Wermelskirchen: Jubelkonfirmanden treffen sich nach Jahrzehnten wieder

Jubelkonfirmation in Wermelskirchen : Wiedersehen 50 Jahre nach der Konfirmation

In den Ortsteilen Hünger und Dhünn feierten am Sonntag zahlreiche Jubelkonfirmanden festliche Gottesdienste.

Als Magdalene Dehler am Sonntagmorgen vor der Kirche in Hünger aus dem Auto stieg, da musste sie an jenen stürmischen Frühlingstag vor 50 Jahren denken. Damals hatten sie und ihre Freundinnen nach dem feierlichen Konfirmationsgottesdienst Aufstellung für das Gruppenfoto bezogen – und plötzlich kam eine Windböe. Magdalene Dehler holte das alte Foto aus ihrer Tasche: „Der Wind ist uns in die Haare gefahren“, erzählte sie und lachte. Zur Jubelkonfirmation am Sonntagvormittag in Hünger wurden die Jubilare mit Sonnenschein empfangen, von Wind keine Spur.

Fast 20 Jubelkonfirmanden, die vor 50, 60, 65 und 70 Jahren in Hünger konfirmiert worden waren, kamen zu dem feierlichen Erinnerungsgottesdienst. Der Posaunenchor spielte und die Gemeinde feierte gemeinsam mit den Jubilaren Abendmahl. „Dafür bekamen sie damals als Jugendliche die Zulassung“, erinnerte Pfarrerin Almuth Conrad. „Deswegen feiern wir das Abendmahl auch zur Jubelkonfirmation.“ Nach dem Gottesdienst lud die Gemeinde zum gemeinsamen Mittagessen, Kaffeetrinken und Erinnern ins Gemeindehaus ein.

Diese Jubelkonfirmanden trafen sich im Gemeindehaus Hünger. . Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Magdalene Dehler traf dort auch auf Irmtraud Seinsch, Burkhard Markus und Brigitte Hallenberg, mit denen sie damals gemeinsam ihre Konfirmation gefeiert hatte. Währenddessen blickte sich Pfarrerin Conrads zufrieden in der munteren Runde um: „Auch Menschen, die länger nicht den Weg in den Gottesdienst gefunden haben, bekommen heute noch mal das Gefühl: Wir gehören dazu.“

Dieses Gefühl dürften auch die Jubelkonfirmanden in Dhünn am Sonntagvormittag empfunden haben. Gemeinsam mit Pfarrer Reinald Rüsing erinnerten sich fast 70 Teilnehmer an ihren großen Tag in der Dhünner Kirche. Der Männerchor gestaltete den Gottesdienst mit und Pfarrer Rüsing erinnerte an die Taufsprüche der Goldkonfirmanden. Und: Er hatte Urkunden im Gepäck. „Viele Menschen dieser Generation haben eine enge Bindung an diese Kirche“, erklärte er. „Hier wurden sie getauft, konfirmiert und hier haben sie geheiratet.“ Manche blieben danach in Dhünn, andere gingen. Zur Jubelkonfirmation am Sonntag kehrten sie zurück – selbst ein Jubilar aus Stuttgart reiste an. „So wird dieser Tag dann auch zu einem großen Wiedersehen“, sagte Rüsing.

Als einer der ältesten Jubilare feierte Paul Gerhard Distel (89) mit, der 1944 in Dhünn konfirmiert worden war. „Wir durften uns damals nicht viel erlauben“, erzählte er schmunzelnd. Weil der Pfarrer im Krieg war, übernahm Schwester Emma Schütz die Gruppe der Jüngeren, für die Älteren reiste der Pfarrer aus Wermelskirchen an. „Wir haben viel auswendig gelernt“, erzählte Distel. Und auch Friedhelm Müller, der fünf Jahre später konfirmiert wurde, erinnerte sich gerne an seinen Konfirmandenunterricht in einer großen Gruppe. „Die Jahre sind dahingelaufen“, stellte Paul Gerhard Diestel schließlich fest. Dieser Meinung sind viele der Jubilare, die sich im Gemeindehaus auch über das austauschten, was sich seit ihrer Konfirmation verändert hat. 

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