Wermelskirchen: Grüne wollen den Klimanotstand ausrufen

Stadt muss mehr für Klimaschutz tun : Grüne wollen den Klimanotstand für Wermelskirchen ausrufen

Die Fraktion der Grünen stellt den Antrag, dass die Stadt den Klimanotstand ausruft – und folgt damit dem Beispiel vieler Städte, die über das Thema diskutieren oder den Klimanotstand schon ausgerufen haben: Los Angeles, Vancouver, London und Basel und in Deutschland Köln, Leverkusen und Düsseldorf,.

Trotz weltweiter Bemühungen über Jahrzehnte, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, nimmt deren Konzentration Jahr um Jahr zu, begründen die Grünen ihren Vorstoß. „Alle Maßnahmen, dem Klimawandel entgegen zu wirken, haben bisher keinen Erfolg gezeigt. Die Wissenschaft prognostiziert verheerende Folgen für die menschliche Zivilisation und die Natur auf dem Planeten Erde.“ Der Begriff Klimanotstand sei symbolisch zu verstehen und solle keine juristische Grundlage für die Ableitung von Notstandsmaßnahmen sein.

Allerdings sei es dringend erforderlich, jetzt auf allen Ebenen von Gesellschaft und Politik zu effizienten und konsequenten Maßnahmen zu greifen, um katastrophale Klimafolgeschäden zu verhindern.

Das sind die Forderungen der Grünen für Wermelskirchen:

▷ Die Stadt erklärt den Klimanotstand und erkennt damit die Eindämmung des Klimawandels und seiner schwerwiegenden Folgen als Aufgabe von höchster Priorität an:

▷ Die Stadt wird die Auswirkungen auf das Klima sowie die ökologische, gesellschaftliche und ökonomische Nachhaltigkeit bei jeglichen davon betroffenen Entscheidungen berücksichtigen und jene Entscheidungen prioritär behandeln, welche den Klimawandel oder dessen Folgen abschwächen.

▷ Die Stadt fordert von der Bundesregierung ihre Anstrengungen in allen Sektoren deutlich stärker am Klimaschutz zu orientieren, um ihrer globalen Verantwortung gerecht zu werden.

▷ Die Stadt wird umfassend über den Klimawandel, seine Ursachen und Auswirkungen sowie über die Maßnahmen, welche gegen den Klimawandel ergriffen werden, informieren. Der Rat der Stadt Wermelskirchen fordert den Bürgermeister auf, dem Rat und der Öffentlichkeit alle sechs Monate über Fortschritte und Schwierigkeiten bei der Reduktion der Emissionen Bericht zu erstatten.

Zeit für Aufschub sehen die Grünen nicht mehr. Der Mensch habe bereits einen Klimawandel mit irreversiblen Folgen verursacht, welche weltweit zu spüren sind. Die globalen Temperaturen sind gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter um ein Grad Celsius gestiegen, weil die CO2-Konzentration in der Atmosphäre deutlich angestiegen ist. Um eine unkontrollierbare globale Erwärmung mit nicht absehbaren Folgen zu verhindern, sei es unerlässlich, die Treibhausgasemissionen  massiv zu reduzieren.

Bereits 1,5 Grad Celsius Erderwärmung führen unter anderem dazu, dass der steigende Meeresspiegel riesige Küstengebiete unbewohnbar macht. Die Weltbank schätzt, dass in den kommenden 30 Jahren die Zahl der Klimaflüchtlinge auf über 140 Millionen Menschen ansteigen wird. Der Klimawandel ist also nicht bloß ein Klimaproblem: Er ist auch ein Wirtschafts-, Sicherheits-, Tierschutz-, Friedens- und soziales Problem.

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