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Wermelskirchen: Gut besuchte Vorlesestunde im Haus Eifgen

Haus Eifgen in Wermelskirchen : Gut besuchte Vorlesestunde

Weil er selber gerne vorgelesen bekommt, hat Martin de Giorgi die Reihe „LitAmAbend“ im Haus Eifgen ins Leben gerufen. Die Resonanz war gut, ein neuer Termin steht bereits fest.

Um einmal ohne irgendwelche Statistiken zu kennen die gefühlte Wahrheit zu bemühen – Hörbücher erfreuen sich bei den Deutschen seit einiger Zeit größter Beliebtheit. Sichtbar an den zahlreichen Hörbüchern in den Buchhandlungen oder eben auch an den diversen Streaming-Portalen im Internet, auf denen man sogar schon Hörbuch-Abos abschließen kann. All dies spricht eine deutliche Sprache. Und Martin die Giorgio ist hier keine Ausnahme. Der Wermelskirchener, im Haus Eifgen aktiv, hat im vergangenen November mit „LitAmAbend“ eine neue Reihe in der Genossenschaft am Eifgental ins Leben gerufen. „Wir verstehen uns ja als multikulturelles Haus – und neben der Musik und der Philosophie, habe ich mir gedacht, könnten wir doch auch die Literatur zu Ehren kommen lassen“, sagte de Giorgi am Dienstagabend bei der zweiten Auflage im mit rund 20 Zuhörenden gut besuchten Haus Eifgen.

Für den Wermelskirchener gibt es wenig schönere Dinge als vorlesen oder vorgelesen zu bekommen, wie er lachend sagte. „Meine Frau und ich sitzen immer am Samstagmorgen am Frühstückstisch und lesen einander vor.“ Da habe er sich gedacht: „Das probiere ich einfach mal in der Öffentlichkeit aus.“ Dabei wollte er aber Literatur abseits des Mainstreams vorlesen. „Nichts gegen Schriftsteller wie zum Beispiel Konsalik – aber es sollte dann schon etwas weniger bekannter sein“, sagte de Giorgio. So habe er beim ersten „LitAmAbend“ etwa aus einem Buch des Deutsch-Australiers Markus Frank Zusak sowie aus einem von Karen Duve vorgelesen. Und auch für die zweite Auflage hatte de Girorgi sich zwei Werke herausgesucht, die sicherlich alles andere als unbekannt, aber durchaus auch zumindest ein Stück weit weg vom literarischen Mainstream beheimatet waren: „Hector und die Erfindung der Zeit“ des französischen Autors François Lelord und „Becoming“, die Autobiografie Michelle Obamas.

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Den Anfang machte de Giorgio mit einigen Episoden aus dem philosophisch angehauchten Buch des französischen Psychiaters. „Die Idee, über die Zeit zu philosophieren, hat mich immer schon angesprochen – genau wie die drei Bücher Lelords“, sagte de Giorgi. Die jeweils in sich abgeschlossenen Bücher seien „Philosophie in Romanform“, wie der Vorleser sagte.

Auch das zweite Buch des Abends kam sehr gut an. „Ich habe oft gehört, dass die Autobiografie sehr gut sein soll“, sagte de Giorgio. Im Gegensatz zur Hector-Trilogie habe er „Becoming“ noch nicht ganz zu Ende gelesen. „Aber es ist gut, ich kann das Buch nur empfehlen“, sagte er. Beim Lesen habe er zudem festgestellt, dass es in der Geschichte der ehemaligen First Lady im Weißen Haus, Parallelen zu seiner eigenen Jugend gegeben habe. „Als ich die Episode über Michelle Obamas Probleme beim öffentlichen Klavier-Vorspiel als junges Mädchen gelesen hatte, kamen mir viele Erinnerungen an meine eigenen ersten Gehversuche am Klavier hoch“, sagte de Giorgio schmunzelnd.

Die Stimmung im Saal war gelöst – offensichtlich bekamen auch die Anwesenden gerne vorgelesen. Ein neuer Termin stehe auch bereits fest, sagte de Giorgio, der sich sehr über den guten Zuspruch freute. „Die nächste Veranstaltung findet am Dienstag, 22. März, um 19 Uhr statt. Es wäre zudem sehr schön, wenn sich auch noch andere Vorleser finden würden, die mit mir gemeinsam einen solchen Leseabend zu gestalten“, sagte er. Interessierte könnten sich gerne mit ihm über das Haus Eifgen in Verbindung setzen.