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Wermelskirchen: Hartmann bescheinigt Haus Eifgen Einzigartigkeit

Politik in Wermelskirchen : Hartmann bescheinigt Haus Eifgen Einzigartigkeit

Der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen Sozialdemokraten besucht im Rahmen seiner Sommertour das Haus Eifgen. Gesprächsthema: die Kulturszene in Corona-Zeiten.

Das Haus Eifgen ist in der jetzigen Form des Betriebs eine einzigartige Einrichtung. Das bescheinigte der Vorsitzende des nordrhein-westfälischen SPD, der Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann, dem Konstrukt aus Genossenschaft als Besitzer und Vermieter des Traditionshauses sowie der Kulturinitiative Wermelskirchen als regelmäßiger Nutzer und Mieter. „Das ist nicht die einzige Kulturstätte, die ich im Rahmen meiner Sommertour besuche. Ich werde gerne als Konzertbesucher wieder kommen“, kündigte er gegenüber Michael Dierks von der Kulturinitiative an.
Mit Verspätung war Hartmann im Eifgental eingetroffen – zuvor besuchte er die Betriebsversammlung der Bergisch Gladbacher Firma Zanders. Im Vordergrund stand der Austausch mit Dierks. Der Macher des Hauses Eifgen blickte in einem Vortrag nicht nur auf die jüngere Geschichte des Hauses, die letztlich im Kauf des Gebäudes durch die Genossenschaft und die Betrieb durch den Verein mündete, zurück: „Wir müssen die Finanzierung bedienen. Grundsätzlich ist der Kultur-Zweckbetrieb leicht defizitär, was wir durch Mitgliedsbeiträge abfangen.“ Aber: „So, wie es derzeit ist, können wir unsere Veranstaltungen machen, wenngleich der personelle Aufwand an ehrenamtlichen Helfern wegen der Corona-Vorschriften mindestens doppelt so hoch ist.“ Als Veranstalter müsste im Einzelfall immer wieder austariert werden, ob höhere Eintrittspreise zur Bezahlung von Künstlern helfen können oder die Option, an einem Tag gleich zwei Konzerte einer Band bei wechselndem Publikum hintereinander zu reihen.

Sebastian Hartmann verwies auf Bundesmittel. So stünden 500 Millionen Euro für die Modernisierung von Kulturstätten bereit: „Aber ich will nicht Möhre hinhalten und nachher geht es nicht. Aber es muss geprüft werden, wer Förderungen bekommen kann.“

Bürgermeister Rainer Bleek und SPD-Fraktionsvorsitzender Jochen Bilstein verwiesen auf den kommunalen Rettungsschirm für Vereine in Wermelskirchen, wofür bislang keine Anträge eingereicht wurden. „Damit sollen ja Defizite, die durch beispielsweise Veranstaltungen unter Corona-Bedingungen entstehen, abgefangen werden“, sagte Bilstein: „Es soll nicht das Nichts-Tun aus Angst vor Defiziten unterstützt werden, sondern diejenigen, die den Bürgern etwas bieten.“

Michael Dierks hielt dagegen, dass die Möglichkeit der Antragstellung derzeit nicht transparent wäre. Jochen Bilstein stellte in Aussicht, dass ein gerade aktiviertes Konzept aus Radevormwald für Wermelskirchen eine Blaupause sein könnte.