Wermelskirchen: Jugendbeauftragte will mit Schulen kooperieren.

Jugendbeauftragte will mit Schulen kooperieren : SSV will Kooperation mit Schulen stärken

Der Stadtsportverband führte das Amt des Jugendbeauftragten neu als Vorstandsposten ein. Magdalena Antosik übernahm die Position. Eine Idee: Mit einem Freiwilligen Jahr soll das Problem des Trainermangels gelöst werden.

Jürgen Weiher wäre nicht der als strategisch und unternehmerisch denkend bekannte Mann, wenn er nicht vor der Niederlegung des Stadtsportverbandvorsitzes (2017) einige Weichen gestellt hätte. So fand er in 2017 mit Klaus Junge nicht nur einen Nachfolger, sondern holte bereits vor drei Jahren Magdalena Antosik ins Boot, damit jemand den Anteil des Stadtsportverbandes (SSV) beim Stadtjugendsportfest übernimmt. Das hat die 34-Jährige gerade gut organisiert hinter sich gebracht, im Frühling wählte sie die Jahreshauptversammlung des SSV zur Jugendbeauftragten in den Vorstand. Diese Position gab es im SSV-Vorstand bislang nicht, mit der Einführung geht die geplante Auflösung des Stadtsportjugendvereins einher. Mit der Bereitschaft, das Amt zu übernehmen, verbindet Magdalena Antosik klare Ziele, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte.

„Die Auflösung der Stadtsportjugend als eigenständige Organisation, die demnächst ansteht, macht Sinn. Wir brauchen keine zwei Vereine – das verursacht unnötigen Verwaltungsaufwand“, meint Magdalena Antosik. Parallel zum Stadtsportverband habe der Jugendverein eh zuletzt nichts mehr bewirkt und existiere nur noch auf dem Papier: „De facto kann alles über den Stadtsportverband organisiert werden.“ In der kurzen Zeit nach der Amtsübernahme habe sie schon bemerkt, dass ihre Rolle als Vorstandsmitglied für beide Seiten sinnvoll und logistisch einfach sei: „Die kurzen Wege funktionieren für mich als Jugendbeauftragte und für den Stadtsportverband.“

Die begeisterte Sportlerin (Schwimmen, Badminton, Laufen, Geräteturnen) arbeitet beruflich als selbstständige Ergotherapeutin. Die gebürtige Danzigerin, die 1988 mit ihren Eltern und ihren beiden Schwestern nach Wermelskirchen kam, wurde nach eigenen Angaben „sportlich erzogen“ und gehört seit 25 Jahren dem Wermelskirchener Turnverein (WTV) an. Sie lebte zwischenzeitlich acht Jahre in Köln, studierte dort Sozialarbeit, was ihr als Übungsleiterin im Schwimmsport zugute kommt.

„Als Jugendbeauftragte will ich die Kooperation des SSV mit den Wermelskirchener Schulen stärken“, betont Antosik, die die Federführung beim Stadtjugendsportfest kurz nach ihrer Rückkehr aus Köln nach Wermelskirchen übernahm. Wichtig ist ihr die Zusammenarbeit und nennt Lehrer Thorsten vom Stein, der im Frühling neu zum SSV-Sportabzeichenobmann gewählt wurde, als Beispiel.

Auf ein Problem der Sportvereine legt Magdalena Antosik in Zukunft besonderes Augenmerk: „Wir brauchen mehr Nachwuchs bei Trainern und Übungsleitern, denn ohne sie kann ein Verein nichts leisten und bieten.“ Lösungsmöglichkeiten bezieht die Jugendbeauftragte aus ihrer eigenen Biografie: „Mitarbeiter könnten im Rahmen vom Freiwilligen Sozialen Jahr gewonnen werden.“ Das FSJ sei für junge Menschen attraktiv, weil es etwas Geld bringe, sich gut im Lebenslauf mache und als Wartesemester anerkannt würde. Nach dem Fachabitur absolvierte Magdalena Antosik selbst ein FSJ beim Kreissportbund in Bergisch Gladbach, wodurch sie mit Jürgen Weiher in Kontakt kam.

Keinesfalls stoße sie bei den „alten Hasen“ des SSV auf „taube Ohren“, freut sich Magdalena Antosik: „Frischer Wind ist willkommen.“ Das Ehrenamt sehe sie als „positiven Stress“ an: „Natürlich nimmt das freie Zeit ein, aber das bin ich, das gleicht mich aus.“ Kinder- und Jugendförderung liegen der 34-Jährigen am Herzen: „Der Nachwuchs gibt unheimlich viel Rückmeldung. Das geht es bei uns Übungsleiterin nicht nur um die Vermittlung von sportlicher, sondern auch von sozialer Kompetenz. Und manchmal spenden wir schlicht Trost.“ Unter dem Strich seien die Fortschritte der Kinder die entscheidende Motivation für sie.

Als leidenschaftliche Schwimmerin beobachtet Magdalena Antosik die Entwicklungen rund um das Wermelskirchener Quellenhallenbad genau: „Wir, die täglich ein Schwimmbad benötigen, sollten bei den Neubau-Planungen einbezogen werden – die Vereine müssen dazu gehört werden.“