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Wermelskirchen: Gymnaisum und Sekundarschule zum Distanzunterricht

Distanzunterricht : So reagieren die Schulleiter auf die Ankündigung der Bildungsministerin

Die kurzfristige Entscheidung zum Distanzunterricht stößt bei den Schulleitern auf deutliche Kritik. Besonders an der Art der Kommunikation. So wollen das Gymnasium und die Sekundarschule reagieren.

Die Info kam auch für die Schulen überraschend. Nachdem sie bisher davon ausgegangen waren, auch nach Ostern im Wechselunterricht weiter zu arbeiten, entschied Bildungsministerin Yvonne Gebauer, ab Montag zum Distanzunterricht zurückzukehren. Das gilt mit Ausnahme der Abschlussklassen (inklusive der Q1) für alle Schülerinnen und Schüler bis mindestens Ende nächster Woche. Dann würde die Situation je nach Infektionsgeschehen neu bewertet, heißt es in der Ankündigung des Ministeriums. Elvira Persian, Schulleiterin des Gymnasiums Wermelskirchen, wurde am Donnerstag von ihrem Mann über die Änderung informiert. „Spätabends habe ich dann auch noch die offizielle Meldung in mein Mailpostfach bekommen“, sagt sie. Grundsätzlich sei ihre Schule mittlerweile auf alle möglichen Szenarien vorbereitet, der Zeitpunkt der Ankündigung sei allerdings ärgerlich. „Das bedeutet jetzt einen erheblichen Mehraufwand für alle Lehrkräfte“, sagt die Mathematiklehrerin. Bereits am Freitag hat sie mit der Leitungsriege der Schule über das weitere Vorgehen diskutiert.

Eine Videokonferenz berief am Nachmittag auch der Leiter der Sekundarschule, Dietmar Paulig, ein. Für ihn fand der Osterurlaub ein jähes Ende: „Wir müssen jetzt sämtliche Infos an die Schülerschaft und ihre Eltern weitergeben. Es gibt für alle nur sehr wenig Zeit sich auf die neue Situation einzustellen“, sagt der Lehrer.

Organisatorisch sei der Distanzunterricht kein großes Problem mehr. Man habe gelernt, sich auf neue Situationen einzustellen. Nun wird also wieder die Notbetreuung und der Distanzunterricht aktiviert. Paulig wünscht sich für seine Kollegen und sich aber mehr Normalität: „Distanzunterricht ist für die Lehrenden sehr anstrengend, der Urlaub zu Ostern war bitter nötig“, sagt er. Ob es ab dem 19. April mit dem Wechselunterricht weitergeht ist fraglich. Offenbar fehlen dem Land NRW Tests, die nötig wären, um die Testpflicht umsetzen zu können. Der Schulbesuch ist nur noch mit zwei Selbsttests pro Woche möglich. Kinder die den Test verweigern, bekommen Aufgaben für zu Hause.

Zwar haben sowohl das Gymnasium Wermelskirchen, als auch die Sekundarschule mittlerweile Tests erhalten, die reichen aber in beiden Fällen nicht für die gesamte Schülerschaft. „Die Oberstufe kann allerdings komplett getestet werden“, teilt Elvira Persian mit. Die Sekundarschule könnte 80 Prozent der Schüler testen, allerdings nur einmal in der Woche. Die Vorsitzende der Schulpflegschaft des Gymnasiums, Aylin Halici würde sich mehr Präsenzunterricht wünschen. „Dabei geht die Sicherheit der Kinder aber immer vor“, sagt sie. Auch abseits des Unterrichts sei es für die Kinder wichtig, regelmäßig die Schule zu besuchen. „Das Frühstücken, das Vorbereiten auf den Tag und der Weg zur Schule sind wie Rituale. Die Kinder brauchen das“, sagt Halici. Mindestens in der nächsten Woche wird das aber nicht möglich sein.