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Wermelskirchen: Großer Zusammenhalt unter Schülern

Coronakrise in Wermelskirchen : Großer Zusammenhalt unter Schülern

Am Wermelskirchener Gymnasium bereiten sich derzeit 125 Schüler unter erschwerten Bedingungen auf das Abitur vor. Auch die Planungen der Abschlussfeier sind von der Corona-Krise betroffen. Der Abiball soll stattfinden.

Im Moment, so möchte man meinen, haben die Menschen nicht unbedingt Feiern im Kopf. Die Corona-Krise hält das Land in Atem, wenngleich es im Moment in Folge des erlassenen Kontaktstopps praktisch völlig heruntergefahren ist. Natürlich sind davon auch die Planungen für Veranstaltungen und Feiern rund um das Abitur betroffen. 125 Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Wermelskirchen werden in diesem Jahr ihren Schulabschluss machen. Beginnen sollen die Prüfungen – Stand jetzt – noch immer nach den Osterferien. Mira Böse ist Stufensprecherin des Abschlussjahrgangs. Die 18-Jährige steht derzeit in engem Kontakt mit den Mitschülern in den unterschiedlichen Komitees, die sich etwa um den Bunten Abend, die Mottowoche und den Abiball kümmern.

„Als die Krise kam, als sich die Nachrichten praktisch stündlich änderten und als schließlich die Schulen und Kindergärten geschlossen wurden, waren wir fassungslos. Wir hatten ja keine Ahnung, wie es weitergehen würde – und wissen das auch jetzt nicht so recht“, sagt Mira Böse. Definitiv abgesagt sind derzeit die Mottowoche und der Bunte Abend. „Der Bunte Abend, der natürlich auch noch einmal eine gute Gelegenheit gewesen wäre, Geld für den Abiball zu verdienen, wäre am heutigen Donnerstag gewesen“, sagt die Schülerin. Der Abend sei für Eltern, Angehörige und Schüler gewesen, die Abiturienten hatten sich verschiedene Programmpunkte überlegt. „Auch der Abi-Chor sollte auftreten“, sagt Mira Böse.

Die Schüler haben sich nun überlegt, den Abend in den Mai zu verschieben. „Da ist aber auch fraglich, ob er stattfinden kann. Es herrscht hier einfach gerade zu viel Unsicherheit“, sagt die 18-Jährige. Eine weitere Alternative, die derzeit diskutiert werde, sei, die Programmpunkte im Zuge des Abiballs zu präsentieren. „Der findet nach derzeitiger Planung am 27. Juni statt. Es wäre schade, wenn die Programmpunkte vergebens einstudiert worden wären. Und es gehört doch einfach dazu“, meint die Stufensprecherin.

In der letzten Schulwoche vor den Osterferien findet zudem eigentlich die traditionelle Mottowoche der Abschlussjahrgänge statt. „Das ist ja nichts Typisches für Wermelskirchen, das ist wohl an allen Gymnasien so“, sagt Mira Böse. Auch da seien viele Überlegungen des entsprechenden Komittees eingeflossen. Natürlich ist die Mottowoche aber wegen der Aussetzung des Schulunterrichts bis zunächst nach den Osterferien auch abgesagt. „Unser Abiturmotto ist ja: ‚KohlrABI – wir machen uns vom Acker‘“, sagt Mira Böse. Entsprechend wollten die Abiturienten am ersten Tag der Mottowoche dann auch entweder als Gemüse oder Bauer verkleidet in die Schule kommen. „Als weitere Themen waren geplant: Kindheitshelden am Dienstag, ‚I Like The 80ies‘ am Mittwoch, ‚Nutten, Zuhälter und Abiturienten‘ am Donnerstag – und am Freitag sollten alle ihren Abi-Pullover tragen“, zählt die 18-Jährige auf.

Dass nun auch die Mottowoche, die ja traditionell ein Riesenspaß für die ganze Schule ist, ausfallen soll, sei sehr schade. Auch wenn die Stufensprecherin und ihre Mitschüler den Sinn hinter den Maßnahmen natürlich verstehen und auch gutheißen, würden sie sich sehr freuen, wenn die Mottowoche nachgeholt werden könnte. „Die Schulleitung unterstützt uns dabei auch sehr, vielleicht klappt es ja auch später im Jahr noch“, sagt Mira Böse.

Was nun den eigentlichen Abiball angeht, ist die Stufensprecherin noch zuversichtlich. „Wir haben die Hoffnung, dass er stattfinden kann. Wir haben die Schlossfabrik in Solingen gemietet. Natürlich besteht hier auch die Möglichkeit, den Ball nachzuholen, aber das wäre dann wirklich schade“, sagt sie.

So unangenehm diese Unsicherheit auch sei, derzeit zeige sich aber auf der anderen Seite auch eine große Solidarität in der Schülerschaft. „Klar, der Traum der letzten Wochen in der Schule ist für uns geplatzt. Aber es kommt gerade untereinander eine neue Form des Zusammenhalts auf“, sagt Mira Böse. Der Austausch sei groß, jeder wolle helfen. Und auch von den Lehrern komme Unterstützung. „Im Moment ist ja die Wiederholungsphase vor dem Abitur, die wir alle zu Hause machen müssen. Und ich habe schon viele aufmunternde Mails von Lehrern bekommen. Das tut jetzt natürlich besonders gut“, sagt die 18-Jährige, die ihre Abiturprüfungen in den Fächern Englisch, Pädagogik, Mathe und Deutsch absolvieren wird.