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Wermelskirchen: Handyläuten statt Glockenklang - Umfrage unter Wermelskircherinnen

Klingeltöne bei Wermelskirchenerinnen : Heute läutet das Handy statt der Glocke

Früher läuteten die Glocken, wenn Gefahr drohte oder es etwas zu verkünden gab – oder es schlicht Zeit zum Aufstehen war. Heute ist es das Handy. Umfrage unter vier Wermelskirchenerinnen: Sie erzählen von ihren Klingel- und Wecktönen auf ihren Smartphones.

Wenn Gefahr drohte und die Feinde vor der Toren der Dörfer standen, läuteten die Glocken. Sie riefen die Menschen morgens zur Arbeit. Und gab es einen Trauerfall zu beklagen oder ein Fest zu feiern, dann erzählten die Glocken in den Kirchtürmen davon. Wer heute dringende Nachrichten überbringen will, der nutzt das Handy. Dann klingelt das Smartphone statt der Glocke, um Menschen morgens zu wecken, sie zu warnen oder mit ihnen Leid und Freude zu teilen. Welcher Klang wird dann angestimmt?

„Ich bin da heute weniger ambitioniert unterwegs als früher“, erzählt Celia Spielmann, Leiterin der Musikschule, lachend und erinnert sich an Zeiten, als es Melodien noch zum Klingelton brachten. „Ich hatte mal die Titelmelodie von Dalli Dalli als Klingelton“, erzählt sie. Einem Kontakt habe sie eine Zeit lang augenzwinkernd die Musik aus der Duschvorhangszene aus dem Film „Psycho“ zugeordnet. „Natürlich verrate ich nicht, wem“, sagt sie lachend. Heute sei sie pragmatischer bei der Auswahl ihres Klingeltons. Zum Wecken spielt aber immer noch eine Melodie: One, Two, Three, Four von Feist.

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Auch Kim Cürlis, die in diesem Jahr als Vorsitzende des Kinder- und Jugendparlaments ausscheidet, erinnert sich an besondere Klingeltöne. „Ich habe mal den Gesang meiner Schwester in einem Musical aufgenommen“, erzählt die 20-Jährige. Die Musik wurde zum Klingelton, wenn ihre Schwester anrief. „Heute habe ich so einen iPhone-Standardton“, sagt Kim Cürlis. Und wie wird sie am liebsten geweckt? „Ich bin schreckhaft“, räumt sie lachend ein, „ich lasse mich mit leisem Vogelzwitschern von meinem Handy wecken.“

Für welchen Klingelton hat sich die Bürgermeisterin entschieden? „Ich bin da recht klassisch und wenig innovativ unterwegs“, sagt Marion Lück, „ich habe schon sehr lange den gleichen Klingelton: Auftakt.“ Das habe den Vorteil, dass sie sich bei diesem Klingelton auch direkt angesprochen fühle. „Nachteil ist: Den Klingelton haben einige Menschen. Letztens habe ich in einer Besprechung gesessen, dreimal klingelte ein Handy, dreimal war es mein Klingelton und dreimal war ich gar nicht gemeint“, erzählt die Bürgermeisterin. Einen Weckton braucht sie nicht. „Ich habe eine gute biologische Uhr und werde von alleine wach“, sagt Marion Lück.

Auch Angelique Frowein, die bei Poetry-Slams unterwegs ist, setzt auf Standard-Töne. „Allerdings habe ich den Ton ohnehin die meiste Zeit ausgeschaltet“, sagt sie, „damit mich das Klingeln nicht aus dem Konzept bringt.“ Beim Wecker setzt sich auf die Vorauswahl des Geräts: „Ich hab den klassischen Ton“, sagt sie, „der ist so nervig, dass ich dann auch sofort aufstehe.“ Früher habe sie sich auch vom Radio wecken lassen. „Eine Melodie zum Aufwachen“, sagt sie, „das war eigentlich schön.“