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Wermelskirchen Klimawandel bringt trockenen Sommer

Talsperren in Wermelskirchen : Klimawandel bringt trockenen Sommer

Der Wupperverband blickt auf ein besonderes Jahr zurück: Die Wasserabgabe aus der Großen Dhünn-Talsperre an Dhünn wurde reduziert. Zum Wohle der Ökologie wurde viel Wasser aus den Brauchwasser-Talsperren abgelassen.

Auch für den Wupperverband war die Corona-Pandemie eine Herausforderung. Durch eine Vielzahl an vorsorglichen Schutzmaßnahmen ist es aber im gesamten Jahr gelungen, die für die Daseinsvorsorge wichtigen Aufgaben in gewohnter Qualität fortzuführen und gleichzeitig die Belegschaft bestmöglich zu schützen, verkündete jetzt Wupperverbands-Sprecherin Susanne Fischer nach der Verbandsversammlung: „Sowohl das Tagesgeschäft als auch die Projekte und Planungen konnten weitergeführt werden.“

Der Klimawandel wurde besonders deutlich durch die Trockenphase im Sommer. Das ansonsten regenreiche Wuppergebiet erlebte zum dritten Mal in Folge ein außergewöhnlich trockenes Sommerhalbjahr. Zwischen Mitte März und Ende September blieben ergiebige Regenmengen aus. Das Wasserwirtschaftsjahr 2020 lag an der Beispielmessstelle Bever-Talsperre mit einer Jahresmenge von 1143 Litern pro Quadratmeter erneut unter dem Mittel (1.297 Liter).

 Der Hochwasserüberlauf steht immer noch auf dem „Trocknen“. Gerade mal 33,8 Millionen Kubikmeter Wasser sind aktuell in der Talsperre.
Der Hochwasserüberlauf steht immer noch auf dem „Trocknen“. Gerade mal 33,8 Millionen Kubikmeter Wasser sind aktuell in der Talsperre. Foto: Udo Teifel

Einmal mehr waren somit die Wupperverbands-Talsperren gefordert: Die Brauchwasser-Talsperren, u.a. die Wupper-Talsperre, haben über Monate die Wupper mit Wasser unterstützt. So konnte zum Wohle der Ökologie im Fluss der Mindestpegel auch in Trockenzeiten gewährleistet werden. Durch die lange Phase der Niedrigwasseraufhöhung sind die Stauinhalte der Talsperren im Laufe des Jahres deutlich gesunken.

Auch am Stauinhalt der Trinkwassertalsperre Große Dhünn machte sich das dritte Jahr mit außergewöhnlich langer Trockenphase bemerkbar. Vorsorglich hat der Wupperverband den Wasservorrat in der Talsperre wie schon in 2019 geschont. Die Abgabe aus der Talsperre an den Unterlauf der Dhünn wurde zugunsten des Wasservorrats reduziert. Aktuell befindet sich nicht mal 50 Prozent der möglichen Staumenge in der Dhünn-Talsperre.

Die flexible Bewirtschaftung der Talsperre ist eine wichtige Maßnahme, um in Zeiten des Klimawandels sowohl in ausreichendem Maße Rohwasser für die Trinkwasseraufbereitung zur Verfügung stellen zu können, als auch allen anderen wasserwirtschaftlichen Belangen, z. B. der Gewässergüte in der Talsperre und im Unterlauf der Dhünn, gerecht zu werden, so die Sprecherin des Wupperverbandes. Da die derzeitige Genehmigung für den Betrieb der Talsperre eine derartige flexible Abgabe noch nicht erlaubt, hat der Wupperverband im Mai 2020 die Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln begonnen.

Das umfangreiche Hochwasserschutzprojekt des Wupperverbandes am Eschbach in Solingen-Unterburg konnte in 2020 abgeschlossen werden. Die Vertiefung des Bachbetts auf einer Strecke von rund 600 Metern, neue Brücken und sanierte private Ufermauern tragen dazu bei, dass der Bach mehr Wasser führen kann und seltener über die Ufer tritt.

An der Schwelme im Bereich der Schwelmer Eisenwerke laufen seit Juni die Bauarbeiten für eine neue Verrohrung. Diese hat einen doppelt so großen Durchmesser wie die alte Verrohrung und wird den Hochwasserschutz an diesem Hotspot deutlich verbessern.

Im Bereich der Kläranlagen hat der Wupperverband umfangreiche Projekte in Bearbeitung und in Planung. In der größten Kläranlage des Verbandes in Wuppertal-Buchenhofen wird aktuell die Heizzentrale und Elektronische Mess-Steuer-Regeltechnik saniert. Die Aktivitäten betreffen die gesamten wärmetechnischen Anlagenteile, vom Maschinenhaus, Warte, Rechengebäude, Labor bis zur Wärmeeinspeisung der benachbarten Kläranlage Rutenbeck von Bayer.

Die naturnahe Entwicklung der Wupper und ihrer Nebenbäche schreitet weiter voran. In diesem Jahr haben der Wupperverband und die Stadt Wuppertal einen Wupperabschnitt mitten in der Innenstadt naturnah gestaltet. Dies ist ein Hingucker für die Menschen und eine ökologische Verbesserung für die Lebewesen im Fluss.

Das 90-jährige Jubiläum des Wupperverbandes verlief aufgrund von Corona anders als geplant, heißt es im Jahresbericht. An die Stelle von Veranstaltungen, bei denen der Verband den Menschen seine Arbeit vorstellen wollte, traten digitale Alternativen. Eine ausführliche Chronik mit Filmclips, interaktiven Kartenanwendungen sowie Filmclips über Berufsbilder sind auf www.wupperverband.de zu finden.