Wermelskirchen: Insolvenzverfahren des Unternehmes Steinco soll aufgehoben werden

Geschäftsbereiche verzeichnen Umsatzwachstum : Insolvenzverfahren von Steinco soll im Sommer aufgehoben sein

Das Unternehmen Steinco Paul vom Stein GmbH ist auf gutem Weg. Schon Mitte des Jahres könnte das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung aufgehoben werden, teilt die Beratungsgesellschaft Buchalik und Brömmekamp mit.

Während des Verfahrens ist Volker Schreck als Sanierungsgeschäftsführer eingesetzt. Die Kernbotschaft der Zwischenbilanz ist nun, dass die Gläubiger der Steinco Paul vom Stein GmbH in Wermelskirchen weiter zum Unternehmen stehen und einstimmig für die Weiterführung der Eigenverwaltung votiert haben.

Zuvor hatte die Geschäftsführung den Sanierungsplan beim Prüfungs- und Berichtstermin vor dem Amtsgericht Köln vorgestellt. „Mit diesem eindeutigen Votum können wir die entwickelten Sanierungsmaßnahmen planmäßig und zügig weiter umsetzen“, erklärt Ralf Goos, Technischer Leiter Rollen und Räder. Steinco müsse mit dem Sanierungsplan dem Amtsgericht dann nachweisen, dass das Unternehmen in den folgenden drei Jahren seriös und solide wirtschaften, also „wieder ein Eigenleben führen kann“.

Rückblick: Das Amtsgericht Köln eröffnete das Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung im November 2018. Die Dreherei hatte seit Längerem rote Zahlen geschrieben. Und die Suche nach Investoren war ohne Erfolg geblieben. Im Dezember informierte die Geschäftsführung die Mitarbeiter über die Teilschließung der Dreherei und den geplanten Stellenabbau.

Mit dieser Teilschließung ziehe das Traditionsunternehmen einen Schlussstrich unter das defizitäre Geschäft im Automobilbereich. Das Auslaufen der Produktion habe bereits begonnen. Bis Ende April werden die Automotivekunden noch mit Drehteilen beliefert, danach wird nur noch für den Eigenbedarf gefertigt. Rund 50 Arbeitsplätze vor allem im Werk Frohntalerstraße sind davon betroffen. Der Abbau erfolgt durch Altersteilzeit, Ruhestandsregelungen, die Beendigung von befristeten Verträgen sowie den Wechsel von 32 Mitarbeitern in die Transfergesellschaft „Pro Person“, die die Mitarbeiter durch Bewerbertrainings auf eine Stellensuche vorbereitet und versucht, sie in neue Stellen zu vermitteln. „Angesichts des Fachkräftemangels sehe ich sehr gute Chancen für die Mitarbeiter, zumal viele ausgebildete Facharbeiter darunter sind. Elf Kollegen konnten bereits einen neuen Job finden“, so Goos.

Kernpunkte des Konzeptes sind jetzt die Konzentration auf die beiden profitablen Geschäftsbereiche Rollen und Schnellverschlusskupplungen. Die ersten Maßnahmen zeigen schon gute Ergebnisse. Im Jahr 2018 konnten beide Bereiche ein Umsatzwachstum verzeichnen, der Geschäftsbereich Schnellverschlusskupplungen (SVS) sogar um fast 15 Prozent. „In beiden Bereichen sind die Auftragsbücher gut gefüllt. Wir werden gestärkt aus dem Verfahren herausgehen“, schaut Steinco-Geschäftsführer Michael Pesch positiv in die Zukunft.

Mehr von RP ONLINE