Wermelskirchen: Großes Interesse an an Genossenschaft für das "Haus Eifgen"

Erste von drei Infoveranstaltungen war gut besucht : Interesse an Genossenschaft zeugt von guten Vorzeichen

80 Besucher kamen ins Haus Eifgen, um sich auf der Infoveranstaltung die geplante Genossenschaft erläutern zu lassen. Einige  wollen Anteile kaufen.

Die Vorzeichen könnten besser kaum sein: Die stattliche Zahl von gut 80 Besuchern versammelte sich auf der ersten von drei Informationsveranstaltungen im Haus Eifgen, um sich von der geplanten Gründung der „Kult-in-Haus Eifgen-Genossenschaft“ (Eifgen eG), die das Traditionshaus kaufen und an die Kulturinitiative Wermelskirchen (Kult-in-Wk) zur Fortführung der Programmgestaltung vermieten will erläutern zu lassen. Damit nicht genug: Manch einer kündigte direkt vor Ort seine Absicht an, Anteile der Genossenschaft zu zeichnen. So zum Beispiel Martin de Giorgi, der sich diesen Schritt mit seiner Ehefrau überlegt hatte: „Ich bin dabei. Auch um das Haus für zukünftige Generationen zu halten und denen die jetzigen Optionen offen zu halten.“ De Giorgo unterschrieb im „Haus Eifgen“ gleich das „Doppelpack“: Er gab nicht nur seine Absicht zur Zeichnung von Anteilen an der Genossenschaft preis, sondern wurde gleichzeitig Mitglied von Kult-in-Wk, womit der Verein mit aktuell 101 Mitgliedern die „magische“ 100er-Marke geknackt hat.

„Ich habe ein großes Interesse an solch einer Einrichtung in Wermelskirchen. Ich will den Erhalt und die Pflege, ich kann als Mitglied meinen Beitrag leisten und meine Kreativität einbringen“, sagte der 59-Jährige, der auch im Kunstverein aktiv ist, im Gespräch mit unserer Zeitung. Überzeugend sei für ihn in erste Linie die Tatsache, dass er sich bei Kult-in-Wk-Veranstaltungen und mit den Leuten im Haus Eifgen stets sehr wohl gefühlt habe: „Trotz alle nötigen Formalitäten geht es unkompliziert. Alle haben ein gemeinsames Interesse.“

Zu den Besuchern der Info-Veranstaltung zählte genauso Wermelskirchen-Kenner Udo Höltgen, der feststellte: „Das kann funktionieren, wenn das Geld zusammen kommt. Das ist ja ein wichtiges Haus für Wermelskirchen, wo sich heutige Senioren einst beim Tanztee kennenlernten und verliebten.“ Vom Schwung der Aktion getragen, kündeten Zuhörer auch im Internet von ihrer Absicht, ein Teil der Genossenschaft werden zu wollen. So betonte Ulla Buhlmann: „Ein solides Konzept und die gute Idee einer Genossenschaft hat mich überzeugt. Das Geld ist gut investiert im Sinne der Kultur in der Stadt.“

Als Redner traten neben dem Kult-in-Wk-Vorsitzenden Michael Dierks auch Volker Beckmann vom Genossenschaftsverband der Regionen. Ein vertrauensbildender Faktor, muss und hat der Verband doch die „Eifgen eG“-Idee als tragfähig eingestuft. Für den Genossenschaftsgedanken warben Andreas Döhl und Sven Kiebler, die mit einem ähnlichen Konzept in Hülsenbusch in der Nähe von Gummersbach eine Dorfkneipe erhalten haben.

Michael Dierks bekräftigte „Eckpfeiler“ des Plans: „Wir streben keine kommerzielle Nutzung an.“ Das Ziel seien 200 Anteilszeichnungen bis Ende März, mindestens 50 Prozent des Kaufpreises für das Haus Eifgen sollten letztlich durch die Genossenschaft an Kapital generiert werden. Eine Förderung durch das Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept oder die Regionale 2025 sei nicht denkbar, weil das Haus nicht Besitz der Stadt sei, aber: „Von der Entwicklung des Areals Hüpp-Anlage oder ehemaliges Freibad, die förderfähig ist, profitieren beide Seiten.“ Das Gründungsteam besteht aus Michael Dierks, Michael Regenbrecht, Michael Mohr, Joachim Schulte, Annegret Dierks, Thomas Behle, Gabi Theben und Alfred Karnowka.

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