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Wermelskirchen: Kohlenmonoxid-Melder warnen vor Gefahr

Heimtückisches Kohlenmonoxid : CO-Melder können Leben retten

Kohlenmonoxid ist Gift für den Körper — und kann unbemerkt zu Beschwerden, gesundheitlichen Spätfolgen oder sogar zum Tod führen. Ein Fall aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis zeigt, wie wichtig Warngeräte sein können.

Mitten in der Nacht zu Montag ist eine fünfköpfige Familie in Bergisch Gladbach im Stadtteil Frankenforst nur knapp einer Kohlenmonoxid-Vergiftung entkommen. Gegen sechs Uhr morgens ging der Notruf bei der Feuerwehr ein – der Kohlenmonoxid-Melder im Wohnzimmer der Familie hatte Alarm geschlagen, vermutlich wegen eines defekten Gasofens. Dank des Alarms konnte die Familie das Haus rechtzeitig verlassen. Doch die Nacht hätte auch tragisch enden können.

Bei Kohlenmonoxid handelt sich um ein giftiges Gas, das weder Geruch oder Geschmack hat und auch nicht sichtbar ist. Auch Symptome wie Husten oder Atemnot treten nicht auf. Außerdem kann das Gift ungehindert durch Wände und Fußböden dringen.

Das Problem kennt auch Holger Stubenrauch, Leiter der Feuerwehr in Wermelskirchen. In der Stadt rückt die Feuerwehr mit durchschnittlich einem Fall in zwei Jahren glücklicherweise selten zu Einsätzen mit Verdacht auf Kohlenmonoxid-Austritt aus. Lediglich an einen größeren Fall vor etwa fünf Jahren erinnert sich Stubenrauch: „Der Grund war eine defekte Gastherme. Mehrere Leute hatten über Kopfschmerzen und Schwindel geklagt.“

Für einen solchen Fall sind die Einsatzkräfte in Wermelskirchen aber gut ausgerüstet: „Wir haben für jeden vorangehenden Trupp, die Einsatzkräfte und für den gesamten Rettungsdienst CO-Warner gekauft“, sagt Stubenrauch. Diese seien an der Kleidung angebracht und warnten frühzeitig bereits vor geringen Mengen an Kohlenmonoxid in der Umgebung. Zusätzlich sei jedes Einsatzfahrzeug mit CO-Messgeräten ausgestattet.

Er weiß um die Gefahren von Kohlenmonoxid: Holger Stubenrauch, Chef der Feuerwehr Wermelskirchen. Foto: Hertgen, Nico (hn-)

Obwohl es nur wenig Einsätze gibt warnt Stubenrauch aber vor dem gefährlichen und heimtückischen Gas. Im Gespräch mit unserer Redaktion beantwortet er deshalb die wichtigsten Fragen zum Thema.

Wie und wo entsteht Kohlenmonoxid? „CO entsteht immer, wenn natürliche fossile Brennstoffe wie Öl, altes Holz oder Benzin verbrennen“, sagt Stubenrauch. Schädlich werde es, wenn diese unvollständig verbrennen und somit mehr Kohlenmonoxid entsteht. Gefahrenquellen können deshalb beispielsweise defekte Kamine oder Öfen, Heizungsanlagen, ein verstopfter Schornstein, verstopfte Abluftrohre von Gasthermen oder Ölheizungen, Grills oder Gasherde sein.

Warum ist das Gas so gefährlich? Kohlenmonoxid verursacht keine Symptome wie Husten oder Atemnot, die ein Warnsignal wären. Betroffene haben Beschwerden wie Schwindel oder Kopfschmerzen – deshalb bleibt ein Gasaustritt oft unbemerkt. Wer nicht rechtzeitig handelt, setzt sich einer immensen gesundheitlichen Gefahr aus, denn Kohlenmonoxid verhindert die Sauerstoffzufuhr im Blut. Je höher die CO-Konzentration im Blut, desto weniger Sauerstoff gelangt in die Lunge oder zum Gehirn. Das führt zu Ohnmacht, gesundheitlichen Spätfolgen oder in tragischen Fällen sogar bis zum Tod.

Wie verhalte ich mich im Notfall? Sollten plötzlich Symptome wie Schwindel oder Kopfschmerzen auftreten, der CO-Melder Alarm schlagen oder eine Gefahrenquelle entdeckt werden, ist wichtig: „Das Haus sofort verlassen und den Notruf wählen“, sagt Holger Stubenrauch. Die Feuerwehr schalte dann unter Atemschutz die Gefahrenquelle ab, lüfte das Haus. Auch Personen im Umfeld sollten informiert und in Sicherheit gebracht werden, da das Gas sogar ungehindert durch Wände gelangt.

Wie kann ich mich schützen? Der einfachste Weg ist die Installation eines Kohlenmonoxid-Melders. „Für den normalen Bürger gibt es keine andere Möglichkeit, CO in der Luft festzustellen“, sagt Stubenrauch. Er empfiehlt, je einen Melder pro Gefahrenquelle anzubringen. „In einem Haus mit einem Pellet-Ofen im Keller würde ich aber mindestens auf jeder Etage einen Melder anbringen. Und, wenn möglich, einen in jedem Schlafzimmer.“

CO-Melder sind im Internet, in Elektro-Fachmärkten oder im Baumarkt erhältlich. Im Internet variieren die Preise zwischen 20 und 50 Euro. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass das Modell von einem anerkannten Prüfinstitut nach DIN EN 50291 Teil 1 geprüft und zertifiziert worden ist. Angebracht werden sollte der Melder mit etwas Abstand zur Gefahrenquelle: „Es wird eine Höhe von einem Meter fünfzig und zwei bis drei Metern Abstand neben dem Kamin, Ofen oder einer anderen Gefahrenquelle empfohlen, weil das Kohlenmonoxid nicht direkt am Gerät hochsteigt, sondern sich sehr schnell verflüchtigt“, sagt Holger Stubenrauch.