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Wermelskirchen: Grüne bei Klimastreik von Fridays for Future dabei

Grüne hatten zu Beteiligung an Streik von „Fridays for Future“ aufgerufen : Protest für das Klima in Wermelskirchen nur in kleiner Form

Die Grünen hatten vor dem Rathaus dazu eingeladen, sich am globalen Streik von „Fridays for Future“ zu beteiligen. Während in den großen Städten viele junge Leute auf den Straßen waren, waren in Wermelskirchen jedoch nur wenige Streikende vor Ort.

Eileen Schubert hat das Schild noch schnell am Morgen mit ihren Kindern gebastelt. Ein Stück Karton, ein Stock und etwas Klebeband. „Die Uhr tickt“, steht auf der Pappe. Darunter das Bild einer Erdkugel, auf der sich zwei Zeiger drehen. Mit dem Schild steht Schubert an diesem Freitagnachmittag nun vor dem Rathaus. Ihre beiden Kinder Michel und Freya, eineinhalb und vier Jahre alt, laufen um sie herum. Warum sie gekommen ist? „Weil ich mir wünsche, dass die Klimakrise auch endlich als eine Krise angesehen wird“, sagt Schubert.

Die junge Mutter ist mit dieser Forderung nicht allein. Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future hatte für den 24. September auf der ganzen Welt zum großen Klimastreik aufgerufen. Während in vielen Städten die Straßen voll sind, stehen in Wermelskirchen an diesem Mittag – neben Schubert und einigen anderen Eltern mit Kindern – jedoch vor allem Mitglieder der Grünen bereit. Der Ortsverband hatte zwei Tage vor der Bundestagswahl dazu eingeladen, sich an dem Streik zu beteiligen. Doch richtig viel los ist nicht.

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„Ich glaube, dass viele Leute in Wermelskirchen die Lage noch nicht so extrem einschätzen, wie sie ist“, sagt Ingelore Kirsten-Polnik von den Grünen. In ihrer Hand hält sie ein weißes Megafon. „Heute ist globaler Klimastreik“, ruft sie immer wieder darein, während die Autos an der Telegrafenstraße an ihr vorbeiziehen und sich die Marktverkäufer links und rechts um den Abbau ihrer Stände kümmern. „Das ist so traurig. Wenn verkaufsoffener Sonntag ist, dann ist immer alles voll. Aber wenn es um das Klima geht, dann interessiert es niemanden. Wir werden hier mit unserem Protest noch hinter den Verkehr gedrängt“, sagt Sabine Krämer-Kox. Sie ist Sprecherin der ADFC Ortsgruppe Burscheid/Wermelskirchen und ebenfalls beim Streik dabei.

Bettina Schwandrau sieht das anders. Sie ist mit ihrer Enkelin Louisa und deren Freundin Sophie gekommen. „Ich glaube nicht, dass es die Leute nicht interessiert. Durch das Hochwasser ist das Thema ja so nah wie nie gekommen. Auch in Leichlingen zum Beispiel. Aber durch Corona ist vielleicht einiges zum Erliegen gekommen“, sagt sie. In ihrer Nachbarschaft habe sie noch gemeinsam mit den den beiden Kindern Flyer verteilt. „Ich schicke jetzt noch eine Nachricht an jeden, der in der Nähe wohnt“, sagt die elfjährige Sophie und tippt auf ihrem Handydisplay herum. Sie will ein Zeichen setzen. Auch in ihrer Heimatstadt.

(mcv)