Wermelskirchen: Jung-Parlamentarier wollen Stadtreinigung nach vorne bringen.

Jungparlamentarier auch an ernsten Themen interessiert : KiJuPa will „neue“ Straßenreinigung

Ein Jahr nach der Konstitution hat das Kinder- und Jugendparlament die Kennenlern-Phase abgeschlossen. Für die Jung-Parlamentarier steht die zügige Umsetzung des Jugend- und Freizeitparks ganz oben auf der Prioritätenliste.

Wer meint, ein sauberes Erscheinungsbild der Stadt sei ein Thema, das lediglich die älteren „Semester“ interessiert, wird durch das aktuelle Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) Wermelskirchens eines Besseren belehrt. Im ersten Jahr der vierjährigen Legislaturperiode nach der Konstitution im Herbst 2017 haben die 23 KiJuPa-Mitglieder eine Arbeitsgruppe (AG) „Straßenreinigung“ gegründet. „Allerdings muss diese AG das Thema noch weiter ausarbeiten“, sehen KiJuPa-Sprecherin Kim Cürlis und der „dienstälteste“ KiJuPa-Parlamentarier Leon Wolff diesen Themenschwerpunkt der Kinder- und Jugendvertreter noch ganz am Anfang. Andere Projekte seien weiter, bestünden länger, würden fortgesetzt: „Dazu zählt die intensive Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendbereich der Kattwinkelschen Fabrik sowie mit dem Seniorenbeirat.“

Schließlich sei es ganz natürlich, dass das erste Jahr nach der Wahl des KiJuPa im Zeichen des Kennenlernens und des Lernens von Abläufen stehe. So gab es bereits eine Seminarfahrt der Jung-Parlamentarier zum gegenseitigen „Beschnuppern“ und eine zum Erlernen von Systematiken in unserem politischen Gesellschaftssystem mit Demokratie-Planspielen. „Dabei haben wir aufgelistet, welche Themen uns am Herzen liegen und welche Priorität sie haben“, berichten Kim Cürlis und Leon Wolff: „Eine zügige Umsetzung des Jugend- und Freizeitparks steht ganz oben auf der Liste. Zusätzlich wollen wir die Stadtreinigung nach vorne bringen.“ Ideen wie verschiedene Arten von Mülleimern seien genauso genannt worden wie „mal etwas anderes als langweilige Wiesen“.

Um diese Vorschläge in dem passenden Gesamtkontext zu sehen, beschäftigt sich der 19-jährige Leon Wolff intensiv mit dem Interkommunalen, Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept  von Wermelskirchen sowie Burscheid (IKEHK 2030) und besuchte als KiJuPa-Vertreter die entsprechenden Informationsveranstaltungen. „Wenn wir bei solchen Treffen dabei sind, berichtet derjenige im KiJuPa davon, damit alle informiert sind. Das KiJuPa tagt vier Mal im Jahr“, sagt Leon Wolff, der sich seit 2009 im Kinder- und Jugendparlament engagiert.

Auch wenn ihm die Durchführung der „Kids-Disco“ in der Kattwinkelschen Fabrik wichtig ist, hat Leon Wolff eine Erfahrung gemacht: „Die Kinder interessieren sich nicht nur für Party und lustige Dinge, sondern setzen sich gerade bei ernsthaften Themen ein.“ Das hätte sich bei der Mitwirkung des KiJuPa an der „Wider Rechts“-Woche, beim „Internationalen Tag“ und beim Weltkindertag gezeigt. „Davon sind wir nach wie vor positiv überrascht“, stellen Leon Wolff und Kim Cürlis fest. Die aktuelle Sprecherin ist seit fünf Jahren im KiJuPa aktiv. Die beiden Gymnasiasten gehören zu den „älteren“ Parlamentariern – für das Duo ist klar: Sie erleben gerade ihre letzte Legislaturperiode im KiJuPa, da sie zum Zeitpunkt der nächsten Wahl volljährig sind und damit nicht mehr kandidieren dürfen: „Das KiJuPa richtet sich in erster Linie an Zwölf- bis 15-Jährige. Es braucht jedoch einen Mix aus Jüngeren und Erfahreneren.“ Entscheidend sei, dass ein Zusammenhalt im KiJuPa bestehe, dass keine Barriere oder Hemmungen bestünden. Kim Cürlis lächelt: „Als ich im KiJuPa angefangen habe, war ich zwölf. Heute sehe ich, wie klein ich damals war.“ Bedeutung hätten die Freundschaften, die sich über das KiJuPa hinaus ergeben: „Wir reden ja auch privat miteinander, nicht nur auf Sitzungen.“

Mit Blick auf das Ende der Legislatur in 2021 betonen Kim Cürlis und Leon Wolff: „Die aufgegriffenen Themen wollen wir gerne fertig ausarbeiten. Und die bestehenden Kooperationen sollen beständig mit Leben gefüllt sein, damit das künftige KiJuPa darauf aufbauen kann.“

Auf einer Fortbildung in Münster lernten die KiJuPa-Vertreter die Arbeit im Jugendhilfeausschuss kennen. Und: Dass es Kommunen gibt, in denen das KiJuPa im Jugendhilfeausschuss nicht nur wie in Wermelskirchen eine beratende Stimme, sondern Stimmrecht hat. „Das KiJuPa kann und darf sich in Wermelskirchen einbringen, wir werden angehört“, beklagen sich Kim Cürlis und Leon Wolff nicht, aber: „Wir würden gerne mehr zu sagen haben. Im Jugendhilfeausschuss sind wir nur beratend vertreten, obwohl dort über uns abgestimmt wird.“

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