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Wermelskirchen: Kita Grunewald bekommt zwei neue Gruppen

Erweiterte Kindertagesstätte eröffnet : Kita Grunewald bekommt zwei neue Gruppen

Vier Bauabschnitte hat die Sanierung des Kindergartens in Grunewald gebraucht: Seit Anfang des Monats besuchen 56 Kinder die helle, freundliche Einrichtung.

Wenn Bettina Müller in ihrem neuen Büro sitzt, dann stürmen manchmal Kinder die wenigen Stufen aus dem Garten durch die offene Tür zu ihrem Schreibtisch. Die Kindergartenleiterin freut sich dann über den heiteren Besuch, die Geschichten der Kinder und den freien Blick durch die Tür.

Und manchmal klettern die kleinen Leute dann auch auf einen der Stühle und erzählen Bettina Müller aufgeregt von einer neuen Entdeckung – von den lustigen Wasserhähnen zum Beispiel, die seit Anfang des Monats in den Badezimmern zu finden sind und die wie Enten aussehen oder von den witzigen Sofas in den Gruppenräumen. Die Steppkes erzählen von den vielen verschiedenen Farben, die inzwischen den Kindergarten noch fröhlicher machen, von dem Turnraum oder den gemütlichen Ecken, wo sich die Kleinen zum Entspannen einkuscheln können.

Die Augen der Jungen und Mädchen leuchten beim Erzählen. „Für die Kinder war die Baustellenzeit sehr aufregend“, erzählt die Kindergartenleiterin aus Grunewald, „wir haben alle genau beobachtet, was hinter den Vorhängen passiert und dann gemeinsam das Haus entdeckt.“ Genug Zeit hatten Erzieherinnen und Kinder, um die Baustelle unter die Lupe zu nehmen. Um das alte Schulgebäude in Grunewald in einen modernen und freundlichen Kindergarten zu verwandeln, brauchte es vier Bauabschnitte. Der Kindergartenbetrieb lief immer weiter. „Wir lagen gut in der Zeit“, sagt Hartwig Schüngel, Leiter des städtischen Hochbauamts.

Im vergangenen August hatte die Stadt die Einrichtung von der Lebenshilfe übernommen. „Es gab großen Sanierungsbedarf, auch um die Brandschutzauflagen zu erfüllen“, erinnert Bürgermeister Rainer Bleek. Und weil sich die Stadt damals mit der Lebenshilfe nicht einig wurde, beschloss man, die Kindertagesstätte zu übernehmen und in eigener Regie zu modernisieren. Und dabei von einer auf drei Gruppen auszubauen. Insgesamt 625.000 Euro investierte die Stadt.

Schlüsselübergabe Grunewald von links: Rainer Bleek und Bettina Müller mit Thomas Marner (Technischer Beigeordneter), Dennis vom Hoff (Bauleiter), Andreas Voß, Hartwig Schüngel und Stefan Görnert (Erster Beigeordneter). Foto: Theresa Demski

Der Startschuss für die Arbeiten fiel am 1. Januar 2020. Im Laufe der Zeit nahmen die Arbeiter Wände raus, strukturierten Räume neu, errichteten neue Wände und schufen so einen völlig neuen Kindergarten. Die komplette Technik wurde erneuert, Böden ausgetauscht, Asbest aus den Türrahmen des Obergeschosses entfernt und insgesamt drei neue Kinderbadezimmer eingerichtet. Dazu kam eine große Industrieküche und eine kleine Lernküche für die Kinder. neu sind ein Therapieraum, ein Teamzimmer und Mitarbeitertoiletten.

Statt aus einer kleinen Rumpelkammer, organisiert die Kindergartenleitung nun aus dem hellen Büro am Garten den Alltag. Auch der Eingangsbereich ist neu. „Viele Räume konnten wir vorher gar nicht nutzen“, erzählt Bettina Müller, „jetzt haben wir eine optimale Nutzung dieses großen Gebäudes“. Dazu kommt, dass nun auch die aufwändigen Brandschutzauflagen erfüllt werden: An beiden Seiten des Hauses führen Fluchttreppen aus dem Obergeschoss in den Garten.

„Im Zuge der Arbeiten haben wir auch die Hausmeisterwohnung umgebaut und in den Kindergarten integriert“, erklärt Bauleiter Dennis vom Hoff. Das ermöglicht den zwölf Mitarbeitern, von denen die meisten auch zum alten Team gehören, und den Kindern nun nicht nur einen spektakulären Blick ins Bergische Land, sondern auch ganz neue inhaltliche Möglichkeiten. Bereits im März eröffnete im Kindergarten eine zweite Gruppe, seit Anfang August sind nun alle drei Gruppen in Betrieb – statt 24 Kindern besuchen heute 56 Jungen und Mädchen die Einrichtung in Grunewald, die bisher chronisch überbelegt war.

„Damit kommen wir der Versorgung des gewachsenen Bedarfes an Kindergartenplätzen ein großes Stück näher“, sagt der Bürgermeister. Er gehe davon aus, dass der Bedarf im nächsten Jahr voll gedeckt werden könne – wenn auch die letzten Projekte, die die Stadt auf den Weg gebracht habe, vollständig realisiert worden seien. „Viele Eltern merken aber schon jetzt, dass es leichter wird, einen Kita-Platz für ihre Kinder zu bekommen“, sagt Andreas Voß vom Amt für Jugend, Bildung und Soziales. In diesen Zeiten sei die Stadt sehr froh, wenn sie so große Gebäude wie in Grunewald zur Verfügung habe, die sie ausbauen könne. Die Kinder teilen diese Freude – und stürmen morgens immer noch mit leuchtenden und staunenden Augen in ihre neue Kindertagesstätte.