Landsleute Gary Moore und Thin Lizzy – das wurde schon bei den ersten Tönen des krachenden Openers „From Town To Town“ deutlich. Ein brachiales Stück Blues-Rock, das deutlich machte, dass sich hier Virtuosität und Leidenschaft ein Stelldichein gaben, das mit Romantik nur sekundär etwas zu tun hatte. Hier wurde hart und schwitzend gerockt: Die Gitarre hatte gefälligst zu leiden, zu kreischen, zu schreien, die Musik laut zu sein.

Das alles erfüllte das Trio mit seinem dichten Sound, der tief im Blues beheimatet ist. Da waren keine Soundlöcher ausfindig zu machen, der Bass pumpte sie sofort zu, sollte die Gitarre mal nicht ausreichen. Und das Schlagzeug war ja auch noch da. Nicht zu vergessen der eher zweckdienliche, denn wirklich schöne Gesang des Gitarristen, dem allerdings auch eine nicht zu leugnende Leidenschaft innewohnte.

Das alles ergab eine Mischung, die einen bei den Prä-Feiertags-Hammelbeinen packte und allerwenigstens mitwippen ließ. Davon wollten einige Besucher indes gar nichts wissen. Sie standen vielmehr auf und tanzten wild wie weiland in der Disko – damals 1975, als die Haare noch lang und nicht grau waren, zu „Gypsy Woman“ oder „Down And Out“.

Es wurde nicht viel geredet auf der Bühne. Das war aber auch nicht nötig, denn schließlich war die Musik die Hauptperson. Und das auf absolut hohem Niveau. Wermelskirchen konnte sich glücklich schätzen, dass die Iren auf ihrer „30-Länder-Mega-Tour“ in die Stadt zum einzigen Auftritt in Nordrhein-Westfalen kamen. Denn das war wirklich die hohe Schule, die da in knapp anderthalb Stunden zelebriert wurde. Vor allem das viel zu früh verstorbene Gitarren-Genie Gary Moore kam einem beim Sound von Songs wie „Living Hell“ oder „Heal My Faith“ immer wieder in den Sinn. Insbesondere dann, wenn der Gitarrenhals so nachhaltig gewürgt wurde, dass man sich um die Töne beinahe ein wenig Sorgen machte.

Und dann waren da geradezu fröhliche Töne. Etwa in der Hommage an die Flugzeug-Pionierin Amelia Earhart, „Lady Lindy“. „Sie war die erste Frau, die von den USA über den Atlantik nach Europa geflogen ist. Gelandet ist sie in Irland – ein ganz schön langer Weg für ein Guinness“, kommentierte Eamonn McCormack trocken. Und dann stieg er in die positive Nummer mit ihrem treibenden Rhythmus ein, an deren Ende ein Besucher vor Enthusiasmus nicht mehr an sich halten konnte und lautstark „Rock’n’Roll !“ brüllte. Was wiederum von der Band als Aufforderung verstanden wurde, direkt weiterzumachen.

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