Wermelskirchen: Gymnasium-Leiterin geht in Ruhestand

Verabschiedung Marita Bahr: Eine Fanfare zum Abschied

Nach über 40 Jahren im Schuldienst geht Marita Bahr am 31. Juli in den vorzeitigen Ruhestand. Mit einem Festakt im „kleinen Kreis“ verabschiedete sich das Gymnasium offiziell. Allerdings erlebt die 63-Jährige gerade neben dem Schulalltag eine „Abschiedswoche“. Der letzte Schultag vor den Ferien bedeutet am Freitag den endgültigen Abschied von den Schülern.

Mit einer schallenden Trompeten-Fanfare eröffnete Schüler Dominik Sewina den Festakt zur Verabschiedung von Marita Bahr. Die Schulleiterin des Wermelskirchener Gymnasiums geht nach über 40 Jahren im Schuldienst am 31. Juli vorzeitig in Pension. Kurz vor den Sommerferien erlebt sie gerade eine „Abschiedswoche“ - am heutigen Freitag, 13. Juli, erfolgt mit dem letzten Schultag vor den Sommerferien der Abschied von den Schülern. Marita Bahr will aber das Schuljahr noch vollkommen abschließen und ist bis zum Monatsende noch täglich an der „Penne“.

Gemeinsam mit Mitgliedern der erweiterten Schulleitung und Schülern gestaltete der 15-jährige Sewina den Festakt musikalisch - kein Wunder: Marita Bahr unterrichtete unter anderem Musik. Im Ruhestand will sie gemeinsam mit ihrem Ehemann mehr Zeit in das gemeinsame Musizieren investieren. Die Feier im Altbau des Städtischen Gymnasiums, im Eingangsbereich zum naturwissenschaftlichen Trakt, hielt die Schule mit 40 Gästen bewusst klein: „Das war ihr Wunsch. Anstatt großer Reden soll Raum für das Zusammensein und das persönliche Gespräch sein“, sagte Marita Bahrs Stellvertreterin Elvira Persian. Deshalb zählten auch „wichtige Weggefährten“ der scheidenden Schulleiterin zu den Gästen. Marita Bahr begrüßte ehemalige und aktive Schulleiter aus Wermelskirchen, Vertreter von Kooperationspartnern wie ortsansässigen Firmen, Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter sowie Gesandte vom Gymnasium-Förder- und Ehemaligenverein sowie den Schuldezernenten der Bezirksregierung, Ulrich Porschen.

Beim Festakt füllte sich der Gabentisch mit Abschiedsgeschenken beinahe, als wäre es Weihnachten. Geschenke, die ihr am Herzen liegen, trägt Marita Bahr gerne „immer bei sich“. Den Blumenstrauß, den Unternehmer Peter Ortlinghaus ihr bereits im Januar zum 150-jährigen Bestehen des Gymnasiums überreichte, hat Bahr in Form eines Fotos auf dem Handy gespeichert. „Im Moment ist es total schön für mich. Natürlich ist das eine komische Woche, denn die normale Arbeit, die am Schuljahresende zu erledigen ist, läuft ja auch. Dazu erlebe ich die ganzen Feste zum Abschied - mit Schülern, Lehrerkollegium und jetzt dieses“; sprudelte es aus Marita Bahr im Gespräch mit dieser Redaktion förmlich heraus. Die 63-Jährige zeigte sich überzeugt: „Der Ruhestand holt mich bestimmt ab dem 1. August ein.“ Mit am Tisch saß einer ihrer Vorgänger als Leiter des Wermelskirchener Gymnasiums, Reinhard Löchelt. Der meinte mit einem Augenzwinkern zu Marita Bahr: „So wie ich deinen Elan einschätze, dauert es mindestens drei Jahre, bis du dich an den Ruhestand gewöhnt hast.“ Vorhaben hat sich Marita Bahr reichlich in die Agenda geschrieben, wie sie verriet. Neben dem Musizieren will sie sich als Mitarbeiterin im „Weltladen“ engagieren, im Geschichtsverein tätig sein und viele Wanderungen gehen.

Für die Zukunft wünscht Marita Bahr ihrer Schule eine „ernst genommene Teamarbeit auf Vertrauensbasis“: „Die Schule ist für alle ein Lebensraum, nicht nur ein Arbeitsplatz.“ Gemeinsames Feiern sei wichtig, aber auch dass sich die Schule durch Kooperationen nach außen öffnet. Vor dem Hintergrund der beschlossenen Rückkehr von G8 zu G9 meinte Bahr: „Es ist schon eine Erleichterung, ein solches Vorhaben nicht noch einmal neu angehen zu müssen.“