Melodic-Punk-Band aus Wermelskirchen feiert Jubiläum „Hoch die Tassen“ für „Skin of tears“

Wermelskirchen · Die Melodic-Punk-Band aus Wermelskirchen feiert Jubiläum und sorgt für einen Konzertabend mit Auftritten von fünf Bands im Bahndamm. Die Musiker unterstreichen damit ihren Kultstatus nicht zuletzt weil die Geburtstagsparty bereits sechs Wochen vor Termin ausverkauft ist.

 „Skin ot tears“ unterstrichen mit ihrem Jubiläumskonzert ihren Kultstatus (v.l.): Torsten „Toto“ Löhnert, Andreas Buschorn und Christian Schwandt.

„Skin ot tears“ unterstrichen mit ihrem Jubiläumskonzert ihren Kultstatus (v.l.): Torsten „Toto“ Löhnert, Andreas Buschorn und Christian Schwandt.

Foto: Stephan Singer

Dass Feste gefeiert werden sollen, wie sie fallen, sagt ein Sprichwort. Dass diese Volksweisheit durch die Corona-Auflagen für Monate außer Kraft gesetzt wurde, ist bekannt. Und so feierte das Autonome Jugendzentrum (AJZ) Bahndamm im vergangenen Jahr das 30-jährige Bestehen mit dem zweitägigen „30 plus zwei Jahre“-Festival nach.

Fast genauso lange liegt die Gründung einer Band zurück, deren Entstehung eng mit dem AJZ verwoben ist und die bis heute ihren Proberaum im Keller des Bahndamms hat: „Skin of tears“. Die Melodic-Skate-Punk-Formation, die zu den dienstältesten Bands auf Wermelskirchener Boden zählt und getrost als musikalischer Exportschlager Nummer Eins aus Wermelskirchen bezeichnet werden kann, legte einen 30 plus zwei Jahre-Abend nach, um den mehr als drei Dekaden zurückliegenden Geburtstag der Band zu feiern.

Dabei ließen sich die drei Musiker von „Skin of tears“ nicht lumpen, denn neben ihrem eigenen Auftritt hatten sie sich die Gastspiele von vier weiteren Bands gesichert, was für einen über fünfstündigen Live-Musik-Abend sorgte: Das Geburtstagskonzert mauserte sich so zu einem Mini-Festival.

In Anlehnung an das ursprünglich 1999 veröffentlichte „Skin of tears“-Album „Up the cups“ hieß es für das Wermelskirchener Trio in der Mitte des Programms „hoch die Tassen“. Die „Skin of tears“-Punk-Rocker hatten ihren eigenen Auftritt nämlich nicht an das Ende des Abends gelegt, sondern betraten die Bahndamm-Bühne nach den Auftritten von „The lost lyrics“ aus Wolfhagen und von „Sewer rats“ aus Köln.

„Wir treten heute ganz bewusst nicht am Ende des Abends auf. Das haben wir uns so ausgesucht. Aus Respekt vor den anderen Bands und auch aus Eigennutz, denn wir wollen nach unserem Auftritt ja schließlich noch mit euch feiern“, rief „Skin of tears“-Sänger und -Gitarrist Torsten „Toto“ Löhnert dem Publikum zu und versprach: „Im Dezember spielen wir wieder hier – dann zum Abschluss des Abends und dann auch deutlich länger.“ Damit blickte der „Skin of tears“-Frontmann auf das nächste „Heimspiel“-Konzert der Band aus, die das Trio traditionell am Jahresende im Bahndamm gibt und längst Kultstatus erreicht haben.

Dass dieser Kultstatus nicht nur kurz vor Weihnachten greift, zeigte das Jubiläumskonzert genauso: Bereits sechs Wochen vor dem Termin war das Geburtstags-Festival ausverkauft – 200 Fans sorgten dafür, dass eine Abendkasse gar nicht erst eröffnet werden musste. „Andere wären mit solch einem Konzert in einen größeren Laden gegangen, denn mehr Tickets hätten verkauft werden können. Aber: Dieser Abend gehört hier hin, für uns gibt es keine Alternative zum AJZ. So müsst ihr euch heute Abend etwas drängeln“, wandte sich Torsten Löhnert immer wieder an die Besucher der Geburtstagsparty, die mit begeistertem Applaus antworteten.

Nach dem „Skin of tears“-Auftritt sagte Löhnert im Gespräch mit unserer Redaktion: „Die Leute haben unfassbar viel mitgesungen. Das ist für uns als Künstler ein tolles Gefühl – einfach großartig.“ Da wundert es auch nicht, dass sich „Skin of tears“-Schlagzeuger Andreas Buschorn, der genau wie Bassist Christian Schwandt zu den Gründungsmitgliedern von „Skin of tears“ gehört, sich den Auftritt trotz einer beim Fußballspielen zugezogenen Knieverletzung hat nicht nehmen lassen.

„Wir haben die Bands, die mit uns hier heute Abend auftreten nach unserem Geschmack ausgewählt“, konstatierte Torsten „Toto“ Löhnert auf Nachfrage unserer Redaktion. Während „Sewer rats“ und auch „Rastaknast“ aus Celle, die nach „Skin of tears“ die Bühne und die Herzen des Publikums eroberten, zu den Formationen des Abends gehörten, die bereits im Bahndamm gastierten, lieferte „Der Butterwegge“ aus Moers den Premieren-Auftritt im AJZ ab.

Die fünfköpfige Band bot den Besuchern einen mitreißenden Auftritt, so dass sie vor der Bühne am Ende des Abends das sah, was sie in dem Lied „Tanzende Punks“ beschreibt: „Sowas Schönes habe ich ja echt noch nie gesehen, alle super drauf trotz des drohenden Untergangs, ey weisse wat dat is, ey, dat sind tanzende Punks.“