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Wermelskirchen: Klangvoller Umzug mit Traktoren durch die Stadt

Klangvoller Umzug in Wermelskirchen : „Lichterfahrt“ mit festlich geschmückten Traktoren

Mal ganz anders präsentieren sich am Samstag die bergischen Landwirte: Sie sorgen mit einem klangvollen Umzug für vorweihnachtliche Stimmung vor Seniorenheimen. Die Bitte an die Autofahrer: Bitte nicht ungeduldig werden, dass ein Treckertross im Schritt-Tempo vor ihnen fährt.

Eine kleine Freude und ein wenig Hoffnung – vor allem für die Bewohner der örtlichen Seniorenheime – wollen die Landwirte in der Umgebung mit einer einer „Lichterfahrt“ am heutigen Samstag mit einer einmaligen Aktion im Rheinisch-Bergischen Kreis verbreiten: „Wir fahren heute mit unseren Schleppern die Pflegeheime in Wermelskirchen ab“, sagt Landwirt Torsten Mühlinghaus. „Unsere Fahrzeuge haben wir festlich mit Lichterketten und Weihnachtsdeko geschmückt. Und Weihnachtsmusik spielen wir auch.“ Einer seiner Kollegen sei beispielsweise mit seinem Karnevalswagen dabei.

Insgesamt soll der Umzug dann aus zehn bis 15 Traktoren bestehen. Genau weiß Mühlinghaus das noch nicht, es gebe „schließlich immer ein paar Nachzügler, die sich kurzfristig anschließen“. Start- und Treffpunkt soll am Samstag Bechen in Kürten sein, dann geht es über Halzenberg nach Dhünn und von dort zum Haus Vogelsang. Anschließend fahren die Landwirte die Dhünner und die Berliner Straße hoch, zum Senioren-Park carpe diem. Von dort aus fahren sie das Seniorenheim Haus Regenbogen an. „Und dann geht es quer durch die Innenstadt, über die Telegrafenstraße“, sagt Torsten Mühlinghaus. „In Wermelskirchen müssten wir gegen 18 Uhr eintreffen.“ Stehen bleiben können die Traktoren auf ihrer ganz besonderen Weihnachtsfahrt aber nicht, damit sich keine Menschenansammlungen bilden. Stattdessen geht es im Schritttempo voran, an den Seniorenheimen vorbei.

Die Idee zu der NRW-weiten Aktion hatte die Interessengemeinschaft Land schafft Verbindung (LSV). Im Bergischen Land wird die Traktoren-Fahrt von Mühlinghaus organisiert, der unter anderem die Genehmigung bei der Stadtverwaltung und dem Rheinisch-Bergischen Kreis erwirkt hat. Der Landwirt ein wenig nervös vor der Aktion: „Die Organisation hat mich hundert graue Haare gekostet. Ernsthaft,“ sagt der Milchbauer schmunzelnd, der am Samstag nicht mit seinem eigenen Traktor mitmacht, sondern in einem Begleitwagen darauf aufpassen wird, dass sich alle an die Corona-Richtlinien halten – und auch sonst alles klappt. Er mache sich Sorgen, dass etwas nicht so abläuft, wie er es geplant hat. Die Freude aber überwiegt beim Gedanken an die „Lichterfahrt“. „Ich habe Videos gesehen, von der Aktion in anderen Städten. Wenn es bei uns nur annähernd so toll wird, bin ich zufrieden“, sagt er.

Ziel der Aktion sei, einen Funken Hoffnung in der Adventszeit zu spenden, sagt Torsten Mühlinghaus und lacht dann: „Also nicht auf die Landwirte fluchen am Samstag.“