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Wermelskirchen "Johna"-Konzert als Balsam für die Seele

„Couchgeflüster“ in Wermelskirchene : Konzert als Balsam für die Seele

Mit 50 Besuchern erreichte das jüngste „Couchgeflüster“-Konzert in der Kattwinkelschen Fabrik die in Corona-Zeiten maximal zulässige Publikumsgröße.

Das auf ein Minimum gedimmte Saallicht, das Leuchten der Teelichter und das mit Hygiene-Abstand in Grüppchen auf Stühlen sitzende Publikum sorgen bei den „Couchgeflüster“-Konzerten in der Kleinen Halle der Katt für eine besondere Atmosphäre: Obendrein trägt die akustisch perfekt auf den Raum abgestimmte Ton-Anlage einen nicht unwesentlichen Teil dazu bei, dass sich die Zuhörer den Akteuren ganz nah fühlen – da ist jeder Atemzug hörbar. So auch beim Konzert des Duos „Johna“, dass mit 50 Besuchern die in Corona-Zeiten maximal zulässige Publikumsgröße erreichte — „ausverkauft“, stellte Kolja Pfeiffer fest.

Der Mitarbeiter im Kinder- und Jugendbereich reaktivierte die „Couchgeflüster“-Reihe gemeinsam mit Linda Bersch (Jugendkunstschule) unmittelbar nach dem Lockdown. Die beiden Organisatoren dürfen sich auf die Fahne schreiben, die ersten gewesen zu sein, die in Wermelskirchen im Zuge der Lockerungen der Corona-Regeln wieder die ersten Konzerte vor Publikum auf die Beine stellten.

Beim jüngsten „Couchgeflüster“-Abend schlüpfte Kolja Pfeiffer gleich in mehrere Rollen. Neben den üblichen Aufgaben der Vorbereitung, beim Einlass und als Ton-Mischer stand er dieses Mal auch auf der Bühne. Bei „Johna“ begleitet Kolja Pfeiffer seine Lebensgefährtin Nadine Krämer, die als Komponistin und Sängerin mit Akustikgitarre die Speerspitze von „Johna“ bildet und vor wenigen Wochen von Köln nach Wermelskirchen gezogen ist. In Singer-Songwriter-Manier bewegt Nadine Krämer in ihren Songs die Noten wie flirrend-geladene Teilchen im Spannungsfeld von Folk, Country, Pop sowie Anleihen aus Jazz und Blues. Damit zog „Johna“ die Katt-Besucher in ihren Bann: Sie klatschten im Takt mit und erwiesen sich bei dem einen oder anderen Refrain als textsichere Mitsinger. Wohlwissend, dass sich im Publikum viele Bekannte befanden, rief Nadine Krämer den Besuchern zu: „Ihr seht cool aus – auch wenn ich von hier oben nur Teelichter im Dunkeln leuchten sehe und daran erkenne, dass dort jemand sitzt.“ Die hauptsächlich englisch-, teils deutschsprachige Musik von „Johna“ erwies sich als Balsam für die Seele: Authentisch präsentiert, pointiert gesungen und mit Nuancen zum Aufhorchen versehen. Diejenigen, die wissen, dass „Johna“ schon oft mit Sängerin Sihna Maagé für Auftritte unterwegs war, dürfte es nicht gewundert haben, dass sie das Duo bei einigen Liedern auf ein Trio erweiterte und dabei auch ihr jüngst veröffentlichtes Lied „Gratis“ in einer für Akustik-Instrumente arrangierten Version spielte.