Wermelskirchen: Kinderstadt der Kattwinkelschen Fabrik wählt Stadtrat

Katt-Kinderstadt-Stadtrat : Bürger der Kinderstadt wählen ihren eigenen Stadtrat

Das dritte Jahr in Folge liegt der Stadtratsvorsitz bei dem zweiwöchigen Schulferienprojekt in der Wermelskirchener Kattwinkelschen Fabrik in weiblicher Hand. Im Wahlkampf überzeugten Argumente wie Eis und Partys.

Was Ursula von der Leyen für das EU-Parlament und Annegret Kramp-Karrenbauer für das Verteidigungsministerium sind, ist Matilda Berg für die Wermelskirchener Kinderstadt: Frauen in Führungspositionen. Die Zehnjährige hat als Bürgermeisterin das Ruder über das Ferienprojekt für Jungen und Mädchen im Alter zwischen sechs und elf Jahren übernommen. Sie setzte sich gegen drei weitere Kandidaten durch. Diese bilden mit sechs anderen Kindern, die sich freiwillig für die politische Arbeit entschieden haben, den Katt-Kinderstadt-Stadtrat.

„Es war ein sehr knappes Ergebnis, deshalb ist es auch gut so, dass alle Kandidaten im Stadtrat vertreten sind und so mit entscheiden können“, sagte Anna vom Stein, Betreuerin des Stadtrats, bei der Bürgerversammlung, zu der sich alle Kinderstadt-Teilnehmer und Betreuer täglich in der kleinen Halle der Katt einfinden. Tosender Applaus schallte der neuen Bürgermeisterin entgegen, als Anna vom Stein den Namen Matilda als Wahlsiegerin in die Menge rief.

Mit der Wahl von Matilda Berg bleibt das Bürgermeisteramt der Kinderstadt im dritten Jahr in Folge in weiblicher Hand, denn schon in den beiden Vorjahren amtierte bei dem Sommerschulferien-Projekt ein Mädchen. Eines der überzeugenden Argumente, mit denen Matilda Berg im Wahlkampf punkten konnte, benannte sie im Gespräch mit unserer Redaktion: „An einem heißen Tag gibt es Eis für alle.“ Dieses Versprechen wog bei der Wahl mindestens genauso viel, wie die Wahlpartys, die Matilda Berg und Mitbewerberin Luisa Freiberg ausrichteten: Dabei gab es Snacks und Musik zum Tanzen. Vincent Waaler, der ebenfalls für das Bürgermeisteramt kandidierte, setzte auf klassische Wahlwerbung und plakatierte eifrig seinen Namensschriftzug in der Kinderstadt. Für die kommenden Tage brachte Vincent Waaler gleich nach der Gratulation und Vereidigung durch Bürgermeister Rainer Bleek eine Idee in den Stadtrat ein: Er möchte für die Kinderstadt eine Sammlung à la Guinessbuch zusammenstellen, in denen Kinderstadt-Rekorde aufgezeichnet werden: „Dafür können alle Kinder ihre Ideen einbringen, ihre Rekorde aufstellen und versuchen, diese zu überbieten.“

Aktuell arbeitet der Stadtrat an einem weiteren Projekt: Die zehn Mitglieder gestalten Vorschläge für ein eigenes Kinderstadtwappen und wollen diese dann der Vollversammlung zur Abstimmung vorstellen. Außerdem haben sie Fragen vorbereitet, die sie am Freitag, 19. Juli, den Bürgern der Stadt stellen wollen. Dann ist der Kinderstadtrat bei Bürgermeister Rainer Bleek zur Rathausbesichtigung und zum Pizza-Essen eingeladen. Neben Matilda Berg besteht der Kinderstadtrat aus Vincent und Laszlo Waaler, Luisa Freiberg, Felix Imhof, Luca Plasberg, Verena Cziudaj, Emma Becker sowie Inga und Nele Matthies.

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