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Wermelskirchen: Keine Gefahr durch Altlasten auf dem Rhombus-Gelände

Mobile Redaktion : Altlasten auf dem Rhombus-Gelände sollen keine Gefahr sein

Jedes Mal, wenn Klaus Förster am Rhombus-Gelände vorbeifährt, rätselt er über die Schadstoffbelastung. Welches Gesundheitsrisiko bergen die Reste? Am gestrigen Dienstag nutzte er die Gelegenheit, nachzufragen.

Klaus Förster stattet der Mobilen Redaktion einen Besuch ab, um die brennenden Fragen an Eigentümer und Politiker zu stellen. „Zuletzt hat uns das Thema sehr beschäftigt, als wir unser Haus am Rande des Musikerviertels verkauft haben“, erzählt Förster. Damals habe er einen Gutachter beauftragt – auch um die Werte zu testen. „Das beschäftigt uns im Wohngebiet“, sagt er. Der auswärtige Experte habe schon bei seiner Ankunft nach der Ruine an der Bundesstraße gefragt und ganz klar gemacht, dass der Schrottbau abgetragen werden müsse. „Kritische Werte hat er am Ende nicht feststellen können“, erzählt Förster. Aber die Warnung des Experten blieb. Allerdings gibt Miteigentümer Sven Schulte Entwarnung: Ein Gutachten habe ergeben, dass das Gelände gesichert sei, Altlasten – etwa von der ehemaligen Betriebstankstelle – seien im Boden verkapselt. Es gehe keine Gefahr von dem Gelände aus, so der Mit-Eigentümer. Währenddessen wird aber auch deutlich: Sollte die Stadt eines Tages übernehmen, werde ein neues Gutachten erstellt.

Am Rand der Diskussionsrunde von Politikern, Miteigentümern und interessierten Bürgern steht auch Claus Füllhase. „Ich kann das nicht mehr hören“, erklärt der Wermelskirchener, „es gibt keine Schadstoffe.“ Er habe 45 Jahre in der Schulte-Fabrik gearbeitet. „Ich wüsste doch, wenn da irgendwelche Schadstoffe ausgetreten wären“, sagt er und wünscht sich eine blühende Zukunft für das Areal. Seinem Ärger darüber, dass ein Plan nach dem anderen scheitere, macht er in der Mobilen Redaktion Luft. „Immer wenn die Investoren von möglichen Altlasten hörten, waren sie weg“, sagt er und macht dem Stadtrat den Vorwurf, nicht längst aktiv geworden zu sein.

Wenn es nach ihm gehe, würde die Stadt das Gelände kaufen und die Planungen übernehmen. Das alte Gebäude müsse abgerissen werden, um dann von vorne anfangen zu können. „Mir würde es gefallen, wenn dort ein großer Kirmesplatz entstehen würde“, sagt er. Das Allerwichtigste für künftige Planungen sei ihm: Es muss eine Idee sein, von der die Menschen in Wermelskirchen profitieren. Deswegen hält er sowohl Hotel als auch Fachhochschule für unglücklich. „Wer will zum Studieren nach Wermelskirchen fahren?“ fragt er. Stattdessen könne in den intakten Teil der Fabrik ein Möbelhaus einziehen – mit guter Anbindung und viel Platz zum Parken. „Oder ein großer Indoor-Spielplatz für Tage mit schlechtem Wetter könnte hier entstehen“, schlägt er vor. Die Hoffnung darauf allerdings, dass sich an der Dellmannstraße bald etwas tut, hat er schon fast aufgegeben – selbst nach den Signalen der Akteure in der Mobilen Redaktion.