Wermelskirchen: Jugendliche werfen Steine und Böller

Schulabschlussfeier in Wermelskirchen eskaliert: Jugendliche werfen Steine auf Polizisten

Rund 150 junge Leute wollten auf dem Ascheplatz den Schulabschuss feiern. Die Party eskaliert. Polizei und Ordnungsamt werden gerufen. 30 Schüler werden aggressiv, als Platzverweise folgen. Ermittelt wird wegen Landfriedensbruch.

Eine Party zum Schulabschluss ufert am Donnerstagabend dramatisch aus. Am Ende sprechen Polizei und Ordnungsamt von einer Aggressivität und Respektlosigkeit, die sie so noch nie in Wermelskirchen erlebt haben – was sich in der Nacht zu Freitag abgespielt hat, habe eine „ganz andere Qualität“ als in den Vorjahren, als Wermelskirchener Jugendliche traditionell gemeinsam ihren Schulabschluss feierten. Die Polizei ermittelt nun nach dieser Eskalation wegen Sachbeschädigung, Beleidigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und auch wegen Landfriedensbruch – Straftaten, die mit Freiheitsstrafe geahndet werden.

Das spielte sich am Donnerstagabend laut Polizei ab: Immer mehr Jugendliche versammelten nach Polizeiangaben auf dem Aschenplatz unterhalb des Hallenbades am Quellenweg, um ihren Schulabschluss zu feiern. Ab etwa 22 Uhr häuften sich Beschwerden von Anwohnern, die sich in erster Linie in ihrer Ruhe gestört fühlten. Sie wiesen die Polizei auf den augenscheinlich hohen Alkoholkonsum auf dem Sportplatz hin. Gemeinsam mit alarmierten Kräften der Ordnungsbehörde Wermelskirchen, rückten die Polizei gegen 22.45 Uhr aus. Auf dem Platz ging es bereits heiß her. 150 Feiernde im Alter von 18 bis 21 Jahren, auch von Jüngeren ist die Rede, lärmten und grölten. Der Sportplatz war mit Müll und Glasscherben übersät. Um die wilde Party einzudämmen, „sprachen wir Platzverweise aus“, berichtete Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann, der mit drei Mitarbeitern vor Ort war, auf Nachfrage dieser Redaktion. Alle sollten das Feld räumen, aber nicht jeder folgte dem Hinweis. Vielmehr gingen der Polizei zufolge von einer Gruppe von etwa 30 Personen verbale Aggressionen und Beleidigungen aus.

Die Jugendlichen verzogen sich in Richtung Hüppanlage. Im Schutz des Gebüschs warfen sie Steine in Richtung der Beamten. Böller wurden gezündet. Es hagelte üble Beleidigungen. Alle Einsatzkräfte zogen sich zunächst zurück und forderten Verstärkung an. Nach Eintreffen mehrerer Streifenwagen aus Wuppertal, einschließlich eines Diensthundeführers, wurden die Platzverweise dann durchgesetzt; die Einsatzkräfte trugen Schutzhelme. Schließlich flüchteten die Jugendlichen Richtung Innenstadt.

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In den folgenden Stunden gingen aus dem gesamten Stadtgebiet noch vereinzelte Anrufe mit Beschwerden über grölende Gruppen ein. Dank der innenstadtweiten, verstärkten Polizeistreifen konnte aber auf weitergehende Maßnahmen verzichtet werden,m heißt es. Erst gegen 3 Uhr kehrte überall Ruhe ein. „Es war erschreckend zu sehen, dass auch 16-, 17-Jährige nachts grölend und lärmend durch die Stadt zogen“, sagte Feldmann.

Der Leiter der Polizeiwache Burscheid, Andreas Weilermann, zeigte sich entsetzt: „Ich bin wirklich schockiert. Diese Form der sozialschädlichen Grenzüberschreitung sowie das aggressive Verhalten gegenüber den einschreitenden Ordnungskräften ist jetzt und in der Zukunft durch und durch inakzeptabel. Nur durch die enge Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt und der Unterstützung durch Beamte aus Wuppertal, konnte noch Schlimmeres verhindert werden. Zum Glück wurde niemand verletzt.“ Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Ermittelt wird nun, welche Schüler welcher Schule an der wüsten Party beteiligt war. Die Polizei hatte Personalien aufgenommen, als sie Jugendliche, die offensichtlich an der Randaliererei beteiligt waren, in der Stadt aufgriffen. Weilermann: „Es waren 15- bis 17-Jährige.“ Bereits gestern Vormittag führten Feldmann und Weilermann Gespräche im Gymnasium Wermelskirchen. „Ja, es wurden in der Nacht auch Personalien von einigen unserer Schüler aufgenommen“, sagt Elvira Persian, kommissarische Schulleiterin, auf Nachfrage ganz offen. Darunter waren auch Neuntklässler. Da es gestern kurz vor Schulschluss war, konnten die beiden Gäste nur zwei Klassen besuchen, um Schülern unmissverständlich aufzuzeigen, wo die Grenzen des Feierns liegen und mit welchen Konsequenzen zu rechnen ist, wenn man diese überschreitet. Vereinbart zwischen Schule, Polizei und Ordnungsamt wurde, dass im nächsten Jahr vor Schuljahresende präventive Arbeit im Gymnasium geleistet. Persian: „Ich bin entsetzt, welche Dimension die Feier in der Hüppanlage angenommen hat.“

(pd)