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Wermelskirchen: Hallenbad-Schließung ist denkbar, um Energie zu sparen

Stadt Wermelskirchen muss Energiekosten sparen : Auch Hallenbad-Schließung ist denkbar

Die Stadtverwaltung will die Energiekosten senken. Zwar hat die Nachricht, dass wieder Gas durch die Pipeline Nord Stream 1 fließt, für etwas Erleichterung gesorgt, doch eine Gas-Mangellage im Herbst und Winter droht dennoch.

Kein Dauerlicht auf den Fluren, keine Heizung oder warmes Wasser in öffentlichen Gebäuden bis zum 15. September – und ein Hallenbad, das während der Sommerferien geschlossen war: Das sind nur einige Maßnahmen, die die Stadtverwaltung bereits umgesetzt hat, um auf die angespannte Energieversorgungslage zu reagieren. Damit nicht genug: Weitere Maßnahmen sollen folgen, um Energie einzusparen. Schlimmstenfalls droht sogar die Außerbetriebnahme des Quellenbades, wenn die Bundesnetzagentur eine entsprechende Empfehlung ausspricht, kündigt die Stadtverwaltung an.

Zwar habe die Nachricht, dass wieder Gas durch die Pipeline Nord Stream 1 fließt, für etwas Erleichterung in der Stadtverwaltung gesorgt, doch die Möglichkeit der Gas-Mangellage im Herbst und Winter sei deshalb noch lange nicht vom Tisch, heißt es aus dem Rathaus. „Aktuell ist nichts wirklich planbar, weil die Situation nicht gut einzuschätzen ist“, sagt Bürgermeisterin Marion Lück. „Es ist jetzt schon eklatant wichtig, den Gas- und Stromverbrauch zu senken, damit die Gasspeicher so lange wie möglich gefüllt bleiben.“ Außerdem schone Energiesparen den Geldbeutel, weil die Energiekosten bereits um etwa 30 Prozent gestiegen sind. Das trifft Privathaushalte und natürlich auch die Stadtverwaltung, die deshalb Ideen der Mitarbeiter, des Gebäudemanagements und des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse Energie (SAE Energie) umsetzt. Wie Marion Lück im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet, habe sie die umgesetzten und geplanten Maßnahmen unter anderem dem Städte- und Gemeindebund vorgelegt, der wiederum Wermelskirchen dafür als beispielhaft für kleinere Städte mit wenigen Möglichkeiten gelobt habe. Als kurzfristig umgesetzte und umsetzbare Maßnahmen listet die Stadtverwaltung auf:

  • Ein Thermostat mit digitaler Anzeige -
    Vorbereitung auf russischen Lieferstopp : So wollen einzelne Länder in Europa jetzt Gas sparen
  • Energiekrise : Wie Borussia beim Gasverbrauch sparen will
  • So wie hier bei der „Earth
    Wahrzeichen bleiben dunkel : Mönchengladbach knipst das Licht aus

▶ Heizungen und die Warmwasserzufuhr wurden in allen städtischen Gebäuden, in denen es möglich ist, bis zum 15. September abgeschaltet.

▶ Leuchtstoffröhren werden sukzessive durch sparsamere LED-Leuchten ausgetauscht – etliche „seien“ schon gewechselt.

▶ Lichter auf Fluren, in Waschräumen und Küchen werden nach Verlassen konsequent ausgeschaltet.

▶ In den Treppenhäusern werden Bewegungsmelder installiert. In vielen Büros gibt es die bereits, damit das Licht ausgeht, wenn keiner mehr im Raum ist.

▶ Alle PCs und Drucker werden von montags bis mittwochs um 19 Uhr zentral gesteuert ausgeschaltet und freitags um 16 Uhr. Vorab sendet die Steuerung eine Warnung auf den Bildschirm.

▶ Verzicht auf Geräte wie mobile Klimaanlagen und Heizlüfter.

Mittel- und langfristige Maßnahmen, die in der Planung bzw. Überlegung sind, seien demnach:

▶ Da eine Steuerung der Raumtemperatur über die einzelnen Thermostate in den Büros nicht möglich ist, wird die Vorlauftemperatur der Heizung deutlich abgesenkt, sodass eine nennenswerte Einsparung erzielt werden könne.

▶ Raumtemperatur wird gedrosselt auf die zulässigen 20 Grad Celsius.

▶ Schließung des Rathauses vom 27. Dezember bis 30. Dezember 2022. In der Zeit wird die Heizung heruntergefahren.

▶ Drosselung der Temperatur in den Sporthallen in Absprache mit den Vereinen, um Individuallösungen für alle Sportarten und Altersklassen zu finden.

▶ Weitere Absenkung der Wassertemperatur im Hallenbad, um Energie zu sparen. Sollte die Bundesnetzagentur eine Schließung der Hallenbäder empfehlen oder anordnen, wird das Quellenbad schließen, betont die Stadtverwaltung.