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Wermelskirchen: Kattfabrik ist für viele Jugendliche das Wohnzimmer

Sanierung des Baudenkmals : „Die Kattfabrik ist für viele Jugendliche das Wohnzimmer“

  Wohin nach der Schule? Für einige Jugendliche ist es nicht das eigene Zuhause oder der Sportverein, sondern die Kattfabrik. Dort, im pädagogischen Bereich der Kattwinkelschen Fabrik, sind sie gut aufgehoben  – diesen Eindruck gewannen die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses, als das Kattfabrik-Team  die Arbeit und vielfältigen Angebote im Kinder- und Jugendbereich sowie der Jugendkunstschule vorstellte.

Leiterin Katja Töbelmann, Kolja Pfeiffer, Jan Maquardt, Kathrin Schubert  und Linda Bersch sowie Honorarkräfte  finden offenbar den richtigen Mix  aus Angeboten zum Mitmachen und offenen Treffs, die den Jugendlichen Ansprache und Anregung bieten, aber auch viel Freiraum zur Entdeckung und Entfaltung eigener Fähigkeiten.

Rund zwei Dutzend Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren sowie circa 50 Jugendliche  suchen wochentags die Kattfabrik auf, an den Wochenenden sind es bis zu 100 Jugendliche, sagte Kolja Pfeiffer. „Darunter sind viele Stammgäste. Sie kommen schon über einige Jahre zu uns. Der Jugendtreff ist ihr Wohnzimmer.“ Mit allerlei Sorgen und Problemen im Gepäck, aber auch mit Stärken und Fähigkeiten, die es zu fördern gilt. „Wir schauen wertfrei auf die Jugendlichen und gehen individuell auf sie ein.“ Das Kattfabrik-Team sehe sich eher in der Rolle von Moderatoren, die den Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung aufzeigen und ein offenes Ohr für sie haben. So bietet es künstlerische und handwerkliche Workshops, Nähen, Backen, Singen, Sport, ein offenes Bandprojekt oder auch Ferienprojekte wie eine Alpenüberquerung. „Einige haben noch nie das Meer gesehen“, berichtete Kathrin Schubert. Was die Kattfabrik nicht leisten könne, sei eine Hausaufgabenhilfe, sagte Kolja Pfeiffer auf Nachfrage von  Rüdiger Metzner (FDP).

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Petra Weber (SPD) lobte das „beeindruckende Angebot“ und fragte, was denn die Kattfabrik noch benötige, was fehle, was die Politik für die Einrichtung leisten könne  – das war das Stichwort für Kolja Pfeiffer: „Es ist teilweise in den Räumen sehr eng. Die Anforderungen an das Gebäude steigen.“ In diesem Zusammenhang kündigte Thomas Marner, Technischer Beigeordneter, an, dass mittelfristig auf die Stadt eine hohe Summe zukommen werde, um das denkmalgeschützte Gebäude von Grund auf zu sanieren.