Wermelskirchen: Hegeringleiter warnt vor grassierender Staupe

Gefährliche Viruskrankheit befällt Füchse: Staupe grassiert – Hunde anleinen und impfen lassen

In Wermelskirchen und im Kreis sind Fälle von Staupe bei Füchsen aufgetreten. Hegeringleiter rät, Kontakt zu Wildtieren zu vermeiden.

Eine Viruskrankheit breitet sich aus, die nicht nur Füchse befällt, sondern auch für Hunde und Katzen lebensgefährlich ist: Staupe. Norbert Drekopf, Leiter des Hegerings in Wermelskirchen, berichtet, dass er zwei Füchse erlegt hat, die die Krankheitssymptome zeigten. An der Vorsperre der Großen Dhünntalsperre habe er einen Fuchs gesehen, der regungslos im Gebüsch lag und hörbar atmete. „Die Staupe geht auf die Atemwege. Erkrankte Tiere haben eine Schnappatmung“, berichtet der Jäger.

Er hat nicht nur diesen, sondern noch einen weiteren Fuchs von seinem Leid erlöst: in Pilghausen hinter den Häusern. Sofort informierte er das Kreisveterinäramt. Die Kadaver wurde entsorgt. Außerdem haben ihm Bürger Videos von Füchsen geschickt, die torkelnd durch den Wald liefen.

Zur Krankheit: Staupe führt zu einer Entzündung der Lunge, des Darmes und des Gehirns. In den vergangenen Jahren sind auch in Deutschland wieder vermehrt Staupefälle aufgetreten. Als Ursachen nennen Tierärzte eine gewisse Impfmüdigkeit der Besitzer. Außerdem sei ein zunehmender Import von Hunden ohne ausreichenden Impfschutz eine mögliche Ursache. Generell sind Tiere jeden Alters gefährdet. Besonders häufig erkranken nach Angaben der Veterinäre jedoch junge, ungeimpfte Hunde im Alter von drei bis sechs Monaten. Eine spezifische Behandlung gibt es nicht, die Erkrankung endet meist tödlich. Nach den deutschen Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis gehört die Impfung gegen die Staupe zu den Pflichtimpfungen. Hundebesitzern wird empfohlen, gerade jetzt den Impfschutz noch einmal zu überprüfen und die Vierbeiner im Wald im Blick zu behalten, sagt Kreissprecherin Hannah Weisgerber auf Nachfrage dieser Zeitung. Denn um einen dauerhaften Infektionsschutz zu gewährleisten, muss die Impfung gegen die Staupe regelmäßig aufgefrischt werden.

  • Frank Schäfer : Kreis-Veterinär rät zur Staupe-Impfung für Hunde

Auch Norbert Drekopf berichtet, dass nur wenige Füchse die Krankheit überleben. Waldbesucher und Hundebesitzer sollten derzeit vorsichtig sein. Verdächtig sei, wenn ein Fuchs nicht mehr wegläuft, wenn er den Menschen bemerkt. Daher sollten die Spaziergänger sich dem Tier nicht nähern, sondern den Revierförster oder auch den Hegeringleiter informieren. „Der Kontakt zu den Wildtieren ist unbedingt zu vermeiden“, sagt Drekopf. Hunde sollten angeleint werden.

Inzwischen habe die Staupe den Fuchsbestand in Wermelskirchen bereits deutlich dezimiert. Während er früher zehn bis 20 Füchse in der Jagdsaison schoss, seien es dieses Jahr nur vier, fünf Füchse gewesen. „Bei Treibjagden sind die Füchse auch nicht mehr freigegeben“, sagt Drekopf. „Denn sie werden gebraucht, um die Wühlmauspopulationen einzudämmen.“

Ein Nebeneffekt des geringeren Fuchsbestandes sei, dass es wieder mehr Hasen in den Revieren gebe, was eine erfreuliche Entwicklung sei.

Mehr von RP ONLINE