Wermelskirchen: Hochwertiger Session-Ersatz im Haus Eifgen

Konzertabend : Hochwertiger Session-Ersatz im Haus Eifgen

Eigentlich sollte im Haus Eifgen die reguläre Jazz-Session stattfinden, stattdessen gab es gleich zwei Bands zu erleben, die auf ihre ganz ureigene Art und Weise dem Blues huldigten.

Die kurzfristige Programmänderung im Haus Eifgen hatte keinen abgeschreckt, sondern für ein richtig volles Haus gesorgt. Eigentlich sollte die reguläre Session stattfinden, stattdessen gab es aber gleich zwei Bands zu erleben, die auf ihre ganz ureigene Art und Weise dem Blues huldigten.

Die angekündigte Bluesrock-Band „Brother Snakeoil & The Medicine Man“ machte nun den Opener für das international bekannte „Koch Marschall Trio“. Die drei Musiker um den US-Amerikaner Greg Koch an der Gitarre, seinen Sohn Dylan am Schlagzeug und Toby Lee Marschall an der Hammond-Orgel waren gerade in der Gegend auf Tour und freuten sich, ein spontanes Extra-Konzert geben zu können. „Die Blues-Session findet natürlich auch weiterhin statt“, sagte Michael Dierks vom Kulturverein. Aber die Chance, eine solch hochkarätige Band spielen zu sehen, habe man sich nicht entgehen lassen wollen.

„Brother Snakeoil & The Medicine Man“ freuten sich ebenfalls darüber, vor so vielen begeisterten Bluesfans spielen zu können und servierten ihren dreckigen Bluesrock mit jeder Menge Mundharmonika-Einsatz von Roger Wade und dem abwechslungsreichen Gitarrenspiel von Brother Snakeoil. Die gute Laune wirkte ansteckend, und so war das Quartett, das von Klaus Brunschede am Bass und Tom Gerke am Schlagzeug komplettiert wurde, der ideale Anheizer für das nun folgende Trio. Das hielt sich dabei nicht nur in den doch recht eng gesteckten Grenzen der reinen Blues-Lehre auf, sondern streckte die musikalischen Fühler zum einen in Richtung Jazz aus, aber brachte auch jede Menge Funk- und Fusion-Elemente mit in ihren Sound ein.

Für ein Trio präsentierten die drei Musiker einen wirklich sehr dichten Sound, der einen Bass ganz und gar nicht vermissen ließ. Da waren drei echte Vollprofis am Werk, die sowohl im Slow-Blues wie dem düsteren Opener „Let’s Get Sinister“ oder dem Albert-King-Song „Drowning On Dry Land“ zu Hause waren, aber auch die flotten und halsbrecherischen Soli in Songs wie dem Instrumental-Shuffle „Brushes“ wie aus dem Effeff beherrschten.

Dem Publikum im Haus Eifgen gefiel das, auch wenn der eine oder andere sich mit Greg Kochs genuschelten Ansagen schwer tat. Dafür war die Musik, die der Strickmützenträger seiner orangefarbenen Gitarre entlockte, umso verständlicher, und das ganz jenseits aller eventuell vorhandenen Sprachbarrieren.

Was wieder einmal mehr zeigte, dass Musik eben doch die absolut universelle Sprache war, die wirklich jeder verstehen konnte. Genauso, übrigens, wie Applaus – und den gab es vom Publikum an diesem hochkarätig besetzten Abend wirklich reichlich.

(wow)
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