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Wermelskirchen: Kirmes mit Fragezeichen in Planung

Veranstaltungen in Wermelskirchen : Kirmes mit Fragezeichen in Planung

Die Termine für die Frühjahrs- und die Herbstkirmes stehen fest und die Schausteller sind bereits informiert. Alle Hoffnungen ruhen in der aktuellen Situation darauf, dass es im Sommer wieder möglich sein wird zu feiern.

Für die meisten Wermelskirchener sind es Termine, die fest im Kalender eingetragen sind. Die Frühjahrskirmes mit dem Stadtfest und vor allem die große Herbstkirmes. Im vergangenen Jahr mussten aufgrund der Corona-Pandemie alle großen Veranstaltungen in der Stadt und in den umliegenden Ortschaften abgesagt werden. Und auch in diesem Frühjahr steht noch auf der Kippe, ob die Stadt und Stadtmarketingverein „Wir in Wermelskirchen“ (WiW) eine „Partymeile“ auf die Beine stellen können. „Wir hoffen auf ein Signal vom Ministerium“, sagte Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann im Ausschuss für Kultur, Freizeit und Tourismus am Dienstag. Große Hoffnung mache man sich zwar nicht, dass die Frühjahrskirmes aufgrund der aktuellen Corona-Zahlen vom 13. Mai bis zum 16. Mai stattfinden können, „aber wir planen die Kirmes erstmal, als würde es kein Corona geben“, kündigte Feldmann an. Denn: „Sollte es tatsächlich möglich sein zu feiern, wollen wir vorbereitet sein.“

Absagen könne man schließlich immer, fügte Beigeordneter Stefan Görnert hinzu, „aber wir wollen uns nicht über Versäumnisse ärgern.“ Explizit wies Arne Feldmann in der Sitzung aber darauf hin, dass natürlich Rücksicht auf die Corona-Situation genommen werde: „Wir planen schon jetzt mehr Ausweichflächen für die Besucher ein. An der Eich werden wir beispielsweise nur einseitig Buden aufstellen und auch zwischen der Schulstraße und der Katt werden wir mehr Platz einplanen, damit sich die Gäste mit größerem Abstand verteilen können.“

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Wichtig sei es den Verantwortlichen jedoch gewesen, den Schaustellern ein erstes positives Signal zu senden. „Aktuell sieht es danach aus, dass alle Schausteller, mit denen wir bisher immer zusammengearbeitet haben, die Corona-Krise auch überstanden haben“, sagte Feldmann, der im engen Austausch mit dem Stadtmarketingverein steht, „um gegebenenfalls auch nach Alternativen zu suchen.“ Möglich sei, die Frühjahrskirmes kleiner zu planen oder mit dem „Markt der Möglichkeiten“ eine Veranstaltung auf dem Rhombus-Gelände vorzubereiten. „Das ist aber natürlich alles abhängig von der Pandemie.“

„Ich bin zwiegespalten“, gab Henning Rehse (WNKUWG) in der Sitzung offen zu, „Ich bin froh, dass geplant und nicht heute schon abgesagt wird. Aber der Gesundheitsschutz muss beim allem ganz oben stehen.“ Die Chancen für die Frühjahrskirmes schätze er deshalb eher klein ein, „aber wenn die Herbstkirmes nicht stattfinden kann, weil das Land mit dem Impfen nicht hinterherkommt, bin ich sauer.“

Ausschuss-Vorsitzender Oliver Platt (Büfo) hatte ein Zitat parat, das gerne Martin Luther zugeschrieben wird: „Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen“, sagte er als Erklärung, warum schon jetzt an die traditionellen Veranstaltungen gedacht werde, die auch ein kleiner Hoffnungsschimmer sind sollen: „Es ist wichtig, dass die Wermelskirchener ein Ziel vor Augen haben dürfen. Als Signal, dass eine Kirmes stattfinden wird, wenn die Pandemie es zulässt.“ Er erinnerte daran, dass vor genau einem Jahr die Entscheidung gefallen ist, dass alle Großveranstaltung abgesagt wurden. Auch jetzt wolle niemand ein Gesundheitsrisiko eingehen. Ziel sei es eher, gedanklich erste, kleine Schritte für die Zeit nach der Pandemie zu gehen.

„Natürlich wollen wir planen“, stimmte auch Karl-Heinz Wilke (CDU) zu: „Aber man darf die Erwartungshaltung nicht zu hoch schrauben. Wenn es uns nicht gelingt, genügend Menschen zu impfen, kann die Kirmes nicht stattfinden.“ Zumindest die im Frühjahr nicht. Hoffnung gebe es aber für die Herbstkirmes, die im Kalender von 27. bis 31. August eingetragen ist. Für Bürgermeisterin Marion Lück und ihre beiden Schwestern stehe das letzte August-Wochenende übrigens immer als Termin fest: „Keine von uns dreien würde jemals im Traum auf die Idee kommen, am Kirmes-Wochenende in den Urlaub zu fahren.“ Die Herbstkirmes im Spätsommer wäre ein schöner Anlass, „wieder zu feiern und alte Freunde und Bekannte wiederzusehen.“