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Wermelskirchen: Hallenbad-Neubau doch auf Rhombus-Areal?​

Politik in Wermelskirchen : Hallenbad-Neubau doch auf Rhombus-Areal?

Die Stadt will mit IHEK-Fördermitteln einen Teil der Industriebrache kaufen. Dort sollen auch Wohnungen, Bildungs-, Gastronomie- und Kulturbereiche, ein Parkhaus, Büros sowie Dienstleistungsflächen entstehen.

Rolle rückwärts: Sven Schulte und Walter vom Stein sind nun doch zum Verkauf von einem Teil des Rhombus-Areals an die Stadt Wermelskirchen bereit. Damit rückt ihr Wunsch, dort ein Hallenbad neu zu errichten, wieder in den Fokus politischer Entscheidungen.

Kurz vor der Kommunalwahl 2020 hatten die Besitzer des Rhombus-Geländes der Stadt eine Absage erteilt. Damals hieß es: kein Verkauf an die Stadt. Damit war mit einem Schlag das Areal aus den Planungen für das Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept (IHEK) zurückgestellt. Der Grund: Die mit dem IHEK zu generierenden Fördermittel gibt es grundsätzlich nur für Objekte im kommunalen Besitz – das legen die Richtlinien fest.

Auf die neue Situation reagierte die Stadtverwaltung am Montag mit einem ungewöhnlichen und kurzfristig einberufenen Format: eine gemeinsame Informationsveranstaltung für drei Ausschüsse (Stadtentwicklung und Verkehr, Umwelt und Bau, Sport). Denn: Jetzt ist Zeitdruck angesagt. Wollen Stadt sowie Walter vom Stein und Sven Schulte in den kommenden Jahren auf dem Rhombus-Areal etwas entwickeln und dafür IHEK-Fördergelder generieren, müssen diese bis Ende September 2022 beantragt sein. Dazu braucht es schnelle Entscheidungen der Kommunalpolitik, wie es mit der Entwicklung der Rhombus-Industriebrache zum „Rhombus-Park“ weitergeht.

 Das rot umrandete Gelände will die Stadt kaufen.
Das rot umrandete Gelände will die Stadt kaufen. Foto: Stadt Wermelskirchen/Hoch3
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Die wichtigste Frage: Kann das neue Hallenbad in die Entwicklung des Areals integriert werden ? Denn: Der jüngste Ratsbeschluss zum Hallenbad sieht eindeutig einen Neubau am Quellenweg vor (wir berichteten). Das Rhombus-Gelände ist seit der Auflage des IHEK eine bedeutsame Säule und ein Kernelement des Konzepts, stellt die Verwaltung fest: „Wichtige und notwendige Fördermittel für die Entwicklung des Areals kann die Stadt jedoch nur beantragen, wenn sich zumindest Teile des Geländes, für die geplant wird, in städtischem Besitz befinden.“ Erst zu Beginn des Sommers habe es weitere Gespräche der beiden Eigentümer mit Bürgermeisterin Marion Lück gegeben, um über Möglichkeiten und Ideen für die Weiterentwicklung des Areals zu sprechen.

„Der Wunsch der Eigentümer, das geplante Hallenbad für Wermelskirchen an diesem Standort zu planen und zu bauen, hätte auch große Vorteile für die Stadt“, bewertet Bürgermeisterin Marion Lück: „Der Standort ist sehr zentral, das Hallenbad wäre dort ein Frequenzbringer und Ankerpunkt. Außerdem ist es an diesem Standort einfacher, viele Parkmöglichkeiten zu schaffen.“ Der Technische Beigeordnete, Thomas Marner, ergänzt: „Dazu kommt, dass diese Parkmöglichkeiten multifunktional nutzbar sind aufgrund der Nähe zur Innenstadt.“

Marion Lück gesteht: „Ich war tatsächlich überrascht, dass die Eigentümer signalisiert haben, dass ein Verkauf doch möglich ist.“ Das sei eine Chance, weshalb es umgehend Gespräche gegeben habe, die Dr. Reimar Molitor, Geschäftsführer der Regionale 2025 und Fördermittelkenner, unterstützte. Die gleichzeitige, zeitsparende Information dreier Fachausschüsse zeige den großen Druck, sagt die Bürgermeisterin: „Wir müssen jetzt konzentriert und schnell wichtige Entscheidungen treffen.“

Der Wermelskirchener Architekt Rolf Körschgen (Hoch3) hatte im Auftrag der Eigentümer bereits eine Entwurfsidee für den sogenannten „Rhombus-Park“ entwickelt. Auch gab es nachfolgend Pläne, die schon die Integration des neuen Hallenbads auf dem Gelände an der B 51 beinhalteten. Mit dem Planungsbüro ASS und der Stadt wurden diese Entwürfe inzwischen modifiziert. Direkt am möglichen Hallenbad angrenzend ist ein Parkhaus geplant, das mit einem Steg über die B 51 den Zugang zur Innenstadt gewährleistet. Zudem will die Stadt, sobald sie Besitzer des Geländes ist, dort Flächen für Wohnungen, Büros, Bildung, Gastronomie und Kultur errichten.

Im Mai hatte der Stadtrat den Beschluss zum Hallenbad-Neubau unterhalb des alten Quellenbads gefasst und die dafür veranschlagten Kosten von 16 Millionen Euro im Doppelhaushalt eingestellt.